Hyperliquid-Trades im Visier: Zwei Robinhood-Ingenieure angeklagt

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Die US-Staatsanwaltschaft hat zwei Robinhood-Ingenieure, Hefu Chai (36) und Huaisong Xiang (30), wegen Rohstoff- und Überweisungsbetrugs angeklagt. Der Vorwurf: Beide sollen mit Kenntnissen über bevorstehende Token-Listings auf der dezentralen Derivateplattform Hyperliquid mit Perpetual Futures gehandelt haben, bevor Robinhood die entsprechenden Notierungen öffentlich ankündigte.

Anklage wegen mutmaßlicher Trades vor Token-Listings

Laut Anklageschrift arbeiteten Chai und Xiang als Ingenieure bei Robinhood und hatten dadurch Zugang zu nicht öffentlichen Daten darüber, welche Kryptowährungen die Plattform Robinhood Crypto künftig listen wollte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, zwischen 2025 und 2026 wiederholt Hyperliquid-Perpetual-Positionen zu bestimmten Token eröffnet zu haben, noch bevor Robinhood diese offiziell ankündigte.

Beide sollen durch diese Trades jeweils mehr als 50.000 US-Dollar Gewinn erzielt haben. Perpetual Futures erlauben es Anlegern, auf den Preis eines Vermögenswerts zu spekulieren, ohne diesen zu besitzen – anders als klassische Futures haben sie kein Verfallsdatum. Beiden Ingenieuren drohen laut Anklage bis zu zehn Jahre Haft wegen Verstoßes gegen den Commodity Exchange Act sowie bis zu zwanzig Jahre wegen Betrugs mittels elektronischer Kommunikation. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich bewiesen, für Chai und Xiang gilt die Unschuldsvermutung.

Vom Coinbase-Fall zum Derivatehandel auf Hyperliquid

Der Fall erinnert an die erste Anklage wegen Insiderhandels mit Kryptowährungen in den USA. 2022 wurde der ehemalige Coinbase-Produktmanager Ishan Wahi angeklagt, weil er seinen Bruder und einen Freund über bevorstehende Listings informiert hatte. Die beiden konnten dadurch vor der offiziellen Ankündigung von mindestens 25 Kryptowährungen handeln und einen Gewinn von 1,5 Millionen US-Dollar erzielen; Wahi wurde am 9. Mai 2023 zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Handelsmethode: Wahi kaufte Token direkt, während Chai und Xiang auf gehebelte Derivate auf Hyperliquid setzten. Laut DefiLlama verzeichnete Hyperliquid 2025 ein Perpetual-Volumen von 2,76 Billionen US-Dollar – mehr als das Vierfache des Vorjahres. Im August 2026 lag das monatliche Clearingvolumen weiterhin bei rund 220 Milliarden US-Dollar, womit die Plattform der zentrale On-Chain-Handelsplatz für Perpetual Futures bleibt. Regulatorische Rahmenbedingungen für solche dezentralen Derivatemärkte werden derzeit auch im Zusammenhang mit dem Clarity Act diskutiert.

Staatsanwaltschaft betont Reichweite der Regeln

Die zuständige US-Staatsanwaltschaft stellte bei Bekanntgabe des Falls klar, dass der Einsatz von Derivaten mutmaßlichen Insiderhandel nicht außerhalb der Reichweite geltender Gesetze stellt. Unternehmensinsider könnten Wertpapier- und Rohstoffgesetze demnach nicht umgehen, indem sie mit Instrumenten wie ewigen Futures auf Basis unrechtmäßig erlangter Informationen handeln.

Robinhood selbst wird kein Fehlverhalten vorgeworfen. Die Insiderhandelsrichtlinie des Unternehmens behandelt geplante Börsennotierungen als potenziell wesentliche Information und untersagt den Handel mit entsprechenden Finanzinstrumenten auf Basis solcher nicht öffentlichen Daten.

Mehr Überwachung über Plattformgrenzen hinweg

Die unmittelbaren Marktfolgen dürften eher in höheren Compliance-Kosten liegen als in einem breiten Krypto-Ausverkauf. Börsen und Broker haben ein Interesse daran, den Mitarbeiterzugriff auf Listing-Daten einzuschränken, verwandte Derivate zu überwachen und den Informationsaustausch zwischen Plattformen zu verbessern – reine Kontrolle von Spotkäufen auf der eigenen Plattform reicht nicht mehr aus, sobald Insiderwissen für Derivate an externen Börsen nutzbar wird.

Dass Listing-Vorteile messbar sind, zeigt eine Studie von Te Bao, Lin William Cong und Mengzhong Ma aus dem Jahr 2026: Notierungen an Top-Börsen erzielten kumulierte Überrenditen von 7,2 Prozent, Börsen niedrigerer Kategorie nur 0,1 Prozent. Laut Solidus Labs fand Insiderhandel an dezentralen Börsen in rund 56 Prozent aller untersuchten ERC-20-Listings statt, das eigene HALO-System identifizierte über 100 verdächtige Personen in mehr als 400 Handelsvorgängen. Der wachsende Markt für tokenisierte Assets, wie er etwa bei neuen tokenisierten Produkten sichtbar wird, dürfte den Druck auf Listing-Prozesse und deren Absicherung weiter erhöhen.

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