Bitwise bleibt bullisch: So erreicht Bitcoin 1,3 Millionen Dollar

Bitcoin hat sich nach den jüngsten Verkaufstiefs wieder etwas stabilisiert und notiert zurück im Bereich von 65.000 US-Dollar. Vom lokalen Tief konnte sich BTC damit bereits rund 10 Prozent erholen. Von einer echten Trendwende kann dennoch kaum gesprochen werden: Der übergeordnete Bärenmarkt wirkt weiterhin intakt, die Dynamik bleibt überschaubar und weitere Rückschläge sind keineswegs ausgeschlossen.
Positiv fällt jedoch auf, dass selbst neue negative Nachrichten zuletzt keinen massiven Abverkauf mehr ausgelöst haben. Kurzfristig bleibt das Bild damit fragil. Wer den Blick allerdings deutlich weiter nach vorne richtet, könnte zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Ein führender Bitwise-Analyst sieht für Bitcoin langfristig enormes Potenzial.
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Bitcoin auf 1,3 Millionen Dollar? Bitwise sieht institutionelle Billionen
Matt Hougan, Chief Investment Officer beim Krypto-Vermögensverwalter Bitwise, hält langfristig einen Bitcoin-Kurs von rund 1,3 Millionen US-Dollar bis 2035 für möglich. Die Prognose ist dabei keineswegs neu, bekommt durch Hougans jüngste Aussagen jedoch neue Relevanz. Bitwise hatte das Kursziel bereits in seinen langfristigen Kapitalmarktannahmen veröffentlicht und kalkuliert dabei mit einer durchschnittlichen jährlichen Bitcoin-Rendite von rund 28 Prozent.
Der entscheidende Treiber soll laut Hougan institutionelles Kapital sein. Institutionen wie Pensionsfonds, Versicherungen, Stiftungen, Staatsfonds oder große Vermögensverwalter kontrollieren weltweit schätzungsweise 100 bis 200 Billionen US-Dollar. Schon eine durchschnittliche Bitcoin-Allokation von lediglich einem Prozent könnte somit Kapitalströme im Billionenbereich auslösen. Gerade Spot-Bitcoin-ETFs und der zunehmende Zugang über klassische Finanzinstitute könnten diese Entwicklung über viele Jahre unterstützen.
Hougan argumentiert zudem, dass der nächste große Wachstumsschritt des Kryptomarktes kaum allein durch Privatanleger getragen werden dürfte. Retail-Investoren hätten die Branche bereits von praktisch null auf mehrere Billionen Dollar Marktkapitalisierung gebracht. Für den Sprung in eine deutlich größere Größenordnung müsse nun institutionelles Geld folgen.
Das Kursziel von 1,3 Millionen Dollar basiert außerdem auf der Annahme, dass Bitcoin langfristig einen erheblichen Anteil des globalen „Store-of-Value“-Marktes übernimmt und damit stärker mit Gold konkurriert. Die Prognose bleibt natürlich hochspekulativ. Sie zeigt jedoch, warum kurzfristige Bärenmärkte und eine langfristig bullische Bitcoin-These durchaus gleichzeitig bestehen können.
Bitwise-CIO: Selbst ohne Clarity Act dürfte Krypto weiter wachsen
In seinem jüngsten Weekly Review vom 4. August ordnet Bitwise-CIO Matt Hougan zugleich die kurzfristige Lage am Kryptomarkt ein. Im Mittelpunkt steht dabei der Clarity Act, der in den USA einen klareren regulatorischen Rahmen für digitale Assets schaffen soll. Hougan hält eine Verabschiedung weiterhin für eindeutig positiv: Sie würde seiner Einschätzung nach mehr Rechtssicherheit schaffen, Investoren besser schützen und institutionelles Kapital leichter in den Markt bringen. Scheitert das Gesetz jedoch vorerst, wäre das für ihn keineswegs das Ende der langfristigen Krypto-These.
Problematisch sei vielmehr die anhaltende Unsicherheit. Professionelle Investoren könnten Kapital zurückhalten, solange unklar bleibt, ob und wann der Clarity Act verabschiedet wird. Hougan argumentiert deshalb sogar, dass eine klare negative Entscheidung kurzfristig besser sein könnte als monatelanges politisches Hin und Her. Der Markt könnte zunächst reagieren, anschließend aber wieder einen klareren Blick auf die fundamentale Entwicklung richten.
Denn diese schreitet aus Sicht des Bitwise-CIO unabhängig von Washington voran. Selbst ohne Gesetz könnte die SEC regulatorische Leitplanken schaffen. Gleichzeitig integriert sich Krypto immer stärker in das traditionelle Finanzsystem: Bitcoin-ETFs haben sich etabliert, große Finanzhäuser beschäftigen sich mit Tokenisierung, Stablecoins werden von etablierten Zahlungsunternehmen integriert und immer mehr Krypto-Firmen erhalten Zugang zum regulierten Bankensystem.
Hougans Kernthese ist damit klar: Politische Verzögerungen können den Markt kurzfristig bremsen, den strukturellen Trend aber kaum noch stoppen. Er zieht sogar Parallelen zur frühen Internetentwicklung, bei der die Regulierung ebenfalls hinter der technologischen Realität zurückblieb. Für Bitcoin bedeutet das: Kurzfristig können politische Unsicherheit und der Bärenmarkt weiter belasten. Langfristig sieht Hougan jedoch einen Finanzmarkt, der zunehmend „onchain“ wandert – und Bitcoin als einen der zentralen Profiteure dieser Entwicklung.
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