CleanSpark liefert bei KI, MARA wartet noch auf Verträge

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CleanSpark baut seine Diversifizierung in Künstliche Intelligenz aus, während Großkonkurrent MARA Holdings weiterhin auf seinen ersten kommerziellen Mietvertrag wartet. Bernstein sieht die operative Umsetzung der KI-Pläne als wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Bitcoin-Minern.

Das Analysehaus Bernstein bewertet CleanSpark mit Outperform und MARA mit Market-Perform. CleanSpark verfügt bereits über einen unterschriebenen Ankermieter und einen laufenden Bau eines Rechenzentrums, während MARA noch keinen kommerziellen KI-Vertrag abgeschlossen hat.

Exekution als Bewertungstreiber: CleanSparks Milliarden-Vertrag

Nach Einschätzung der Bernstein-Analysten um Gautam Chhugani markiert die tatsächliche Umsetzung der KI-Pläne den entscheidenden Unterschied im Sektor. CleanSpark hat einen 20-jährigen Triple-Net-Mietvertrag über 6,6 Milliarden US-Dollar für 175 MW IT-Leistung am Standort Sandersville im US-Bundesstaat Georgia gesichert.

Der Mieter ist ein globales Technologieunternehmen mit hoher Bonität. Das Abkommen umfasst zudem eine Exklusivität für das gesamte 885-MW-Portfolio von CleanSpark in Texas. Die Bauarbeiten am Standort laufen, und die erste Rechenzentrumseinheit soll im vierten Quartal 2027 fertig sein.

Das geplante Projekt-Capex liegt bei rund 1,9 Milliarden US-Dollar. CleanSpark verfügte per 30. Juni über rund 900 Millionen US-Dollar Liquidität und strebt eine besicherte Projektfinanzierung mit einer Beleihungsquote von 90 Prozent an.

MARA wartet auf KI-Mietverträge

Bernstein stuft die Aktie von MARA Holdings vorsichtiger ein, sieht in einem kommerziellen KI-Vertrag jedoch einen möglichen Katalysator für eine Neubewertung. Das Management von MARA bekräftigte seine Zuversicht, bis Ende des Jahres mindestens zwei KI-Mietverträge zu unterzeichnen.

Das geplante Energieportfolio von MARA könnte durch jüngste Transaktionen auf rund 4,2 GW steigen. Dazu zählen ein 2-GW-Standort im Matagorda County in Texas für 600 Millionen US-Dollar sowie die ausstehende Übernahme von 1 GW in Long Ridge, Ohio. Die Transaktion in Ohio wartet auf die Genehmigung der Federal Energy Regulatory Commission.

Die Partnerschaft mit Starwood unterstützt die Strategie von MARA. Sie könnte die Energieanlagen des Miners mit den Engineering- und Baukapazitäten von Starwood verbinden. Solange konkrete KI-Kundenverträge fehlen, bleibt die Monetarisierung der geplanten Kapazitäten jedoch offen.

Sum-of-the-Parts-Bewertung und Kursziele

Bernstein bewertet beide Unternehmen auf Basis einer Sum-of-the-Parts-Methodik. Dabei wird das Mining-Geschäft mit rund dem Achtfachen des geschätzten bereinigten EV/EBITDA für 2027 angesetzt. Die Bitcoin-Bestände werden zu aktuellen Preisen bewertet; für zusätzliche verfügbare KI-fähige Stromkapazitäten veranschlagt Bernstein 3 Millionen US-Dollar je Megawatt.

Aus diesem Bewertungsmodell leitet Bernstein für CleanSpark ein Kursziel von 24 US-Dollar ab. Bei einem Schlusskurs von 12,75 US-Dollar am 6. August lag der Kurs damit 88 Prozent unter dem Ziel. Für MARA liegt das Kursziel bei 17 US-Dollar; gegenüber dem Schlusskurs von 10,65 US-Dollar entsprach dies einem Abstand von 60 Prozent.

Bernstein sieht in CleanSparks Energieportfolio und dem KI-Mietvertrag einen zusätzlichen Wert, den MARA bislang noch nicht durch einen festen Vertrag belegt hat.

Ausblick und operative Meilensteine

Ein Audit-Erfordernis in Texas für Rechenzentrumsprojekte könnte den Batch-Zero-Prozess von ERCOT verzögern. Weitere Klarheit wird bei einer Anhörung der Public Utility Commission of Texas am 20. August erwartet. Nach Angaben des Managements soll sich der Zeitplan für die Stromversorgung der Standorte Sealy und Brazoria dadurch jedoch nicht ändern.

Der Standort Sealy mit 285 MW soll Mitte 2027 mit Strom versorgt werden. Die erste Phase von Brazoria mit 300 MW soll in die Grundlast von ERCOT für Batch Zero aufgenommen werden. In Georgia, Texas, Mississippi, Tennessee und Wyoming verfügt CleanSpark über ungefähr 2,1 GW an geplanter Energiekapazität. Zudem hat das Unternehmen beantragt, seinen Campus in Washington von 86 MW auf 500 MW zu erweitern.

Für MARA bleibt der Abschluss fester KI-Kundenverträge ein zentraler nächster Schritt. Bernstein sieht erst dann einen klareren Wertnachweis für die Infrastruktur des Unternehmens.

Quelle: DiarioBitcoin

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