Polygon Crypto aktiviert Giugliano-Hardfork zur Verbesserung der Transaktionsfinalität

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Polygon Crypto hat den Giugliano-Hardfork am 8. April bei Block 85.268.500 im Mainnet aktiviert. Das Upgrade ermöglicht eine Reduzierung der Transaktionsfinalität um 2 Sekunden durch einen Mechanismus, der es Block-Producern erlaubt, Blöcke früher in der Bestätigungspipeline anzukündigen. Die Polygon Foundation bestätigte, dass das Upgrade gegen 14:00 Uhr UTC live ging – planmäßig und ohne gemeldete Störungen.

Diese Kürzung um 2 Sekunden ist nicht nur kosmetischer Natur. Für Zahlungsanwendungen und Plattformen für Real-World Assets, die auf Polygon PoS laufen, verringert eine schnellere Finalität direkt das Abwicklungsrisiko und reduziert die Bestätigungslatenz, die das Krypto-Nutzererlebnis noch von traditioneller Finanzinfrastruktur trennt.

Wichtige Fakten:
  • Was es ist: Der Giugliano-Hardfork (PIP-83) ist ein Upgrade für das Polygon PoS Mainnet, das bei Block 85.268.500 aktiviert wurde und auf eine schnellere Transaktionsfinalität sowie eine aktualisierte Gebühreninfrastruktur abzielt.
  • Die technische Änderung: Block-Producer können Blöcke nun früher im Zyklus ankündigen, was die Finalität um 2 Sekunden verkürzt – ein Wert, der vor dem Mainnet-Deployment im Amoy-Testnet validiert wurde.
  • Gebühreninfrastruktur: Gebührenparameter sind nun direkt in die Block-Header eingebettet, zusammen mit neuen RPC-Endpunkten für Gebührendaten – eine strukturelle Änderung für Wallets und Entwickler-Tools.
  • Node-Anforderungen: Alle Node-Betreiber müssen Bor v2.7.0 oder Erigon v3.5.0 oder höher ausführen; Nodes mit älteren Versionen verlieren beim Aktivierungsblock den Konsens.
  • Worauf zu achten ist: Die realen Finalitätsmetriken nach der Aktivierung werden zeigen, ob der im Testnet erzielte Gewinn von 2 Sekunden auch im Mainnet-Maßstab Bestand hat – und ob Polygon die UX-Lücke zu schnelleren L2-Wettbewerbern schließt.

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Was Giugliano für Polygon Crypto tatsächlich ändert – und warum der Finalitätsmechanismus wichtig ist

Die Kernänderung in Giugliano ist architektonischer Natur: Block-Producer auf Polygon PoS können die Blockverfügbarkeit nun früher im Slot-Zyklus signalisieren. Dies reduziert die Zeit, die Validatoren warten müssen, bevor sie einen Block als bestätigt betrachten. Im Amoy-Testnet führte dies zu einer Verbesserung der Finalität um 2 Sekunden – ein messbarer Unterschied und kein Rundungsfehler, wenn das grundlegende Bestätigungszeitfenster bereits in Sekunden gemessen wird.

Das Upgrade bettet zudem Gebührenparameter direkt in die Block-Header ein und führt neue RPC-Unterstützung für Gebührendaten ein.

Diese Unterscheidung ist für Entwickler von Bedeutung: Wallets und dApps können Gebührenkonditionen nun direkt aus den Blockdaten abfragen, anstatt sie mühsam über separate API-Aufrufe zu rekonstruieren. Dies vereinfacht die Logik zur Gas-Schätzung und reduziert die Fehleranfälligkeit bei Gebührenberechnungen auf der Anwendungsebene.

Giugliano ist kein Durchsatz-Upgrade, sondern ein Upgrade für Latenz und Infrastruktur. Die Gigagas-Roadmap, die 100.000 TPS anstrebt, bleibt ein separates und langfristiges Projekt. Was Giugliano liefert, ist ein engerer Bestätigungszyklus und sauberere Datenpipelines für Gebühren – grundlegende technische Voraussetzungen, auf denen die Gigagas-Skalierung aufbauen wird.

Das Upgrade hat zudem eine spezifische Vorgeschichte. Giugliano führt PIP-66 offiziell wieder ein – eine Reihe von Änderungen, die bereits im früheren Bhilai-Hardfork (PIP-63) enthalten waren, aber nach unvorhergesehenen Netzwerkproblemen beim Deployment rückgängig gemacht wurden.

Der Testlauf im Amoy-Testnet am 23. März bei Block 35.573.500 diente als letzte Validierung vor dem Mainnet-Start. Die reibungslose Aktivierung am Mittwoch deutet darauf hin, dass die früheren Probleme gelöst wurden.

Im Vergleich zur breiteren L2-Landschaft ist der Fortschritt, den Giugliano erzielt, real, aber kontextabhängig. Optimistische Rollups wie Arbitrum und Optimism haben 7-Tage-Challenge-Windows, die jede PoS-Finalitätsmetrik in den Schatten stellen. ZK-basierte Rollups erreichen eine nahezu sofortige kryptografische Finalität, jedoch bei höheren Beweiskosten.

Polygon PoS gehört zu einer anderen Architekturkategorie – einer Sidechain mit eigenem Validator-Set. Giugliano verbessert dessen native Finalität, ohne diese grundlegenden Trade-offs zu verändern.

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