KI-Chatbot Claude hilft Bitcoin-Nutzer dabei, fünf verschollene Bitcoin im Wert von 320.000 Dollar wiederzufinden
Ein viraler X-Post sorgt für Aufsehen: Ein Krypto-Investor hat mithilfe des KI-Chatbots Claude nach über einem Jahrzehnt wieder Zugang zu seinem lang vergessenen Bitcoin-Wallet erlangt – und das für gerade einmal 15 Dollar an KI-Rechenkosten.
Der pseudonyme X-Nutzer Cprkrn hatte ein Problem, das Millionen von Krypto-Frühnutzern kennen: ein vergessenes Passwort, ein nicht mehr zugängliches Wallet, und dahinter schlummernde Bitcoin, die seit 2015 unangetastet lagen. Konkret hatte er auf blockchain.info ein Wallet mit mehreren Passwortebenen angelegt und eines davon nach einer Änderung schlicht vergessen. Acht Wochen lang versuchte er, das Problem per Brute-Force-Angriff zu lösen – über 34 Milliarden Passwörter wurden mit dem Open-Source-Tool BTCRecover und Python getestet, weitere 3,4 Billionen mit dem Passwort-Recovery-Tool Hashcat. Ohne Erfolg.
Der entscheidende Durchbruch mit alten Collegenotizbüchern
In einem letzten Versuch sammelte Cprkrn alle alten Collegenotizbücher sowie einen damals genutzten Laptop zusammen und übergab die Daten an Claude. Der KI-Chatbot durchsuchte daraufhin zwei Macs, zwei externe Festplatten, einen Apple Notes-Export, iCloud Mail, eine Gmail-Inbox sowie X-Nachrichten – insgesamt mehr als ein Gigabyte an Daten. Auf einem alten College-Rechner entdeckte Claude dabei eine entscheidende Wallet-Backup-Datei aus dem Dezember 2019. Mithilfe eines Passworts, das aus einem Notizbuch-Mnemonic abgeleitet wurde, gelang schließlich die Entschlüsselung – und damit der Zugang zur Seed Phrase des seit Jahren ruhenden Wallets. Am 13. Mai wurden fünf Bitcoin über fünf Transaktionen von der Wallet-Adresse transferiert, was die Geschichte auf der Bitcoin-Blockchain verifizierbar macht.
Begeisterung und Skepsis in der Community
Der Post verbreitete sich viral – löste in der Krypto-Community aber auch kritische Stimmen aus. Einige argumentierten, Claude habe letztlich nur eine Dateisuche durchgeführt und nichts technisch Bahnbrechendes geleistet. Der entscheidende Hinweis auf die Backup-Datei in Kombination mit dem Notizbuch-Passwort war jedoch jener Mosaikstein, den Cprkrn allein nach acht Wochen vergeblicher Suche nicht gefunden hatte. Das Ergebnis ist jedenfalls bemerkenswert: Rund 320.000 US-Dollar in Bitcoin wiederhergestellt – für Rechenkosten von gerade einmal 15 US-Dollar. Branchenberechnungen zufolge sind zwischen 2,3 und 4 Millionen Bitcoin dauerhaft unzugänglich – rund 11 bis 19 Prozent des maximalen Gesamtangebots. Die Geschichte von Cprkrn zeigt, dass manche davon vielleicht doch noch zurückgeholt werden können.
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