Ripple: IPO-Pläne und 50-Milliarden-Dollar-Bewertung im Fokus

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Ripple-CEO Brad Garlinghouse schlug beim Wyoming Blockchain Symposium auffallend sanftere Töne bezüglich der IPO-Aussichten des Unternehmens an, während Ripple gleichzeitig einen Aktienrückkauf im Wert von 750 Millionen US-Dollar durchführt, der die Bewertung auf dem Privatmarkt auf 50 Milliarden US-Dollar festsetzt.

Diese Kombination ist aufschlussreich: Eine freundlichere Rhetorik in Bezug auf einen Börsengang, gepaart mit einem erneuten Vertrauensbeweis für den Verbleib in privater Hand, deutet eher auf den Erhalt strategischer Optionen als auf einen grundlegenden Kurswechsel hin.

  • Aktienrückkauf: Ripple kauft bis Ende April Anteile im Wert von bis zu 750 Millionen US-Dollar von Investoren und Mitarbeitern zurück.
  • Bewertung: Der Rückkauf bewertet Ripple mit 50 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 25 % gegenüber der im November 2025 festgelegten Marke von 40 Milliarden US-Dollar entspricht.
  • CEO-Kommentare: Laut einem Bericht von Finbold über seine Äußerungen in Wyoming erklärte Garlinghouse, dass Ripple lange Zeit gerne privat war, der IPO-Frage nun jedoch neutraler gegenüberstehe.
  • Kein Antrag: Bisher hat Ripple weder ein S-1-Formular eingereicht, noch eine Entscheidung über eine Börsennotierung bekannt gegeben oder einen Zeitplan genannt.

Warum Ripple weiterhin Aktien zurückkauft, statt an die Börse zu gehen

Das aktuelle 750-Millionen-Dollar-Angebot, über das zuerst Bloomberg berichtete, folgt auf einen früheren Rückkaufversuch in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar bei einer Bewertung von 40 Milliarden US-Dollar, der auf überraschend geringe Resonanz stieß. Damals waren die Mitarbeiter angesichts des boomenden Kryptomarktes wenig geneigt, ihre Anteile zu veräußern. Diese Kalkulation hat sich nun gedreht: Nach einer deutlichen Marktkorrektur scheinen die Aktionäre nun eher bereit zu sein, Kasse zu machen.

Der Rückkauf erfolgt zudem nach einem Jahr mit hohen Kapitalinvestitionen, darunter die Übernahme von Hidden Road, mit der Ripple seine Präsenz weit über das ursprüngliche Zahlungsgeschäft hinaus ausbaut. Im November 2025 sammelte das Unternehmen 500 Millionen US-Dollar von Citadel Securities bei der besagten Bewertung von 40 Milliarden US-Dollar ein. Genau dieses Kapital gibt Ripple den Spielraum, Wachstum zu finanzieren, ohne auf öffentliche Märkte angewiesen zu sein.

Ripple gehört mittlerweile zu den zehn wertvollsten Privatunternehmen weltweit, in einer Riege mit SpaceX und OpenAI. In dieser Größenordnung ist ein IPO eher eine Branding-Entscheidung als eine finanzielle Notwendigkeit.

Ripple-Präsidentin Monica Long äußerte sich bisher am deutlichsten zu diesem Thema, und ihre Position lässt wenig Raum für Spekulationen über kurzfristige Pläne.

Der Wandel des CEO: Von „Nein“ zu „Neutral“

Die Äußerungen von Garlinghouse beim Wyoming Blockchain Symposium beschreiben ein Unternehmen, das jahrelang gerne privat war, nun aber einer Börsennotierung offener gegenübersteht als früher. Ripple hat noch keine Unterlagen bei der SEC eingereicht. Die jahrelange regulatorische Unsicherheit, die Pläne für ein öffentliches Listing einst verhinderte, hat sich erst kürzlich so weit geklärt, dass das Thema wieder zwanglos diskutiert werden kann.

Ripple-CEO Brad Garlinghouse spricht bei einer Branchenveranstaltung.

Ripple bleibt zudem einer der größten Einzelbesitzer von XRP, wobei etwa 34 Milliarden Token im Treuhandkonto (Escrow) liegen. Dies ist eine Position im Wert von zig Milliarden Dollar, die direkt in jedes zukünftige öffentliche Bewertungsmodell einfließen würde.

Diese Überschneidung zwischen der Bilanz von Ripple und dem zirkulierenden Angebot von XRP ist genau der Grund, warum jedes konkrete Signal für einen IPO – und nicht nur rhetorische Nuancen – die Märkte weit über die eigene Kapitalstruktur des Unternehmens hinaus bewegen würde.

Das Übernahmeangebot läuft bis Ende April. Die Beteiligungsquote im Vergleich zum eher enttäuschenden 1-Milliarde-Dollar-Versuch wird der erste wichtige Datenpunkt sein. Eine hohe Beteiligung bei gleichzeitig fortgesetzten privaten Finanzierungsrunden würde die These stützen, dass Ripple auf unbestimmte Zeit privat bleibt; ein Stocken, gepaart mit offiziellen Signalen für einen Börsenantrag, wäre hingegen der eigentliche Auslöser für eine Neubewertung der IPO-Wahrscheinlichkeit.

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