Meilenstein: Revolut bekommt Dubais Krypto-Lizenz

Revolut zählt zu den weltweit bekanntesten Finanz-Apps und verbindet klassische Bankdienstleistungen mit digitalen Anlageprodukten. Über die Plattform können Nutzer unter anderem Konten führen, internationale Überweisungen tätigen, verschiedene Währungen verwalten sowie Aktien und Kryptowährungen handeln. Mittlerweile zählt das Londoner Fintech nach eigenen Angaben mehr als 75 Millionen Kunden. Zugleich öffnet sich Revolut immer stärker gegenüber dem Kryptomarkt.
Mehr als 16 Millionen Kunden sollen bereits die Kryptoangebote des Unternehmens nutzen. Neben dem einfachen Handel innerhalb der Haupt-App baut Revolut mit Revolut X zudem eine eigenständige Kryptobörse auf. Damit entwickelt sich das Unternehmen zunehmend von einer reinen Banking-App zu einer umfassenden Finanzplattform, auf der traditionelle und digitale Vermögenswerte zusammengeführt werden. Der nächste wichtige Expansionsschritt soll nun in den Vereinigten Arabischen Emiraten erfolgen.
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Revolut erhält vorläufige Krypto-Zulassung in Dubai
Revolut hat am 15. Juli 2026 eine grundsätzliche Genehmigung für eine Lizenz als Virtual Asset Service Provider von Dubais Virtual Assets Regulatory Authority erhalten. Die sogenannte „In-Principle Approval“ ist ein wichtiger Zwischenschritt, stellt jedoch noch keine endgültige Betriebserlaubnis dar. Erst nach Abschluss des Lizenzverfahrens und der Erfüllung aller regulatorischen Bedingungen darf Revolut die geplanten Kryptodienstleistungen vollständig starten.
Die beantragte Zulassung umfasst Broker-Dealer-Dienstleistungen, den Betrieb einer Kryptobörse sowie Management- und Investmentangebote rund um digitale Vermögenswerte. Nach der finalen Freigabe sollen berechtigte Kunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten Kryptowährungen innerhalb eines regulierten Rahmens kaufen, verkaufen und halten können. Angeboten werden sollen die Dienste sowohl über die bekannte Revolut-App als auch über die separate Handelsplattform Revolut X.
Die Genehmigung ergänzt Revoluts wachsende regulatorische Präsenz in den Emiraten. Bereits im Juni hatte das Unternehmen von der Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate Lizenzen für gespeicherte Guthaben und bestimmte Zahlungsdienste erhalten. Damit kann Revolut perspektivisch klassische Zahlungsfunktionen, internationale Überweisungen und Kryptohandel in einem lokal regulierten Ökosystem bündeln.
Strategisch ist der Schritt bedeutsam, weil Dubai zu den aktivsten regulierten Kryptostandorten weltweit gehört. VARA überwacht die Aktivitäten von Kryptoanbietern im Emirat außerhalb des Dubai International Financial Centre und verlangt vor dem Marktstart eine entsprechende Lizenz. Revolut erhält damit Zugang zu einem finanzstarken, internationalen Kundenmarkt. Zugleich zeigt die Expansion, dass das Fintech Kryptowährungen nicht mehr nur als Zusatzfunktion betrachtet. Vielmehr sollen digitale Assets langfristig zu einem festen Bestandteil des globalen Revolut-Angebots werden. Bis zur endgültigen Genehmigung bleibt ein konkreter Starttermin allerdings offen.
MiCA treibt Kryptounternehmen zunehmend nach Dubai
Dubai profitiert zugleich davon, dass die Europäische Union ihre Kryptoregulierung mit MiCA deutlich verschärft hat. Seit dem Ende der Übergangsfrist am 1. Juli 2026 dürfen Anbieter ohne entsprechende MiCA-Zulassung grundsätzlich keine Kryptodienstleistungen mehr für Kunden in der EU erbringen. Die Lizenz schafft zwar einheitliche Regeln und ermöglicht genehmigten Unternehmen den Zugang zum gesamten Binnenmarkt. Zugleich gehen damit jedoch hohe Anforderungen an Kapitalausstattung, Unternehmensführung, Compliance, Cybersicherheit und Geldwäscheprävention einher.
Gerade kleinere Kryptounternehmen und Gründer prüfen deshalb Alternativen. Die auf digitale Vermögenswerte spezialisierte Dubai-Anwältin Irina Heaver erklärte Ende Juni, ihre Kanzlei erhalte inzwischen mehr als 120 Anfragen pro Woche zur Unternehmensgründung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Rund die Hälfte davon komme aus Europa. Als Gründe gelten niedrigere operative Hürden, ein kryptofreundliches Geschäftsumfeld und vergleichsweise klar strukturierte Lizenzverfahren.
Dubai kann sich damit zunehmend als Gegenpol zur EU positionieren. Die dortige VARA verlangt ebenfalls eine Regulierung und bietet keineswegs einen rechtsfreien Raum. Allerdings vermittelt das Emirat vielen Unternehmen den Eindruck, Innovation und Wachstum stärker fördern zu wollen. Der Fall Binance verdeutlicht den Druck: Nachdem die Börse ihren MiCA-Antrag in Griechenland zurückzog, musste sie ihr Angebot für EU-Kunden einschränken und nach einer neuen regulatorischen Lösung suchen.
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