Nasdaq hebt Payward-Bewertung auf 21 Milliarden Dollar
Nasdaq Ventures investiert 100 Millionen Dollar in Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, und bewertet das Unternehmen damit auf 21 Milliarden Dollar. Die Beteiligung erweitert eine bestehende technische Zusammenarbeit rund um tokenisierte Aktien und regulierte Marktinfrastruktur um eine finanzielle Komponente.
Nasdaq beteiligt sich mit 100 Millionen Dollar an Payward
Die reportierte Bewertung von 21 Milliarden Dollar liegt leicht über dem Niveau von 20 Milliarden Dollar, das Payward bei einer 800-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde vor der vertraulichen Einreichung des IPO-Antrags erzielt hatte. Payward hatte im November 2025 einen vertraulichen S-1-Entwurf bei der US-Börsenaufsicht eingereicht, ein Börsengang gilt inzwischen frühestens für das zweite Quartal 2027 als realistisch.
Im Rahmen der erweiterten Vereinbarung soll Payward die Marktüberwachungstechnologie von Nasdaq über seine Handelsplätze für Krypto, konventionelle Aktien, tokenisierte Aktien, Futures und Optionen einsetzen. Parallel dazu arbeiten beide Unternehmen auf einen Start der Nasdaq Equity Tokens (NETs) im zweiten Quartal 2027 hin – eine Verengung gegenüber der ursprünglichen Zielsetzung für die erste Jahreshälfte 2027. Die Struktur der Transaktion erinnert an andere strategische Investitionen etablierter Finanzunternehmen in Krypto-Infrastruktur, bei denen Kapitalbeteiligung und Technologiepartnerschaft miteinander verknüpft werden.
Vom xStocks-Ökosystem zu Nasdaq Equity Tokens
Die Zusammenarbeit begann im März mit dem Ziel, ein Gateway zwischen regulierter Aktienmarktinfrastruktur und Blockchain-Netzwerken zu schaffen. Tokenisierte Aktien sollen sich demnach zwischen zugelassenen Finanzmärkten und unterstützten Blockchain-Netzwerken in berechtigten Jurisdiktionen bewegen können, während die Rechte der zugrunde liegenden Wertpapiere erhalten bleiben.
Nasdaq verfolgt dabei einen issuer-zentrierten Ansatz: Emittentenkontrolle, Governance-Rechte und bestehende Marktschutzmechanismen sollen auch bei einer Blockchain-Repräsentation der Anteile bestehen bleiben. Paywards xStocks-Framework liefert die technische Blockchain-Komponente dafür – bei der Ankündigung der Partnerschaft im März hatte die Plattform bereits mehr als 25 Milliarden Dollar Transaktionsvolumen verzeichnet, davon über 4 Milliarden Dollar Onchain-Volumen, sowie mehr als 85.000 eindeutige Halter. Inzwischen hat xStocks laut Payward die Marke von 500 tokenisierten Assets und 37 Milliarden Dollar Transaktionsvolumen überschritten, unter anderem durch die im Juli angekündigte Expansion über US-Aktien hinaus, wie auch bei anderen Ansätzen zu sehen ist, mit denen klassische Handelsplattformen ihre eigene Blockchain-Infrastruktur ausbauen.
Nasdaq und Payward begründen die nächste Phase
Nasdaq-Präsident Tal Cohen ordnet die vertiefte Partnerschaft als Beitrag zu einer stärker vernetzten Finanzinfrastruktur ein, die Vertrauen, Transparenz und Integrität der Kapitalbildung bewahren soll. Payward-Co-CEO Arjun Sethi begründet die geplante Onchain-Abwicklung mit den strukturellen Ineffizienzen im klassischen Clearing: Nach seiner Darstellung laufen täglich mehr als 2 Billionen Dollar an Aktienhandel durch das US-Clearingsystem, wobei sich Käufe und Verkäufe um rund 98 Prozent aufrechnen.
Clearinghäuser müssen laut Sethi dennoch zwischen 10 und 20 Milliarden Dollar an Sicherheiten halten, während Trades auf ihre Abwicklung warten. Die Umstellung von zweitägigem auf eintägiges Settlement habe 2024 bereits drei Milliarden Dollar freigesetzt – ein Effekt, den eine durchgehend geöffnete Onchain-Infrastruktur nach Sethis Einschätzung weiter verstärken könnte.
Was der Deal für tokenisierte Märkte bedeutet
Die Beteiligung verbindet Nasdaq-Kapital mit einer Technologiekooperation, die bereits über den reinen Aktienbezug hinausgeht. Payward hat sein Geschäft 2026 gezielt jenseits des Spot-Kryptohandels erweitert, unter anderem durch die abgeschlossene Übernahme von Bitnomial für bis zu 550 Millionen Dollar in Cash und Aktien, die dem Unternehmen Zugang zu regulierter US-Derivateinfrastruktur samt eigener Clearing-Registrierung verschafft.
Die nächste Phase der Zusammenarbeit soll sich laut den Unternehmen auf globale Distribution, Handel und Post-Trade-Systeme für die Nasdaq Equity Tokens konzentrieren, mit Zieltermin zweites Quartal 2027. Ob und wie stark sich das auf Handelsvolumina oder die Nachfrage nach tokenisierten Aktien auswirkt, lässt sich aus den vorliegenden Angaben noch nicht ableiten – belegt ist bislang der Ausbau der Infrastruktur, nicht deren Marktwirkung.