Peirce-Rücktritt lässt SEC mit zwei Kommissaren zurück
SEC-Kommissarin Hester Peirce verlässt die US-Börsenaufsicht zum 2. Oktober. Damit gibt eine der profiliertesten pro-krypto Stimmen der Behörde ihr Amt auf, während die Kommission nach ihrem Abgang nur noch aus zwei aktiven Mitgliedern besteht.
Rücktritt mit Wirkung zum 2. Oktober
Peirce veröffentlichte am Freitag ein auf den 21. September datiertes Rücktrittsschreiben und bedankte sich darin bei Präsident Trump für die Möglichkeit, bei der SEC zu dienen. Sie bezeichnete ihre Amtszeit als die Ehre ihres beruflichen Lebens.

Im November wechselt sie als Associate Professor an die Regent University School of Law in Virginia. Nach ihrem Ausscheiden bleiben laut der Quelle Chairman Paul S. Atkins und Commissioner Mark T. Uyeda als einzige aktive Kommissare übrig, während die beiden Sitze, die traditionell mit Demokraten besetzt werden, unbesetzt bleiben.
Peirces Rolle in der Krypto-Regulierung
Peirce wurde 2018 von Trump in die Kommission berufen und galt seither als eine der wenigen Stimmen innerhalb der SEC, die konsequent klare Regeln für digitale Vermögenswerte statt einzelner Durchsetzungsverfahren einforderte. In der Branche wurde sie deshalb als „Crypto Mom“ bekannt.
Unter dem damaligen Vorsitzenden Gary Gensler kritisierte Peirce wiederholt den Ansatz der „regulation by enforcement“. Als Beispiel verwies sie in ihrem Schreiben auf das Vorgehen der SEC gegen das Staking-Programm von Kraken im Jahr 2023 und beschrieb den Rückgriff auf Enforcement-Maßnahmen zur Klärung offener Rechtsfragen als ineffizient und unfair gegenüber einer noch jungen Branche. Wie ihre Position etwa zu datensparsamen KYC-Verfahren mittels Zero-Knowledge-Proofs zeigt, ging es ihr dabei stets um praktikable Regulierungswege statt pauschaler Verbote.
Freiheit und Wahlmöglichkeiten als Leitgedanke
In ihrem Abschiedsschreiben stellte Peirce Freiheit und individuelle Wahlmöglichkeiten als tragendes Prinzip amerikanischer Kapitalmärkte heraus, auf dem Innovatoren und Anleger gemeinsam eine vitale Wirtschaft aufbauen könnten. Ihr Weggang markiert damit den Übergang von einer öffentlichen Policy-Rolle in die akademische Lehre, nicht das Ende eines laufenden Verfahrens oder einer bestimmten Regel.
Was die verkleinerte SEC bedeutet
Mit nur noch zwei aktiven Kommissaren verliert die SEC eine interne Stimme, die regelmäßig gegen eine reine Enforcement-Praxis gegenüber Krypto-Unternehmen argumentierte. Das Weiße Haus hat bislang keinen Ersatz für den frei werdenden Sitz benannt, während die beiden demokratischen Positionen ebenfalls vakant bleiben.
Wie sich die Behörde in laufenden Themenfeldern wie der Verwahrung von Kryptowerten oder dem Onchain-Handel mit tokenisierten Aktien künftig positioniert, lässt sich aus dem bestätigten Personalwechsel allein nicht ableiten. Belastbare Aussagen dazu setzen die nächsten konkreten Entscheidungen der verbleibenden Kommissare voraus.
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