Wird Bitcoin quantensicher? Top-Entwickler finden Lösung

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Herausforderungen für Bitcoin. Das Netzwerk nutzt elliptische Kurvenkryptografie, um aus privaten Schlüsseln öffentliche Schlüssel und digitale Signaturen abzuleiten. Klassische Computer können diesen Prozess praktisch nicht umkehren. Ein ausreichend leistungsfähiger, fehlerkorrigierter Quantencomputer könnte jedoch mit Shors Algorithmus aus einem sichtbaren öffentlichen Schlüssel den zugehörigen privaten Schlüssel berechnen. Angreifer wären dann in der Lage, gültige Signaturen zu erzeugen und betroffene Bitcoin zu übertragen. Besonders gefährdet wären Adressen, deren öffentliche Schlüssel bereits auf der Blockchain offengelegt wurden – etwa durch frühere Ausgaben oder ältere Adresstypen. Noch existiert kein Quantencomputer, der Bitcoins 256-Bit-Kryptografie brechen kann.

Aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass die theoretisch benötigten Ressourcen sinken. Deshalb arbeitet die Branche an quantenresistenten Signaturen, neuen Adresstypen und Migrationsplänen. Das zentrale Problem: Nach einem erfolgreichen Quantenangriff könnte eine normale Signatur nicht mehr beweisen, wer der ursprüngliche Eigentümer eines Wallets ist. Damit geht es nicht um Mining, sondern um die Sicherheit digitaler Eigentumsnachweise.

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Project Eleven entwickelt neuen Eigentumsnachweis für Bitcoin

Project Eleven schlägt deshalb einen alternativen Eigentumsnachweis vor, der nicht allein auf dem kompromittierbaren privaten Schlüssel einer einzelnen Bitcoin-Adresse basiert. Gemeinsam mit Jim Posen, einem Entwickler des Zero-Knowledge-Systems Binius, hat das Unternehmen einen postquantenfähigen Zero-Knowledge-Proof entwickelt. Nutzer sollen damit nachweisen können, dass sie geheimes Schlüsselmaterial aus einer höheren Ebene ihres hierarchischen Wallets kennen und dass daraus über den BIP-32-Ableitungspfad tatsächlich die betreffende Bitcoin-Adresse entstanden ist – ohne Seed, Parent-Key oder andere sensible Daten offenzulegen.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Struktur moderner Wallets. Bei BIP-32 werden zahlreiche Adressen aus übergeordnetem Schlüsselmaterial abgeleitet. Ein Quantencomputer könnte künftig möglicherweise den privaten Schlüssel einer bereits exponierten Adresse aus deren öffentlichem Schlüssel berechnen. Er könnte jedoch nicht ohne Weiteres über einen gehärteten Ableitungsschritt zurück zum übergeordneten Schlüssel gelangen. Dort kommt HMAC-SHA512 zum Einsatz. Selbst Grovers Quantenalgorithmus reduziert die Sicherheit eines 256-Bit-Hashsystems theoretisch nur auf ungefähr 128 Bit, was weiterhin als extrem aufwendig gilt. Der rechtmäßige Besitzer besitzt somit Wissen über die Ableitungshierarchie, das ein Angreifer trotz gebrochenem Adressschlüssel nicht automatisch erhält.

Der entwickelte Beweis verbindet dieses Wissen zusätzlich mit einer konkreten Nachricht. Dadurch könnte er nicht nur Wallet-Eigentum bestätigen, sondern zugleich eine Migration der Guthaben auf eine neue, quantenresistente Adresse autorisieren. Project Eleven sieht darin vor allem einen möglichen Rettungsmechanismus für Nutzer, die eine zukünftige reguläre Migrationsfrist verpassen. Ein Blockchain-Protokoll müsste die Prüfung solcher Beweise allerdings ausdrücklich integrieren oder einen speziellen Verifizierungsmechanismus bereitstellen.

Der aktuelle Prototyp unterstützt P2PKH-, P2WPKH- und P2SH-P2WPKH-Adressen. Laut Project Eleven dauert die eigentliche Beweiserzeugung auf einem M5 MacBook Air rund 243 Millisekunden, die Verifikation etwa 40 Millisekunden; der Beweis ist ungefähr 358 KiB groß. Dennoch handelt es sich noch nicht um eine einsatzfähige Bitcoin-Funktion. Die Implementierung ist unauditiert, Taproot wird bislang nicht unterstützt und das Bitcoin-Protokoll akzeptiert diese Nachweise derzeit nicht.

Besonders relevant ist der Ansatz, weil eine harte Sperrung alter Coins politisch und ökonomisch umstritten wäre: Sie könnte zwar Quantendiebstahl verhindern, zugleich aber rechtmäßige Besitzer dauerhaft ausschließen. Der Zero-Knowledge-Ansatz versucht, zwischen beiden Interessen zu vermitteln. Offen bleiben jedoch Fragen zu Konsensregeln, Gebühren, Beweisgrößen, Skalierung und unabhängigen Sicherheitsprüfungen. Der Vorschlag zeigt daher vor allem, dass ein technisch praktikabler Eigentumsnachweis nach einem möglichen „Q-Day“ grundsätzlich realisierbar sein könnte.

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