Vitalik Buterin fordert Ethereum-Entwickler auf, über Klon-Chains hinauszugehen

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Vitalik Buterin hat die Entwickler von Ethereum davor gewarnt, „Copy-Paste“-EVM-Chains und oberflächliche Layer-2-Verbindungen zu entwickeln. Er argumentiert, dass das Ökosystem zu stagnieren droht, wenn weiterhin Bequemlichkeit vor echter Innovation priorisiert wird.

In einem Beitrag auf X erklärte Buterin, dass die jüngsten Reaktionen auf seine Kommentare zur Layer-2-Skalierung ein tiefer liegendes strukturelles Problem aufgezeigt hätten: Zu viele Projekte greifen standardmäßig auf bekannte technische Muster zurück, anstatt neue Gestaltungsmöglichkeiten zu erkunden.

Copy-Paste-EVM-Chains sind eine Sackgasse

Buterin kritisierte den weit verbreiteten Ansatz, neue EVM-kompatible Chains zu lancieren und sie über optimistische Bridging-Brücken mit einwöchigen Auszahlungsverzögerungen mit Ethereum zu verbinden.

Er vergleicht diese Praxis mit der Abspaltung früher DeFi-Protokolle wie Compound für die Governance – eine Strategie, die einst produktiv erschien, aber letztendlich die Kreativität einschränkte.

„Wenn man eine EVM-Chain ohne optimistische Bridging-Brücken zu Ethereum erstellt, ist das sogar noch schlimmer“, schrieb Buterin und fügte hinzu, dass das Ökosystem keine weiteren „Copy-Paste“-EVM-Chains oder zusätzlichen Layer-1-Netzwerke benötige.

Die Basisebene von Ethereum, so argumentierte er, sei bereits skalierbar und werde im Laufe der Zeit deutlich mehr EVM-Blockspace bereitstellen. Dieser Blockspace werde zwar nicht unbegrenzt sein – insbesondere da KI-gesteuerte Anwendungen eine geringere Latenz und einen höheren Durchsatz erfordern –, aber Buterin sagte, dass Ethereum dennoch eine Vielzahl von Anwendungsfällen abdecken könne, ohne sich in unzählige L1s zu fragmentieren.

Etwas wirklich Neues schaffen

Anstatt bestehende Architekturen zu kopieren, forderte Buterin die Entwickler auf, sich auf Systeme zu konzentrieren, die grundlegend neue Funktionen einführen. Als Beispiele für Innovationen, die die Möglichkeiten von Blockchains sinnvoll erweitern, nannte er datenschutzorientierte Designs, app-spezifische Ausführungsumgebungen und Systeme mit extrem geringer Latenz.

Seine Kommentare spiegeln die allgemeine Besorgnis wider, dass die Infrastrukturentwicklung eher inkrementell als innovativ geworden ist und Teams eher auf Vertrautheit und schnelle Bereitstellung als auf langfristige Durchbrüche optimieren.

Tiefe Ethereum-Integration, keine kosmetischen Brücken

Ein zweites wichtiges Thema in Buterins Beitrag war die Kluft zwischen der Art und Weise, wie Projekte ihre Verbindung zu Ethereum vermarkten, und dem Grad ihrer tatsächlichen technischen Integration.

Er erklärte, dass er „App-Chain”-Architekturen befürwortet, wenn die Verbindung zu Ethereum von Anfang an erstklassig ist und nicht nur eine nachträgliche Idee.

Als Beispiel beschrieb Buterin eine mögliche Architektur für Prognosemärkte, bei der die Ausgabe, Auflösung und Benutzerkonten auf Ethereum L1 stattfinden, während der Hochfrequenzhandel auf einem Rollup oder L2 erfolgt, das den L1-Status direkt liest.

Im Gegensatz dazu kritisierte er Projekte, die weitgehend als unabhängige Chains operieren, aber nur eine minimale Ethereum-Integration für die Optik hinzufügen – wie beispielsweise die Bereitstellung einer einfachen Brücke, nur um die Erwartungen des Ökosystems zu erfüllen.

Institutionelle Chains und Transparenz

Buterin skizzierte auch eine andere Kategorie von App-Chains, die sich an Institutionen wie Regierungsregister oder soziale Plattformen richten. Diese Systeme könnten kryptografische Nachweise, einschließlich STARK-verifizierter Merkle-Wurzeln, in einer Blockchain veröffentlichen, um algorithmische Transparenz zu gewährleisten, auch wenn sie im Sinne von Ethereum nicht vertrauenswürdig oder glaubwürdig neutral sind.

Obwohl solche Chains „kein Ethereum sind”, sagte Buterin, dass sie dennoch eine ähnliche Vision vorantreiben, indem sie überprüfbare Systeme ermöglichen, und dass sie weiterhin synergetisch mit Ethereum sein könnten.

Vibes mit Substanz in Einklang bringen

Buterin fasste seine Botschaft in zwei Grundsätzen zusammen: etwas aufbauen, das wirklich einen neuen Mehrwert schafft, und sicherstellen, dass die öffentliche Positionierung eines Projekts seine tatsächliche technische Beziehung zu Ethereum genau widerspiegelt.

Für Entwickler, so Buterin, komme Glaubwürdigkeit nicht von der Bezeichnung „Ethereum-konform“, sondern von Architekturen, die dieses Label wirklich verdienen.

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