Krypto News: Rekord bei Ethereum – über 8 Bio. Dollar Stablecoin-Volumen im Q4 2026
Ethereum konnte im vergangenen Jahr aus rein kurstechnischer Sicht nicht vollständig überzeugen und fiel in 2025 zweistellig. Die fundamentale Entwicklung des Netzwerks zeichnete jedoch ein deutlich konstruktiveres Bild. Insbesondere im Bereich der realen Nutzung wurden klare Fortschritte erzielt. Als einer der wichtigsten Pfeiler des Ethereum-Ökosystems haben sich dabei Stablecoins herauskristallisiert. Sie treiben Transaktionsvolumen, Liquidität und Netzwerkauslastung maßgeblich voran und unterstreichen Ethereums Rolle als zentrale Abwicklungsschicht. Ferner wurde jetzt ein neuer Rekord bekannt – denn Ethereum wickelte zuletzt über 8 Billionen US-Dollar an Stablecoins ab.
Ethereum erreicht Rekord bei Stablecoin-Zahlungen
Das Stablecoin-Ökosystem auf Ethereum hat im vergangenen Jahr eine neue Dimension erreicht. Wie aktuelle Daten von Token Terminal zeigen, ist das Stablecoin-Transfervolumen im vierten Quartal erstmals über die Marke von 8 Billionen US-Dollar gestiegen. Damit wurde ein neues Allzeithoch erreicht und der bereits starke Aufwärtstrend der vergangenen Quartale deutlich übertroffen.
Besonders auffällig ist die Dynamik im Jahresverlauf: Während sich das Transfervolumen in den Vorquartalen bereits auf hohem Niveau bewegte, kam es im zweiten Halbjahr zu einer klaren Beschleunigung. Das Q4 sticht dabei heraus, da Ethereum nicht nur frühere Spitzenwerte übertroffen, sondern das Volumen innerhalb kurzer Zeit massiv ausgeweitet hat.
Der Rekord unterstreicht Ethereums Rolle als zentrale Abwicklungsschicht der Krypto-Industrie. Trotz wachsender Konkurrenz durch andere Netzwerke bleibt Ethereum der wichtigste Settlement-Layer für Stablecoin-Transaktionen.
Der Stablecoin-Markt hat sich zuletzt als eines der stabilsten und zugleich dynamischsten Segmente im Kryptomarkt erwiesen. Bis dato dürfte es sich um den besten Product-Market-Fit handeln, den die Branche bislang hervorgebracht hat. Daten von rwa.xyz unterstreichen diese Einschätzung deutlich: Die gesamte Marktkapitalisierung von Stablecoins liegt aktuell bei knapp 300 Milliarden US-Dollar. Anfang 2025 waren es noch etwas über 200 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von rund 50 Prozent innerhalb eines Jahres.

An der Spitze des Marktes steht weiterhin Tether mit seinem Stablecoin USDT. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 190 Milliarden US-Dollar dominiert Tether das Segment klar und bleibt der wichtigste Liquiditätsanker des Kryptomarktes.
Auch auf der Infrastrukturseite zeigt sich eine klare Führungsrolle: Ethereum ist weiterhin das zentrale Layer-1-Netzwerk für Stablecoins. Rund 170 Milliarden US-Dollar an Stablecoin-Beständen sind aktuell auf Ethereum angesiedelt, so Daten von rwa.xyz. Diese Konzentration verdeutlicht die anhaltende Dominanz des Netzwerks als globaler Settlement-Layer.
Ethereum dominiert den Stablecoin-Markt
Auch aktuelle Auswertungen von Blockworks bestätigen die starke Position von Ethereum im Stablecoin-Segment. Demnach liegt der Marktanteil von Ethereum bei rund 58,8 Prozent und damit deutlich vor allen anderen Layer-1-Netzwerken. Mehr als die Hälfte aller Stablecoin-Werte sind somit direkt auf Ethereum angesiedelt. Dies ist ein klares Signal für die strukturelle Dominanz des Netzwerks als Settlement-Layer.

Isoliert nach einzelnen Stablecoins betrachtet, bleibt Tether mit USDT unangefochten an der Spitze. Die Marktkapitalisierung von USDT ist nahezu doppelt so hoch wie die von USDC auf Rang zwei. Gleichzeitig zeigt sich bei USDT eine besonders interessante Entwicklung: In den vergangenen Monaten verzeichnete der Stablecoin auf Ethereum einen deutlichen positiven Nettoflow. Es wurden also mehr USDT neu geminted als geburnt.
Dieser Trend deutet auf steigende Nachfrage und zunehmende Nutzung hin. Dass gerade der wichtigste Stablecoin auf Ethereum wächst, wirkt bullisch.

Stablecoins werden zum digitalen Dollar: Bullische Prognosen für 2026
Für 2026 zeichnet sich im Stablecoin-Sektor weiteres Wachstum ab, so die Silicon Valley Bank. In aktuellen Prognosen wird deutlich, dass Stablecoins zunehmend als „Dollar des Internets“ verstanden werden. Gemeint sind digital tokenisierte US-Dollar, die rund um die Uhr verfügbar sind, sekundenschnell abgewickelt werden und sich programmatisch in Zahlungs- und Treasury-Systeme integrieren lassen. Gegenüber klassischen Zahlungsschienen wie ACH oder Kreditkartennetzwerken bieten sie deutlich geringere Kosten und drastisch verkürzte Settlement-Zeiten.
Ein zentraler Treiber für diese Entwicklung ist demnach die regulatorische Klarheit. Mit dem GENIUS Act in den USA sowie MiCA in der EU existieren erstmals verlässliche Rahmenwerke für fiatgedeckte Stablecoins. Dadurch steigt die Bereitschaft von Banken, Fintechs und Großunternehmen, Stablecoins produktiv einzusetzen. Unternehmen erkennen, dass bereits wenige Basispunkte geringerer Transaktionskosten bei Milliardenumsätzen erhebliche Einsparungen bedeuten.

Parallel wächst das institutionelle Angebot. Banken, Zahlungsdienstleister und Konsortien experimentieren mit eigenen Stablecoins für B2B-Zahlungen, Remittances und Kartenabwicklung. Gleichzeitig professionalisiert sich das Ökosystem über sogenannte Stablecoin-as-a-Service-Anbieter. Die Prognose für 2026 ist klar: On-Chain-Dollars verlassen die Testphase und werden Teil der globalen Finanzarchitektur.
Visa bullisch für Stablecoins
Auch Visa rechnet für 2026 mit tiefgreifenden Veränderungen im Zahlungsverkehr durch Stablecoins. Aus Sicht des Konzerns entwickeln sich fiatgedeckte Kryptowährungen von einem ehemals spekulativen Asset hin zu vertrauenswürdiger globaler Zahlungsinfrastruktur. Besonders entscheidend ist auch für Visa die neu geschaffene regulatorische Klarheit, etwa durch den US-amerikanischen GENIUS Act, die Stablecoins erstmals in einen klaren rechtlichen Rahmen einbettet.
Visa sieht starkes Wachstum vor allem in Schwellenländern mit instabilen Währungen, wo Stablecoins als digitaler Wertspeicher dienen können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf grenzüberschreitenden Zahlungen, etwa für B2B-Transfers, Auszahlungen oder Remittances, die über Stablecoins deutlich effizienter abgewickelt werden können.
Besonders spannend ist die enge Verzahnung von Stablecoins mit der bestehenden Visa-Infrastruktur. Bereits heute unterstützt Visa über 130 stablecoin-basierte Kartenprogramme in mehr als 40 Ländern, wodurch Nutzer ihre Stablecoins nahtlos im Alltag einsetzen können.
Der Krypto-Analyst Leon Waidmann blickt ebenfalls äußerst optimistisch auf den Stablecoin-Markt im Jahr 2026. Er betont, dass das aktuelle Wachstum nicht durch spekulative Hebelwirkung, sondern durch reale Nachfrage getrieben wird. Stablecoins würden zunehmend für Zahlungen, Remittances, DeFi-Anwendungen und On-Chain-Treasuries genutzt. Mit rund 308 Milliarden US-Dollar nahe am Allzeithoch sieht er eine stabile Ausgangsbasis. Für 2026 erwartet der Experte einen massiven Wachstumsschub und hält eine Marktkapitalisierung von über 800 Milliarden US-Dollar für realistisch.
Damit würden sich Stablecoins fast verdreifachen, was wohl bei Ethereum ein Rekord nach dem Nächsten bedeuten würde.
