Machtkampf im US-Senat: Neuer Kompromiss zu Stablecoin-Renditen stößt auf Widerstand
Der seit Monaten schwelende Konflikt zwischen der Bankenwelt und der Krypto-Industrie über die Regulierung von Stablecoins erreicht eine neue Eskalationsstufe. Senator Thom Tillis kündigte an, diese Woche einen Entwurf zu veröffentlichen, der die Sackgasse im geplanten Krypto-Marktstrukturgesetz beenden soll. Im Zentrum des Streits steht das geplante Verbot für Drittanbieter wie Krypto-Börsen, Renditen auf Stablecoins an Kunden auszuzahlen. Während das Repräsentantenhaus den sogenannten CLARITY Act bereits im Juli verabschiedet hat, blockieren sich die Lager im Senat weiterhin gegenseitig, was die gesamte Gesetzgebung unter der Trump-Administration in der Schwebe hält.
Die Sorge der Banken vor der Einlagenflucht
Der Bankensektor, vertreten durch mächtige Lobbygruppen, sieht in den attraktiven Stablecoin-Renditen eine existenzielle Bedrohung für das klassische Bankmodell. Das Hauptargument der Banker lautet: Wenn Krypto-Plattformen deutlich höhere Zinsen bieten können als herkömmliche Sparkonten, droht ein massiver Abzug von Einlagen. Besonders kleinere Gemeinschaftsbanken könnten durch eine solche Einlagenflucht ihre Liquiditätsbasis verlieren. Senator Tillis betonte gegenüber Politico, dass der neue Entwurf genau diese „legitimen Sorgen“ adressieren wolle, räumte jedoch ein, dass die Bankenvertreter den bisherigen Vorschlägen gegenüber äußerst skeptisch bleiben.
Krypto-Börsen kämpfen um ihr Geschäftsmodell
Auf der anderen Seite steht die Krypto-Industrie, für die Stablecoin-Renditen ein zentraler Pfeiler ihres Dienstleistungsangebots sind. Ein Verbot dieser Zahlungen würde die Attraktivität von US-basierten Plattformen im globalen Wettbewerb massiv schwächen. Obwohl bereits drei vom Weißen Haus vermittelte Treffen stattfanden, um einen Mittelweg zu finden, scheint das Vertrauen zwischen den Parteien gering. Die Krypto-Lobby befürchtet eine Überregulierung, die Innovationen im Keim erstickt, während Tillis darauf drängt, die „Bälle und Strikes“ in den finalen Verhandlungen nun endlich klar zu benennen.
Ein Wächterrat für die Marktstruktur
Das geplante Gesetz soll eigentlich Klarheit darüber schaffen, wie die beiden großen US-Marktaufsichtsbehörden den Sektor künftig regulieren. Senator Tillis zeigt sich zwar offen für Änderungen am aktuellen Entwurf, stellt aber klar, dass er bereit ist, beide Seiten erneut an einen Tisch zu zwingen, sollte keine Einigung zustande kommen. Es wäre das vierte Mal, dass die Regierung als Mediator zwischen den traditionellen Finanzgiganten und den neuen digitalen Herausforderern auftreten muss. Die Fortschritte bei den Anti-Umgehungs-Vorschriften werten Beobachter als positives Signal, doch die Durchsetzungsmechanismen bleiben der kritische Knackpunkt.
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