Morgan Stanley bringt Staking in SEC-registrierte ETH- und SOL-ETFs

Morgan Stanley steht kurz davor, mit zwei weiteren Spot-ETFs in den Kryptomarkt einzusteigen: Die S-1-Filings für einen Ethereum-ETF unter dem Ticker METH und einen Solana-ETF unter dem Ticker MSOL befinden sich nach jüngsten Amendments in der finalen Prüfphase der US-Wertpapieraufsicht SEC. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas wertet die jüngsten Überarbeitungen als starkes Signal dafür, dass die Produkte kurz vor der Freigabe stehen.
0,14 % Gebühr, Staking inklusive
Beide Trusts sind mit einer jährlichen Sponsor-Gebühr von 0,14 Prozent auf den Nettoinventarwert strukturiert – die Gebühr wird täglich anteilig abgegrenzt. Was die Produkte von bestehenden Krypto-ETFs abhebt: Die Filings sehen explizit integriertes Staking vor. Ein Teil der gehaltenen ETH und SOL soll an zugelassene Validatoren delegiert werden, um On-Chain-Renditen zu erzielen, die die Betriebskosten des Trusts mindern sollen. Als Staking-Dienstleister werden in den Unterlagen Coinbase, Figment und Blockdaemon genannt, die bis zu fünf Prozent der Staking-Erträge erhalten.
Damit bringt Morgan Stanley erstmals Staking-Mechanik in ein SEC-registriertes Produkt – ein struktureller Schritt, der bislang regulatorisch als zu komplex galt. Genau hier liegt die eigentliche Signalwirkung: nicht der Ticker, sondern die Tatsache, dass die SEC diesen Ansatz offenbar nicht grundsätzlich blockiert.
Filing-Status und regulatorischer Fahrplan
Die jüngsten Überarbeitungen vom Juni 2026 sind jeweils mindestens die zweite S-1-Revision für die ETH- und SOL-Produkte. Im Zulassungsverfahren nach dem US-amerikanischen Securities Act of 1933 folgt auf mehrere SEC-Kommentarrunden typischerweise eine sogenannte Effectiveness-Erklärung – die formelle Freigabe des Filings durch die SEC, nach der der Handel an einer Börse wie der NYSE Arca aufgenommen werden kann. Ein konkretes Startdatum existiert noch nicht; eine zusätzliche Exchange-Approval ist ebenfalls noch ausstehend.
Balchunas hatte dasselbe Muster bereits beim Morgan Stanley Bitcoin Trust (MBST) beschrieben: Amendment No. 4 bezeichnete er dort als wahrscheinlich letzte Revision vor der Freigabe. Der MBST wurde ebenfalls mit 0,14 Prozent Jahresgebühr positioniert – ein Niveau, das Balchunas als bewussten Schachzug im laufenden Fee War unter ETF-Emittenten einordnet.
Solana als institutionelle Assetklasse
Besonders bemerkenswert ist das SOL-Produkt. Ein Spot-ETF auf Solana von einer Tier-1-Investmentbank, kombiniert mit Staking-Integration, geht über ein rein passives Exposure hinaus und signalisiert, dass Morgan Stanley SOL als eigenständige institutionelle Assetklasse bewertet. Die parallele institutionelle Bewegung rund um Solana – von Moody’s-Ratings bis zur RWA-Integration auf dem Mainnet – verstärkt diesen Rückenwind strukturell.
Die ETH- und SOL-ETFs sind Teil einer breiteren Strategie: Morgan Stanley plant für die zweite Jahreshälfte 2026 auch eine Krypto-Custody-Bank sowie tokenisierten Aktienhandel auf dem firmeneigenen ATS (Alternative Trading System). Hinzu kommt der bereits laufende Roll-out von direktem BTC-, ETH- und SOL-Spot-Handel über E*Trade für rund 8,6 Millionen Kunden zu 0,50 Prozent pro Trade.
Im Kontext des wachsenden Altcoin-ETF-Universums markiert der bevorstehende METH/MSOL-Launch einen weiteren strukturellen Reifegrad des Marktes. Sollte die SEC die S-1s für wirksam erklären, dürfte das den Erwartungsdruck auf weitere Emittenten erhöhen, eigene Staking-integrierte Produkte nachzuziehen.
Hier weiterlesen: Neue Kryptowährungen mit Potenzial im Überblick
