MARA macht Bitcoin-Treasury zum Liquiditätspolster

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MARA Holdings hat nach Ablauf des zweiten Quartals 18.750 Bitcoin als Sicherheiten für zwei neue Kreditfazilitäten hinterlegt und sich damit zusätzliche Kreditkapazität von 600 Millionen US-Dollar gesichert. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Bitcoin-Miner einen Nettoverlust von 611,3 Millionen US-Dollar auswies und seine BTC-Bestände binnen eines Jahres um 29 Prozent zurückgingen.

Schwaches Quartal, aktive Treasury-Steuerung

Laut der offiziellen Aktionärspräsentation vom 6. August hielt MARA zum 30. Juni 35.577 BTC, ein Rückgang von 29 Prozent gegenüber den 49.951 BTC ein Jahr zuvor, wenngleich der Bestand gegenüber den 35.303 BTC Ende März leicht zulegte. Der Umsatz sank um 27 Prozent auf 174,9 Millionen US-Dollar, während der Nettoverlust von 611,3 Millionen US-Dollar den Nettogewinn von 808,2 Millionen US-Dollar aus dem Vorjahresquartal ins Gegenteil verkehrte. Ein Fair-Value-Verlust von 343 Millionen US-Dollar auf die digitalen Vermögenswerte trug maßgeblich zu diesem Ergebnis bei, das bereinigte EBITDA drehte von 1,2 Milliarden US-Dollar Gewinn zu einem Verlust von 360,9 Millionen US-Dollar.

Nach Quartalsende verpfändete MARA zusätzlich 18.750 BTC als Sicherheiten für zwei Bitcoin-besicherte Kreditlinien mit Coinbase Credit und Two Prime Lending, wie The Energy Mag aus einer Unternehmensmeldung vom 6. August berichtet. Die beiden am 4. August abgeschlossenen Fazilitäten summieren sich auf ein Gesamtvolumen von 750 Millionen US-Dollar, da die Coinbase-Linie von 450 Millionen US-Dollar auch die Refinanzierung einer bestehenden 150-Millionen-Dollar-Kreditlinie umfasst. Die verpfändeten Coins waren beim Abschluss rund 1,2 Milliarden US-Dollar wert, was einer Besicherung von etwa dem 1,6-Fachen des kombinierten Kreditvolumens entspricht.

Von der Full-HODL-Strategie zum Liquiditätsinstrument

Die Verpfändung markiert eine deutliche Ausweitung gegenüber der bisherigen Position: Zum 30. Juni hatte MARA bereits 4.528 BTC als Sicherheiten hinterlegt und zusätzlich 4.742 BTC verliehen, während 26.307 BTC unbelastet blieben. Die neuen 18.750 BTC entsprechen fast 53 Prozent des Bestands vom Quartalsende und verschieben das Verhältnis von unbelasteten zu verpfändeten Coins spürbar. Die Kapitalaufnahme soll laut MARA allgemeine Unternehmenszwecke unterstützen, einschließlich der noch ausstehenden Übernahme von Long Ridge Energy & Power im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar – einem Gaskraftwerk in Ohio mit 505 Megawatt Leistung, das MARA für Mining und eine KI-Computing-Plattform nutzen will.

Der Schritt fügt sich in eine Serie von Verkäufen: Im ersten Quartal hatte MARA bereits 20.880 BTC für rund 1,5 Milliarden US-Dollar veräußert, im zweiten Quartal folgten weitere 2.213 BTC zu einem Durchschnittspreis von 73.078 US-Dollar. Über das gesamte erste Halbjahr sank der Bestand damit von 53.822 BTC Ende 2025 um rund 34 Prozent – deutlich mehr, als der reine Jahresvergleich zeigt. Nach Einschätzung von The Block liegt MARA mit den verbleibenden 35.577 BTC im Wert von etwa 2,1 Milliarden US-Dollar auf Rang vier der größten Unternehmenshalter, hinter Strategy, Twenty One Capital und Metaplanet.

Parallel zum Treasury-Umbau baut MARA seine Position im KI-Infrastrukturgeschäft aus. Auch Wettbewerber CleanSpark verzeichnete im dritten Fiskalquartal einen Umsatzrückgang von 30,5 Prozent auf 138,0 Millionen US-Dollar bei einem Nettoverlust von 239,8 Millionen US-Dollar – ein Hinweis darauf, dass der Margendruck im Mining-Sektor branchenweit zunimmt.

Was die Verpfändung für MARA und den Markt bedeutet

Operativ lief das Mining-Geschäft solide: Die Produktion stieg um 3 Prozent auf 2.422 BTC, die aktivierte Hashrate kletterte um 22 Prozent auf 70,3 EH/s, und die Kosten pro Petahash und Tag sanken von 28,70 auf 27,70 US-Dollar. Die Lücke zwischen stabiler operativer Performance und schwächerer Treasury-Bilanz unterstreicht, dass MARA seinen Bitcoin-Bestand zunehmend als Liquiditätsinstrument statt als reine Reserve behandelt. CEO Fred Thiel bringt die neue Ausrichtung auf den Punkt: Bitcoin-Mining bildete die Grundlage, digitale Infrastruktur solle zusammen mit den Exaion- und Technologieinitiativen den daraus geschaffenen Wert nun erweitern.

Für Investoren bleibt die zentrale Frage, wie belastbar diese Strategie bei einem erneuten Bitcoin-Kursrückgang ist. Da die Kreditlinien laut Unternehmensangaben Nachbesicherungspflichten vorsehen, könnte ein fallender Bitcoin-Preis zusätzliche Sicherheiten oder im Extremfall Zwangsverkäufe der verpfändeten Coins erforderlich machen. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die Erlöse aus Long Ridge und dem Texas-Projekt – das MARAs Stromportfolio langfristig auf bis zu 4,8 Gigawatt ausweiten soll – die schrumpfende Bitcoin-Treasury kompensieren können.

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