Bitcoin News: CryptoQuant kritisiert Michael Saylor 

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Zuletzt belastete ausgerechnet Strategy, die weltweit größte börsennotierte Bitcoin-Treasury, zeitweise auch den BTC-Kurs. Nachdem das Unternehmen zunächst 32 Bitcoin und später weitere 3.588 BTC für rund 216 Millionen US-Dollar veräußert hatte, reagierten Anleger nervös. Die Beträge waren im Verhältnis zum gesamten Bestand zwar überschaubar, doch symbolisch bedeuteten die Verkäufe einen Bruch mit der lange propagierten Akkumulationsstrategie.

Im ohnehin schwachen Markt löste dies Angst vor weiteren Verkäufen aus. Anleger befürchteten, dass laufende Dividenden und Zinszahlungen Strategy künftig zu regelmäßigen Bitcoin-Liquidationen zwingen könnten. Genau diese Unsicherheit soll nun ein neues, klareres Regelwerk reduzieren.

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Strategy veröffentlicht neues Digital Credit Capital Framework

Mit dem „Digital Credit Capital Framework“ will Strategy seine Finanzierung professioneller und flexibler steuern. Das Unternehmen entwickelt sich damit von einem nahezu reinen Bitcoin-Akkumulator zu einem aktiven Kapitalmanager. Der Bitcoin soll zwar das wichtigste Reservevermögen bleiben, darf künftig jedoch gezielt eingesetzt werden, um Liquidität zu sichern und finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen.

Ein zentraler Bestandteil ist eine US-Dollar-Reserve von rund 2,55 Milliarden US-Dollar. Diese darf grundsätzlich nur für Dividenden auf die verschiedenen Vorzugsaktien sowie für Zinsen auf bestehende Schulden verwendet werden. Strategy will jederzeit mindestens zwölf Monate dieser Verpflichtungen durch liquide Mittel abdecken. Aktuell reicht die Reserve rechnerisch für etwa 17,4 Monate. Zusammen mit genehmigten Bitcoin-Verkäufen könnte die Abdeckung auf rund 25,9 Monate steigen.

Daneben umfasst das Framework eine neue Dividendenpolitik für die Vorzugsaktie STRC. Der variable Dividendensatz wurde zunächst auf zwölf Prozent erhöht und soll künftig monatlich anhand von Marktpreisen, Renditen, Kreditaufschlägen, Bitcoin-Volatilität und verfügbarer Liquidität überprüft werden.

Zusätzlich wurden Rückkäufe von bis zu einer Milliarde US-Dollar für die verschiedenen Digital-Credit-Wertpapiere sowie weitere Aktienrückkäufe von bis zu einer Milliarde US-Dollar für MSTR genehmigt. Verkauft Strategy eigene Wertpapiere zu attraktiven Preisen, kann neues Kapital aufgenommen werden. Notieren sie dagegen deutlich unter ihrem angenommenen Wert, kann das Unternehmen sie zurückkaufen.

Der entscheidende Punkt ist jedoch das Bitcoin Monetization Program. Es erlaubt Strategy, BTC zu verkaufen, um bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar für die Dollarreserve aufzubauen, Dividenden und Zinsen zu bedienen oder Aktien- und Anleiherückkäufe zu finanzieren. Verkäufe sind allerdings nicht verpflichtend und bleiben von Marktbedingungen sowie der Bewertung des Managements abhängig.

CryptoQuant fordert klare Regeln für Käufe und Verkäufe

CryptoQuant bewertet das neue Framework grundsätzlich als sinnvolle Kurskorrektur. Die Analyseplattform erkennt an, dass Strategy damit erstmals explizit Liquiditätsmanagement, Schuldendienst, Dividenden und mögliche Bitcoin-Verkäufe miteinander verbindet. Dies reduziert das Risiko, dass das Unternehmen in einer angespannten Marktphase völlig unvorbereitet reagieren muss.

Dennoch geht das Modell CryptoQuant noch nicht weit genug. Der zentrale Kritikpunkt lautet, dass Strategy zwar verschiedene Instrumente benennt, aber weiterhin keine transparenten und systematischen Entscheidungskriterien veröffentlicht. Anleger erfahren somit, wofür Bitcoin verkauft werden darf – jedoch nicht präzise, wann ein Kauf oder Verkauf tatsächlich ausgelöst wird.

CryptoQuant fordert zunächst ein regelbasiertes Modell für zukünftige Bitcoin-Käufe. Strategy hatte in den vergangenen Jahren häufig auch zu hohen Kursen aggressiv akkumuliert. Dadurch liegen große Teile der jüngeren Käufe mittlerweile unter ihrem jeweiligen Einstandspreis. Bereits vor Veröffentlichung des Frameworks hatte CryptoQuant deshalb empfohlen, neue Käufe vorübergehend zu pausieren und zunächst die Liquiditätsreserve zu stärken.

Ein systematisches Kaufmodell könnte beispielsweise die vorhandene Dollarreserve, die Deckung der nächsten Dividenden, den Aufschlag der MSTR-Aktie auf den Nettovermögenswert, die Bitcoin-Bewertung und die allgemeine Marktliquidität berücksichtigen. Damit ließe sich vermeiden, dass Strategy gerade während überhitzter Marktphasen besonders aggressiv kauft.

Zweitens verlangt CryptoQuant ein diszipliniertes Verkaufsmodell für Phasen relativer Stärke. Bislang könnten Verkäufe überwiegend dann notwendig werden, wenn der Bitcoin-Kurs bereits gefallen ist und Strategy Liquidität benötigt. Ein klarer Plan für Verkäufe in starken Marktphasen würde dagegen ermöglichen, frühzeitig Dollarreserven aufzubauen und spätere Notverkäufe zu vermeiden.

Genau hier bleibt das Framework aus Sicht von CryptoQuant zu vage. Die Entscheidungen liegen weiterhin weitgehend beim Management und hängen von zahlreichen, nicht konkret gewichteten Faktoren ab. Das neue Modell schafft somit mehr Flexibilität, aber noch keine vollständige Planbarkeit. Erst klare Schwellenwerte für Käufe, Verkäufe und Mindestreserven würden aus dem Kurswechsel ein wirklich robustes Risikomanagement machen.

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