Ledn schließt Deal über 188 Mio. USD für Bitcoin-besicherte Anleihen ab – Kehrt der Krypto-Kreditmarkt von den Toten zurück?
Ledn ist soeben ein großer Wurf gelungen.
Das Unternehmen hat den Verkauf von Bitcoin-besicherten Anleihen im Wert von 188 Mio. USD abgeschlossen. Es ist das erste Mal, dass forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities) im institutionellen Stil auf der Grundlage von Krypto-Krediten für Endverbraucher strukturiert wurden.
Ein Teil des Deals umfasst Investment-Grade-Notes, die mit 335 Basispunkten über dem Referenzzinssatz verzinst werden. Damit positioniert sich das Geschäft fest im Bereich der traditionellen Finanzmärkte.
Der Deal: Ledn verkaufte Anleihen im Wert von 188 Millionen USD, die durch über 4.000 BTC besichert sind, und schlug damit eine Brücke zwischen dem Privatkundengeschäft und den Kapitalmärkten.
Das Rating: S&P Global bewertete den Großteil der Notes mit BBB- und verwies dabei auf Volatilitätsrisiken trotz einer erheblichen Überbesicherung.
Der Akteur: Das Investmentbanking-Schwergewicht Jefferies Financial Group fungierte als alleiniger Strukturierungsberater und Bookrunner.
Ist dies ein Wendepunkt für Krypto-Kredite?
Nachdem BlockFi und Celsius im Jahr 2022 kollabierten, war das Vertrauen in die Kreditvergabe mit Kryptowährungen zerstört. Institutionen zogen sich zurück. Dass Ledn nun einen Deal über 188 Mio. USD abschließt, zeigt, dass der Appetit auf regulierte, transparente Renditen zurückkehrt.
Großes Geld verlangt nach Struktur.
Staatsfonds stapeln bereits Bitcoin. Nun verpacken Firmen wie Ledn Krypto-Kredite in traditionelle Wertpapiere. Dadurch wirken Krypto-Kredite für die Wall Street wesentlich vertrauter.
Seit 2018 hat Ledn Kredite in Milliardenhöhe vergeben. Dabei positioniert sich das Unternehmen eindeutig als der besonnene Akteur, der das Chaos überlebt hat, anstatt es zu verursachen.
Die Mechanik der Anleihen im Detail
Die Anleihen sind durch 4.078,87 BTC gedeckt. Dieser Bestand war zum Zeitpunkt der Prüfung durch S&P etwa 356,9 Mio. USD wert. Auf dem Papier eine solide Sicherheit.
S&P gab dem Großteil des Deals ein BBB- Rating. Nicht schlecht, allerdings ging ihr Stresstest von einer brutalen Ausfallrate von 79 % auf dem „A“-Level aus. Trotz der Investment-Grade-Konditionen für die vorrangigen Tranchen hält die Bitcoin-Volatilität das Rating am Boden.
Jefferies leitete das Auftragsbuch (Bookrunning), was echtes Wall-Street-Gewicht in die Waagschale wirft. Strukturell ist der Deal streng konzipiert: Eine Liquiditätsreserve von 5 % und automatisierte Liquidationen, die greifen, sobald der LTV (Beleihungsauslauf) unter 81,4 % fällt.
Diese Art von Disziplin ist in der Welt der Krypto-Kredite selten.
Dennoch verschwindet die Volatilität nicht. Als Bitcoin auf 60.000 USD fiel, musste Ledn einige Kredite liquidieren, um die Puffer zu schützen. Die ursprüngliche zweifache Überbesicherung schrumpfte leicht.
Das Ganze ist strukturiert und professionell, basiert aber weiterhin auf Bitcoin.
Der Erfolg dieses Anleihenverkaufs beweist, dass die traditionelle Finanzwelt bereit ist, sich auf krypto-besicherte Produkte einzulassen, sofern die Struktur bekannten forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS) ähnelt. Es markiert eine Konvergenz von Krypto-Assets und dem traditionellen Finanzsystem.
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