Krypto News: Sell in May?

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

„Sell in May and go away“ – kaum eine Börsenweisheit ist so bekannt wie diese. Doch während sie früher an den traditionellen Märkten durchaus ihre Berechtigung hatte, stellt sich heute die Frage, ob sie im Kryptomarkt überhaupt noch gilt. Gerade bei Bitcoin zeigt sich aktuell ein deutlich differenzierteres Bild.

Nach dem starken Rücksetzer rund um den Kriegsausbruch, bei dem Bitcoin auf etwa 60.000 Dollar gefallen ist, folgte eine kräftige Erholung. Inzwischen hat der Kurs wieder den Bereich um 78.000 Dollar erreicht – ein Anstieg von rund 30 Prozent. Damit steht der Markt nun an einem entscheidenden Punkt: Handelt es sich nur um eine Zwischenrally oder um den Beginn eines nachhaltigeren Aufwärtstrends?

Technische Lage spricht für Stabilisierung

Aus charttechnischer Sicht hat sich die Situation zuletzt klar verbessert. Bitcoin bildet wieder höhere Tiefs und höhere Hochs – ein klassisches Zeichen dafür, dass sich ein neuer Aufwärtstrend etabliert. Zwar gab es ähnliche Bewegungen in der Vergangenheit, die anschließend wieder in stärkere Korrekturen übergingen, doch diesmal spielt das Umfeld eine entscheidende Rolle.

Der vorherige Einbruch war stark durch externe Faktoren wie geopolitische Spannungen geprägt. Sollte sich die Lage hier nicht weiter verschärfen, bestehen gute Chancen, dass sich der aktuelle Trend fortsetzen kann.

Fokus auf die 200-Tage-Linie

Ein zentraler Punkt bleibt die 200-Tage-Linie, die aktuell in Reichweite liegt. Dieser Indikator wird sowohl von institutionellen Investoren als auch von algorithmischen Handelssystemen stark beachtet.

Ein nachhaltiger Durchbruch über diese Marke könnte zusätzliche Dynamik in den Markt bringen. Viele Strategien basieren auf genau diesem Signal, weshalb ein solcher Move oft zu verstärkten Kapitalzuflüssen führt.

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Warum „Sell in May“ heute kaum noch greift

Die bekannte Regel, im Mai aus dem Markt auszusteigen, stammt aus einer Zeit, in der Handelsvolumen und Marktteilnehmer stark saisonabhängig waren. Im Sommer zogen sich große Investoren zurück, wodurch die Liquidität deutlich sank.

Heute ist die Situation eine völlig andere. Märkte sind global vernetzt, der Handel läuft rund um die Uhr und algorithmische Systeme sorgen für konstante Aktivität. Entsprechend hat die alte Regel in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung verloren.

Auch historische Daten zeigen, dass der Mai keineswegs ein durchgehend schwacher Monat ist – weder bei Aktien noch bei Bitcoin.

Niedrige Liquidität als Chance

Ein entscheidender Faktor im aktuellen Marktumfeld ist das vergleichsweise niedrige Handelsvolumen. Das Spotvolumen von Bitcoin befindet sich auf einem Niveau, das zuletzt im Jahr 2023 zu beobachten war.

Das hat einen wichtigen Effekt: Schon kleinere Kapitalbewegungen können größere Kursausschläge auslösen. In Phasen geringer Aktivität reichen oft einzelne Impulse, um eine neue Dynamik zu starten.

Institutionelle Nachfrage bleibt ein stabiler Faktor

Trotz der Unsicherheiten fließt weiterhin Kapital in den Markt. Besonders über Bitcoin-ETFs konnten zuletzt wieder deutliche Zuflüsse verzeichnet werden. Allein im April summierten sich diese auf mehrere Milliarden Dollar.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte das im aktuellen Umfeld schnell zu weiter steigenden Kursen führen – vor allem in Kombination mit der niedrigen Liquidität.

Makro-Faktoren bleiben entscheidend

Neben technischen Faktoren spielen auch makroökonomische Entwicklungen eine zentrale Rolle. Fortschritte bei regulatorischen Themen könnten das Vertrauen weiter stärken und neue Investoren anziehen.

Auch die Geldpolitik bleibt ein wichtiger Einflussfaktor. Veränderungen in der Kommunikation der US-Notenbank reichen oft schon aus, um die Märkte spürbar zu bewegen.

Ölpreis und geopolitische Lage als Risiko

Der größte Unsicherheitsfaktor bleibt weiterhin der hohe Ölpreis und die damit verbundene geopolitische Lage. Steigende Energiepreise treiben die Inflation an und belasten gleichzeitig die Wirtschaft.

Gleichzeitig mehren sich jedoch Hinweise darauf, dass sich die Situation im Laufe des Monats entspannen könnte. Sollte es hier zu positiven Entwicklungen kommen, könnte das einen starken Impuls für die Märkte liefern.

Ausblick: Moderate Aufwärtsbewegung wahrscheinlich

Unter dem Strich ergibt sich ein vorsichtig optimistisches Bild. Ein explosiver Ausbruch wird kurzfristig nicht zwingend erwartet, doch eine moderate Aufwärtsbewegung erscheint realistisch.

Ein Anstieg in Richtung 85.000 Dollar liegt im Bereich des Möglichen, sofern sich das Umfeld nicht weiter verschlechtert. Gleichzeitig bleibt klar: Die kommenden Wochen dürften stark von externen Faktoren geprägt sein.

Für Anleger bedeutet das vor allem eines – der Mai könnte entgegen der alten Börsenweisheit eher Chancen als Risiken bereithalten.

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