Vor Anthropic- und OpenAI-IPO: Coinbase startet heute Pre-IPO-Perps

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

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Der Hype um private Tech-Giganten hat zuletzt eine neue Stufe erreicht. Besonders SpaceX wurde im Vorfeld eines möglichen Börsengangs als potenziell historischer IPO-Kandidat gehandelt; entsprechend groß war die Nachfrage nach früher Preisfindung.

Zwar sind die Kurse nach dem ersten Überschwang bereits spürbar zurückgekommen, doch das Grundthema bleibt intakt: Anleger wollen Zugang zu Unternehmen, bevor diese offiziell an die Börse gehen. Genau hier setzt Coinbase nun erneut an.

Nach SpaceX rücken mit Anthropic und OpenAI zwei der wichtigsten KI-Unternehmen der Welt in den Fokus. Heute startet Coinbase dafür neue Pre-IPO-Perpetual-Futures-Märkte.

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Was sind Pre-IPO Perpetual Futures?

Pre-IPO Perpetual Futures sind Derivate auf private Unternehmen, die noch nicht börsennotiert sind. Anleger kaufen dabei keine echten Aktien und erhalten auch keine direkten Eigentumsrechte. Stattdessen handeln sie einen unbefristeten Futures-Kontrakt, dessen Preis sich an der erwarteten Unternehmensbewertung orientiert. Coinbase erklärt, dass diese Kontrakte USDC-basiert abgewickelt werden und bei privaten Firmen bewusst auf die gesamte Eigenkapitalbewertung statt auf einen geschätzten Aktienkurs abstellen, weil die finale Aktienanzahl vor einem IPO oft noch nicht eindeutig bekannt ist.

Der große Reiz liegt in der frühen Preisfindung. Märkte können Erwartungen an Unternehmen wie SpaceX, Anthropic oder OpenAI schon vor dem Börsengang abbilden. Gleichzeitig bleibt das Risiko hoch: Es gibt keinen klassischen Spotmarkt, Bewertungen können stark schwanken, Liquidität ist begrenzt und der spätere IPO-Preis muss nicht dem Perp-Markt entsprechen.

Coinbase startet Märkte für Anthropic und OpenAI

Coinbase erweitert seine Pre-IPO-Offensive nun um zwei der wichtigsten KI-Unternehmen. Laut Coinbase Markets sollen die Märkte für ANTHROPIC-PERP und OPENAI-PERP am 22. Juni 2026 ab oder nach 11:00 Uhr UTC eröffnet werden. Damit können berechtigte Trader über Coinbase auf die erwarteten Bewertungen von Anthropic und OpenAI spekulieren, bevor beide Unternehmen tatsächlich an einer Börse notieren.

Strategisch passt der Schritt zur breiteren Expansion von Coinbase. Die Börse positioniert sich nicht mehr nur als Krypto-Handelsplatz, sondern zunehmend als Plattform für globale Derivatemärkte, private Markt-Exposures und neue Formen der Preisfindung. Die International-Exchange-Seite von Coinbase verweist bereits auf über 180 Märkte, darunter Perpetual Futures, Stock-Perpetuals und Pre-Launch-Märkte, alle in einem USDC-basierten Handelsumfeld.

Besonders spannend ist der Zeitpunkt: Der KI-Sektor bleibt eines der dominierenden Investmentthemen, während OpenAI und Anthropic als zentrale Akteure im Rennen um Modelle, Infrastruktur und Enterprise-Kunden gelten. Für Coinbase entsteht dadurch ein neues Narrativ: Nicht nur Kryptowährungen, sondern auch private Tech-Bewertungen werden handelbar. Für Anleger bedeutet das mehr Zugang, aber auch deutlich mehr Spekulation.

Coinbase baut die „Everything Exchange“ konsequent aus

Coinbase hat sich mit dem jüngsten System Update erneut deutlich breiter aufgestellt. Der Kern der Strategie ist nicht mehr nur der Handel mit Bitcoin, Ethereum oder klassischen Altcoins, sondern eine Plattform, auf der künftig Krypto, Aktien, tokenisierte Wertpapiere, Derivate, Optionsprodukte, Prediction Markets und Pre-IPO-Märkte zusammenlaufen. Coinbase beschreibt diesen Ansatz selbst als Schritt zur „Everything Exchange“, also als Börse für möglichst viele handelbare Vermögenswerte innerhalb einer einheitlichen Nutzeroberfläche.

Konkret wurden mehrere neue Produktbereiche hervorgehoben. Dazu zählen tokenisierte US-Aktien, die zunächst für berechtigte Nutzer außerhalb der USA verfügbar sein sollen. Diese sollen laut Coinbase nicht nur synthetische Kursabbildungen sein, sondern 1:1 durch echte Aktien gedeckt werden und auch Dividenden on-chain weiterreichen. Damit würde Coinbase direkt in einen Markt vordringen, der bisher eher von Brokern, Banken und spezialisierten Tokenisierungsplattformen geprägt war.

Daneben rücken Derivate stärker in den Fokus. Coinbase kündigte unter anderem thematische Index-Perpetuals für US-Trader an, etwa auf KI, China, Verteidigung oder große Nasdaq-Werte. Auch Prediction Markets sollen ausgebaut werden, also Märkte, auf denen Nutzer Ereignisse wie Sport, Politik oder Wirtschaftsdaten handeln können.

Damit positioniert sich Coinbase zunehmend als Brücke zwischen Krypto und klassischem Finanzmarkt. Für die Aktie und das Coinbase-Ökosystem ist das strategisch relevant: Je mehr handelbare Produkte integriert werden, desto weniger hängt das Geschäftsmodell ausschließlich vom zyklischen Spot-Handel mit Kryptowährungen ab. Genau diese Diversifizierung macht das Update so wichtig. Coinbase versucht, aus einer Krypto-Börse eine globale Multi-Asset-Plattform zu bauen.

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