XRP Prognose: Wallet-Wachstum weckt Fantasie

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

XRP bleibt zuletzt klar unter Druck. Der Kurs fiel wieder unter 1,40 US-Dollar und gehört damit in den vergangenen Tagen zu den schwächeren Coins am Kryptomarkt. Die Dynamik fehlt weiterhin, während der übergeordnete Abwärtstrend intakt bleibt. Vom Allzeithoch ist XRP noch immer mehr als 60 Prozent entfernt.

Viele Anleger wirken vorsichtig, nachdem mehrere Ausbruchsversuche scheiterten. Dennoch gibt es derzeit einzelne Signale, die optimistischer stimmen könnten. Vor allem neue Onchain-Daten von Santiment zeigen nun eine auffällige Entwicklung bei den Wallets im XRP-Netzwerk.

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XRP-Netzwerk wächst plötzlich bei den Wallets

Während der XRP-Kurs zuletzt schwach performte, zeigen die Onchain-Daten plötzlich neue Stärke. Laut Santiment wurden am 20. Mai innerhalb von nur 24 Stunden rund 4.300 neue XRP-Wallets erstellt. Damit verzeichnete das Netzwerk den viertgrößten Anstieg neuer Wallets im gesamten Jahr 2026. Besonders interessant: Dieser starke Zuwachs kommt genau in einer Phase, in der der Markt eher pessimistisch bleibt und XRP zuletzt über sieben Prozent auf Wochensicht verlor.

Solche Wallet-Daten gelten unter Analysten oft als Frühindikator für neues Kapital und steigendes Interesse am Netzwerk. Wenn neue Nutzer Wallets eröffnen, deutet das häufig darauf hin, dass Marktteilnehmer beginnen, Positionen aufzubauen oder sich erneut stärker mit dem Ökosystem beschäftigen. Gerade in schwachen Marktphasen achten Analysten deshalb besonders auf die sogenannte „Network Growth“.

Zusätzlich zeigt die Grafik von Santiment, dass parallel auch die Zahl der täglich aktiven Adressen zuletzt anzog. Das spricht dafür, dass nicht nur neue Wallets erstellt werden, sondern tatsächlich wieder mehr Aktivität im Netzwerk stattfindet. Bereits im März war ein ähnlicher Anstieg bei den Wallets zu beobachten. Damals folgte anschließend eine stärkere Aufwärtsbewegung beim XRP-Kurs.

Noch reicht dieses Signal allein zwar nicht für eine vollständige Trendwende. Dennoch zeigt sich, dass trotz schwacher Kursentwicklung weiterhin Interesse an XRP vorhanden ist. Genau solche divergierenden Entwicklungen zwischen Preis und Netzwerkaktivität beobachten viele Trader besonders aufmerksam.

Wallet-Wachstum allein reicht noch nicht für die Trendwende

Wenn wir uns die Grafik jedoch genauer ansehen, bleibt trotz der neuen Wallet-Daten Vorsicht angebracht. Bereits am 19. März gab es bei XRP einen noch deutlich stärkeren Anstieg der Netzwerkaktivität. Damals wurden sogar mehr als 12.000 neue Wallets innerhalb kurzer Zeit erstellt. Dennoch folgte darauf keine nachhaltige Erholung beim Kurs. Im Gegenteil: Nach dem damaligen Hoch setzte XRP den Abverkauf weiter fort.

Besonders auffällig ist dabei, dass XRP im März sogar noch über dem aktuellen Kursniveau gehandelt wurde. Trotz der starken Wallet-Dynamik konnte also kein nachhaltiger Aufwärtstrend entstehen. Genau das zeigt, dass steigende Netzwerkaktivität allein noch kein Garant für steigende Kurse ist.

Zwar können solche Onchain-Signale auf wachsendes Interesse und neues Kapital hindeuten, doch am Ende bleibt das Marktumfeld entscheidend. Solange Bitcoin und der Gesamtmarkt schwach bleiben und XRP keinen klaren technischen Ausbruch schafft, dürfte auch positives Wallet-Wachstum nur begrenzte Auswirkungen haben. Bislang fehlt XRP weiterhin die nötige Dynamik für eine echte Trendwende.

XRP-Indikator zeigt weiterhin schwache Netzwerkdynamik

Auch ein weiterer Onchain-Indikator von Glassnode liefert derzeit eher vorsichtige Signale für XRP. Der sogenannte „Active Address Momentum“-Indikator analysiert die Dynamik aktiver Wallet-Adressen im Netzwerk. Konkret wird dabei der kurzfristige Durchschnitt der aktiven Adressen mit dem langfristigen Durchschnitt verglichen. In der Grafik zeigt die rote Linie den 30-Tage-Durchschnitt, während die blaue Linie den längerfristigen 365-Tage-Durchschnitt darstellt.

Steigt der kurzfristige Durchschnitt deutlich über den langfristigen Trend, spricht das meist für starkes Wachstum, steigendes Nutzerinteresse und bullische Dynamik im Netzwerk. Genau solche Phasen waren bei XRP insbesondere Anfang 2025 zu sehen. Damals explodierte die Zahl aktiver Adressen regelrecht und begleitete den starken Kursanstieg.

Seit August vergangenen Jahres zeigt sich jedoch zunehmend das Gegenteil. Die Dynamik der aktiven Adressen nimmt kontinuierlich ab, während die kurzfristige Entwicklung immer näher an den langfristigen Durchschnitt fällt. Genau diese Kontraktion deutet darauf hin, dass XRP aktuell deutlich weniger frisches Momentum im Netzwerk aufweist.

Das ist eher ein bärisches Signal, da starke Kursrallyes bei Kryptowährungen häufig von wachsender Netzwerkaktivität begleitet werden. Fehlt diese Dynamik über längere Zeit, spricht das meist gegen einen nachhaltigen neuen Aufwärtstrend.

Binance-Abflüsse könnten für XRP kurzfristig positiv sein

Zusätzlich zeigen neue Daten von CryptoQuant derzeit eine interessante Entwicklung bei den XRP-Bewegungen auf Binance. Laut Analyst Amr Taha lagen die XRP-Abhebungen zuletzt bei 53 Prozent und damit erstmals seit dem 10. April wieder über den Einzahlungen auf die Börse. Genau das gilt unter Analysten oft als positives Signal.

Denn wenn Anleger Coins von Börsen abziehen, deutet das häufig darauf hin, dass sie ihre XRP langfristig halten möchten, statt kurzfristig zu verkaufen. Besonders spannend: Ein ähnliches Muster war bereits am 10. April zu beobachten, als XRP ebenfalls im Bereich von rund 1,34 US-Dollar gehandelt wurde. Kurz darauf folgte damals eine stärkere Aufwärtsbewegung bis auf rund 1,54 US-Dollar.

Zusätzlich stiegen zuletzt auch die Whale-Abflüsse auf Binance deutlich an. Der Anteil großer XRP-Transfers mit mehr als einer Million XRP erreichte 57,6 Prozent und damit den höchsten Stand seit Ende März. Das könnte darauf hindeuten, dass größere Marktteilnehmer aktuell XRP akkumulieren oder zumindest Coins von Börsen abziehen.

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