Krypto News: Jetzt wird Ethereum richtig knapp!

Ethereum könnte vor einer der größten geldpolitischen Diskussionen seit der Einführung von EIP-1559 stehen. Ein neuer Vorschlag mehrerer Ethereum-Forscher sieht vor, künftig einen Teil der Staking-Belohnungen dauerhaft zu verbrennen. Ziel ist es, die Inflation des Netzwerks zu senken und die Anreize für immer höhere Staking-Quoten zu verändern.
Noch handelt es sich lediglich um einen Entwurf. Sollte der Vorschlag jedoch umgesetzt werden, könnte sich die Ausgabe neuer ETH langfristig deutlich verändern.
Ein Teil der Staking-Belohnungen soll künftig verbrannt werden
Am 4. August haben sechs Ethereum-Entwickler und Forscher – darunter Ethereum-Foundation-Forscher Justin Drake – einen Entwurf für einen neuen Ethereum Improvement Proposal (EIP) eingereicht.
Der Kern des Vorschlags: Validatoren sollen künftig nicht mehr ihre vollständigen neu erzeugten ETH-Belohnungen erhalten. Stattdessen würde ein wachsender Anteil dieser neu ausgegebenen Coins automatisch verbrannt und damit dauerhaft aus dem Umlauf entfernt.
Die Verbrennung würde bei jeder sogenannten Epoch erfolgen, also etwa alle 6,4 Minuten.
Dabei wären ausschließlich neu erzeugte Staking-Belohnungen betroffen. Bereits existierende ETH oder gestakte Coins würden dadurch nicht verändert oder eingezogen.
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Höhere Staking-Quote würde zu stärkerer Verbrennung führen
Der Vorschlag sieht einen dynamischen Mechanismus vor. Je mehr ETH insgesamt gestakt werden, desto größer soll der Anteil der verbrannten Belohnungen ausfallen.
Nach den Berechnungen der Autoren würde bei einer gesamten Staking-Menge von rund 60,25 Millionen ETH – etwa der Hälfte des gesamten Angebots – die vollständige Ausgabe neuer Staking-Belohnungen entfallen. In diesem Szenario würden 100 Prozent der neu erzeugten Rewards verbrannt werden, wodurch die Netto-Neuemission aus dem Staking auf null sinken würde.
Bereits heute wäre der Effekt deutlich spürbar. Da inzwischen mehr als ein Drittel aller ETH gestakt sind, würden nach der vorgeschlagenen Formel bereits rund 56 Prozent der neu ausgegebenen Validator-Belohnungen verbrannt.
Warum schlagen die Entwickler diese Änderung vor?
Nach Ansicht der Autoren bietet Ethereum derzeit dauerhaft positive Staking-Renditen – unabhängig davon, wie viele ETH bereits im Staking gebunden sind. Dadurch entstehe ein kontinuierlicher Anreiz, immer weitere Coins zu staken.
Langfristig könnte dies nach Ansicht der Entwickler mehrere Folgen haben. Dazu zählen eine stärkere Konzentration großer Staking-Anbieter, ein wachsender Einfluss zentralisierter Börsen und Verwahrer sowie eine zunehmende Verwässerung für ETH-Investoren, die nicht am Staking teilnehmen.
Auch Solo-Validatoren könnten stärker unter Druck geraten. Da mögliche Ausfallstrafen unverändert bleiben, die laufenden Belohnungen jedoch sinken würden, könnte sich die Erholung nach technischen Problemen oder Ausfällen deutlich verlängern.
Nicht betroffen wäre dagegen der sogenannte Maximal Extractable Value (MEV). Zusätzliche Einnahmen, die Validatoren durch die Reihenfolge von Transaktionen erzielen können, würden durch den Vorschlag unverändert bestehen bleiben.
Noch ist keine Entscheidung gefallen
Der Vorschlag befindet sich weiterhin im Entwurfsstadium und wird aktuell innerhalb der Ethereum-Community diskutiert. Selbst die endgültige EIP-Nummer steht bislang noch nicht fest, und bislang hat sich kein Ethereum-Client verpflichtet, den Mechanismus umzusetzen.
Dennoch könnte die Diskussion weitreichende Folgen haben. Nach der Einführung von EIP-1559, das bereits einen Teil der Transaktionsgebühren verbrennt, wäre dies die nächste große Änderung der Geldpolitik von Ethereum. Ob sich der Vorschlag durchsetzt, dürfte daher in den kommenden Monaten intensiv diskutiert werden.
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