XRP-Adoption: Banken nutzen XRPL bereits aktiv für Settlement

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Evernorth, ein auf XRP spezialisiertes Treasury-Unternehmen, das von Schwergewichten wie Ripple, Kraken, Pantera Capital und SBI Holdings unterstützt wird, richtet eine klare Botschaft an institutionelle Investoren: Echte Banken nutzen XRP bereits heute. Die kommenden 18 Monate werden laut Evernorth nicht davon geprägt sein, ob Adoptionsnachrichten erscheinen, sondern in welchem Umfang und unter welchen regulatorischen Rahmenbedingungen dies geschieht.

Die Behauptung ist konkret: Die täglichen Transaktionen auf dem XRP Ledger (XRPL) sind auf fast 3 Millionen angestiegen – ein deutlicher Sprung von etwa 1 Million Mitte 2025. Zu den aktivsten Akteuren im Netzwerk gehören Bitstamp, Ripples RLUSD-Stablecoin und die Braza Bank. Dies ist eine belegbare Zahl, doch was sie für den tatsächlichen Nutzen im Bankenwesen bedeutet, bleibt eine komplexe Frage.

Das Spannungsfeld ist struktureller Natur. Berichten zufolge hat sich das XRPL-Transaktionsvolumen innerhalb von rund 12 Monaten verdreifacht. Zudem hat mindestens eine große europäische Bank ihren regulierten Euro-Stablecoin auf XRP implementiert und den Ledger als eine von vier öffentlichen Blockchains für diesen Zweck ausgewählt.

Dennoch zeichnen XRP On-Chain-Metriken und Börsenströme ein differenzierteres Bild. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Volumen eine dauerhafte Bankeninfrastruktur widerspiegelt oder lediglich einen konzentrierten Anstieg durch einige wenige bekannte Akteure darstellt. Das Marketing-Narrativ und die On-Chain-Daten stehen sich dabei nicht zwangsläufig gegenüber, sie decken sich jedoch auch nicht vollständig.

XRP und Banking-Rails: Die Erkenntnisse der On-Chain-Daten

Der CEO von Evernorth, Asheesh Birla, betonte in einem Medienbericht, dass der langfristige Wert von XRP durch die Nutzung als Arbeitskapital für Banken und Unternehmen entstehen wird – und nicht durch den privaten Einzelhandel.

Diese Einordnung ist entscheidend, da sie die Messlatte für den Erfolg festlegt: Nicht spekulative Nachfrage oder ETF-Zuflüsse stehen im Fokus, sondern das von Banken initiierte Settlement-Volumen. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Daten teils unterstützend, teils weisen sie in die Zukunft.

Der Anstieg des XRPL auf fast 3 Millionen tägliche Transaktionen ist dokumentiert und real. Die Hauptakteure hinter diesem Datenverkehr – Bitstamp, RLUSD und die Braza Bank – sind identifizierbare Finanzinstitute und keine anonymen Wallets oder Vektoren für Wash-Trading.

Im Mai 2026 hob Evernorth eine tokenisierte US-Staatsanleihen-Rücknahme hervor. Bei dieser Transaktion koordinierten Mastercard, J.P. Morgans Kinexys, Ondo Finance und Ripple den XRPL als gemeinsame Abwicklungsschicht. Ripple erhielt dabei USD-Erlöse in Singapur außerhalb der regulären Banköffnungszeiten.

Evernorth bezeichnete XRP als „Settlement-Infrastruktur in einer der bedeutendsten institutionsübergreifenden Blockchain-Transaktionen bis heute“. Diese Transaktion hat nachweislich stattgefunden und ist keine Fiktion.

Was die Daten jedoch noch nicht bestätigen, ist die Frage, ob diese Ereignisse eine systematische Einführung durch Banken darstellen oder ob es sich um öffentlichkeitswirksame Pilotprojekte handelt.

Ripples On-Demand Liquidity (ODL) Service ist bereits seit mindestens 2018 im produktiven Einsatz und nutzt XRP als Brückenwährung für grenzüberschreitende Korridore, insbesondere im Nahen Osten und in Südostasien. Das Volumen in diesen Korridoren ist real, aber geografisch konzentriert und entspricht noch nicht der globalen Bankeninfrastruktur, die das Schlagzeilen-Narrativ oft suggeriert.

Während institutionelle Transfers auf dem XRPL im Jahr 2026 stabil bleiben, deuten Daten von Chainalysis darauf hin, dass sie zunehmend mit USDC und Wholesale-CBDC-Projekten um Marktanteile im institutionellen Settlement-Fluss konkurrieren.

Das XRPL-Protokoll wird derzeit genau mit Blick auf diese Anforderungen aktualisiert. Geplante Änderungen umfassen Token Escrow, eine Permissioned DEX und Restricted Environments. Diese Compliance-Infrastruktur soll regulierten Institutionen Whitelist-Handelsplätze und treuhänderisch verwaltete Settlement-Flows direkt auf der Chain ermöglichen.

Das vorgeschlagene XLS-66 XRP Lending Protocol würde Single-Asset-XRP-Vaults, festverzinsliche Kredite und ZK-basierte Privatsphäre direkt in den Ledger integrieren, wodurch externe Smart Contracts und Bridges überflüssig würden. Die Validatoren stimmen derzeit über XLS-66 ab; für die Aktivierung ist eine Supermajorität von 80 % erforderlich.

Noch ist das Protokoll nicht live. Analysten sehen darin den Versuch, ein 100-Milliarden-Dollar-Potenzial für Kreditvergabe und Sicherheiten auf dem XRPL zu erschließen. Doch solange kein Konsens erreicht ist, bleibt dies Infrastruktur auf dem Reißbrett und noch keine aktive Bankentätigkeit auf dem Ledger.

Hier weiterlesen: Neue Kryptowährungen mit Potenzial für den nächsten Zyklus

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