Aktien-Perpetuals treiben HIP-3 auf fast die Hälfte des Hyperliquid-Volumens

Hyperliquid entwickelt sich struktukturell vom Krypto-Perp-Exchange zur allgemeinen Derivate-Plattform. HIP-3, das permissionless Framework für builder-deployed Perpetual Markets auf Hyperliquid, hat seinen Anteil am täglichen Gesamtvolumen des Exchanges von rund 2 Prozent zu Jahresbeginn auf knapp 50 Prozent gesteigert – ein Wachstum, das vor allem durch den Onchain-Handel mit Aktien-Perpetuals getrieben wird.
Genau hier zeigt sich, wie stark sich die Nachfragestruktur auf der Plattform verschoben hat: Krypto-Paare verlieren Gewicht, tokenisierte Realwert-Derivate gewinnen es.
TradeXYZ dominiert das neue Segment
Der mit Abstand größte Builder im HIP-3-Ökosystem ist TradeXYZ, das Märkte wie XYZ100 – ein Perpetual auf den Nasdaq-100 – sowie Einzelwert-Kontrakte auf Nvidia und Tesla betreibt. Alle Kontrakte werden in Stablecoin abgerechnet, nicht in den zugrundeliegenden Aktien. Laut The Block ist die Kategorie von TradeXYZ dominiert.

HIP-3 (Builder-Deployed Perpetuals) ermöglicht permissionless Perpetual Markets, die von externen Buildern bereitgestellt werden. Dieser Mechanismus schafft einen ökonomischen Anreiz für externe Anbieter und bringt neue Märkte ins Ökosystem.
Neben TradeXYZ haben sich weitere Builder etabliert. Das zeigt die konzeptionelle Breite des HIP-3-Modells, auch wenn TradeXYZ das Segment klar dominiert.
Perpetuals versus Optionen: Das strukturelle Argument
Laut The Block liegt ein wesentlicher Vorteil von Aktien-Perpetuals gegenüber klassischen Optionen im Fehlen von Zeitwertverlust (Theta). Bei Optionen erodiert der Positionswert kontinuierlich durch Time Decay, da jeder Kontrakt ein Verfallsdatum trägt. Perpetuals kennen kein solches Ablaufdatum – stattdessen regulieren Funding-Rate-Zahlungen die Bindung an den Spotpreis. Für Retailtrader, die schlicht Long- oder Short-Exposure suchen, ist dieses Modell intuitiver als die Strike-und-Expiry-Mathematik klassischer Optionen.
Das zweite Kernargument ist der 24/7-Handel. Anders als an geregelten Aktienbörsen schließen diese Perps nie – Trader können auf Earnings oder Makro-News reagieren, sobald sie einschlagen, ohne auf die nächste Börseneröffnung warten zu müssen. Dieser Vorteil hat aber eine strukturelle Kehrseite: Anders als Krypto-Assets selbst, die rund um die Uhr aktiv gehandelt werden, handeln die zugrundeliegenden Aktien nur während regulärer Börsenzeiten. Außerhalb dieser Fenster stützen sich HIP-3-Preise vollständig auf Oracle-Mechanismen und Funding-Rate-Anpassungen – ein Setup, das im Vergleich zu etablierten 24/7-Assets wie Krypto selbst noch wenig erprobt ist.

Für Anleger, die sich mit der breiteren Tokenisierungsbewegung beschäftigen, ist das relevant: Tokenisierte Real-World Assets als DeFi-Kollateral sind ein verwandtes Thema.
Wachstum mit offenem Risikoprofil
Early volume suggests real demand for around-the-clock access, aber es ist ein junges Produktsegment auf einer Asset-Klasse, die strukturell nicht für kontinuierlichen Handel entworfen wurde.
Parallel dazu bleibt die Dominanz des Marktes durch einen einzelnen Builder ein Risikofaktor. TradeXYZ trägt einen großen Teil des HIP-3-Geschäfts; sollte der Betrieb des Builders aus technischen, regulatorischen oder geschäftlichen Gründen stocken, könnte das die Plattformliquidität beeinflussen. Die Frage, ob das Modell wirklich dezentral skaliert oder faktisch von einem zentralen Akteur getragen wird, bleibt offen.
Wie weit die Entwicklung über reine DeFi-Experimente hinausgeht, wird auch daran sichtbar, dass Hyperliquid im Kontext von HIP-3 über institutionelle Index-Perpetuals berichtet. Institutionelle Tokenisierungsinitiativen großer Assetmanager laufen parallel dazu – das breitere Narrativ für Onchain-Finanzinstrumente verdichtet sich.

Kurzfristig belegt das Volumenwachstum reale Nutzernachfrage. Übergeordnet aber bleibt HIP-3 ein junges Produktsegment auf einem Asset-Klasse, die strukturell nicht für kontinuierlichen Handel entworfen wurde. Wie stabil Oracle-Mechanismen und Funding-Rates in einem Weekend-Gap-Szenario oder bei extremen Makroereignissen außerhalb der Börsenzeiten funktionieren, wird erst zukünftige Marktpraxis zeigen.
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