Irre Prognose: Daran könnten Ethereum und Solana scheitern

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Ethereum und Solana gelten weiterhin als zwei der spannendsten Blockchain-Ökosysteme am Kryptomarkt. Beide Netzwerke verfügen über große Entwickler-Communitys, zahlreiche Anwendungen und starke langfristige Investmentthesen. Ethereum dominiert unter anderem DeFi und tokenisierte Vermögenswerte, während Solana mit hoher Geschwindigkeit und günstigen Transaktionen punktet.

Kursseitig fehlt jedoch weiterhin das Momentum. Ethereum notiert mehr als 60 Prozent unter seinem Allzeithoch, Solana sogar über 70 Prozent darunter. Trotz technologischer Fortschritte stellt sich deshalb die Frage, ob beide Kryptowährungen langfristig tatsächlich als Wertaufbewahrungsmittel funktionieren können. Ein entscheidender Faktor könnte dabei ihre Inflation sein.

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ARK-Analyst warnt: Die Inflation könnte Ethereum und Solana ausbremsen

Lorenzo Valente von ARK Invest verweist auf ein fundamentales Problem, mit dem sich langfristig jedes Layer-1-Netzwerk auseinandersetzen müsse. Soll ein nativer Token dauerhaft Eigenschaften eines Wertaufbewahrungsmittels – also eines „Store of Value“ – entwickeln, müssten mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Besonders wichtig sei jedoch eine niedrige und möglichst berechenbare Inflation.

Nach Einschätzung des Analysten müsse die reale Inflation langfristig unter zwei Prozent liegen. Ideal wäre sogar ein Wert von ungefähr einem Prozent. Bei einer jährlichen Verwässerung von fünf Prozent könne ein Vermögenswert dagegen kaum überzeugend als langfristiger Wertspeicher funktionieren. Besonders problematisch werde dies bei angestrebten Bewertungen im Bereich mehrerer Billionen US-Dollar. Je größer die Marktkapitalisierung, desto mehr neues Kapital wäre notwendig, um die zusätzlich ausgegebenen Token aufzufangen und den Kurs stabil zu halten.

Genau diese Diskussion könnte Ethereum und Solana künftig stärker beschäftigen. Bei beiden Netzwerken entstehen neue Coins vor allem durch Staking-Belohnungen. Zwar werden bei Ethereum gleichzeitig Transaktionsgebühren teilweise verbrannt, wodurch ETH zeitweise sogar deflationär werden kann. In Phasen geringer Netzwerkaktivität reicht dieser Burn-Mechanismus jedoch nicht immer aus, um die Neuemission vollständig auszugleichen.

Auch Solana arbeitet mit einer langfristig sinkenden Inflationsrate. Dennoch bleibt die aktuelle Ausgabe neuer SOL ein wichtiger Faktor für Anleger. Hohe Staking-Renditen wirken zunächst attraktiv, können aber teilweise lediglich die Verwässerung bestehender Bestände kompensieren.

Valentes Kernaussage lautet daher: Technologische Leistungsfähigkeit allein macht einen Token noch nicht zu digitalem Geld. Ethereum und Solana müssen nicht nur Nutzer, Anwendungen und Gebühren generieren, sondern langfristig auch glaubwürdige monetäre Eigenschaften entwickeln. Gelingt es nicht, die reale Inflation deutlich zu reduzieren, könnte genau dieser Punkt ihre Bewertung und Akzeptanz als Wertaufbewahrungsmittel begrenzen.

Solana will Inflation und Burn gleichzeitig verändern

Auch die Solana-Community arbeitet aktuell daran, die langfristige Verwässerung von SOL zu reduzieren. Dafür werden zwei miteinander verknüpfte Vorschläge vorangetrieben, die an beiden Seiten der Angebotsentwicklung ansetzen: SIMD-0550 soll weniger neue Token ausgeben, während SIMD-0553 deutlich mehr SOL durch Gebührenverbrennungen aus dem Umlauf entfernen würde.

SIMD-0550 sieht vor, die jährliche Disinflationsrate von derzeit 15 auf 30 Prozent zu verdoppeln. Solanas Inflationsrate würde dadurch schneller auf den langfristigen Mindestwert von 1,5 Prozent sinken. Dieses Niveau könnte bereits 2029 statt erst 2032 erreicht werden. Über sechs Jahre würden nach aktuellen Berechnungen rund 18,9 Millionen SOL weniger neu ausgegeben.

SIMD-0553 verfolgt dagegen einen nutzungsabhängigen Ansatz. Transaktionen sollen entsprechend der beanspruchten Netzwerkressourcen bepreist werden, wobei ein größerer Teil der Gebühren verbrannt wird. Die täglichen Burns könnten dadurch von aktuell ungefähr 650 SOL auf 7.500 bis 9.000 SOL steigen.

Dennoch würde Solana zunächst nicht automatisch deflationär. Selbst 9.000 verbrannten SOL stünden derzeit noch rund 60.000 täglich neu ausgegebene Token gegenüber. Genau deshalb werden beide Reformen gemeinsam diskutiert: Die Emissionen sollen schneller sinken, während steigende Netzwerkaktivität gleichzeitig mehr SOL vernichtet. Noch befinden sich die Vorschläge jedoch im Governance-Prozess und benötigen weitere Unterstützung der Validatoren.

Ethereum plant eine dynamische Begrenzung der Staking-Ausgabe

Ethereum wählt mit EIP-8361 einen anderen Ansatz. Der sogenannte „Tapered Issuance Burn“ richtet sich nicht unmittelbar nach der Transaktionsaktivität, sondern nach dem Anteil der gesamten ETH-Menge, der im Staking gebunden ist. Je höher diese Staking-Quote ausfällt, desto größer wäre der Anteil der Validatoren-Belohnungen, der künftig verbrannt statt ausgezahlt wird.

Hintergrund ist die Sorge, dass das aktuelle System dauerhaft Anreize für immer mehr Staking schafft. Nach Darstellung der Autoren würde die Rendite selbst dann nicht vollständig verschwinden, wenn nahezu alle ETH gestakt wären. Dadurch könnten immer größere Teile des Angebots in Staking-Pools wandern, ohne dass ein natürlicher Gleichgewichtspunkt entsteht.

EIP-8361 würde die jährliche Ausgabe zunächst bis zu einer Staking-Quote von ungefähr 20 Prozent steigen lassen. Danach würde sie zunehmend sinken. Sobald rund 50 Prozent des gesamten ETH-Angebots gestakt wären, würden die betroffenen Konsens-Belohnungen vollständig verbrannt und die Nettoausgabe aus diesem Bereich auf null fallen.

Vorgesehen ist eine Übergangsphase von 18 Monaten. Der Entwurf befindet sich allerdings erst im Prüfungsprozess und ist noch keineswegs beschlossen. Kritiker warnen zudem, dass sinkende Renditen kleinere Solo-Validatoren stärker treffen und große, kosteneffiziente Anbieter begünstigen könnten. Ethereum versucht somit, die Inflation marktgetrieben zu begrenzen, riskiert damit jedoch neue Debatten über Dezentralisierung und Netzwerksicherheit.

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