Hyperliquid ETF: Grayscale setzt auf Anchorage statt Coinbase

Grayscale hat am 20. April seinen Antrag für einen Hyperliquid ETF aktualisiert und dabei eine Entscheidung getroffen, die weit über rein operative Logistik hinausgeht: Die Anchorage Digital Bank ersetzt Coinbase als Verwahrer für den geplanten Fonds.
Da die Coinbase Custody Trust Company als primärer Custodian für fast alle in den USA gehandelten Spot Bitcoin ETFs fungiert, ist ihre Entfernung aus diesem Dossier ein bewusstes Signal und keine routinemäßige Auswechslung. Die Kernfrage lautet nun, ob der Wechsel zu einer staatlich lizenzierten Bank die regulatorische Positionierung von Grayscale bei der SEC verbessert – insbesondere bei einem Fonds, dessen Basiswert eine Perpetual-Plattform ist, die derzeit für US-Nutzer gesperrt bleibt.
- Wechsel des Verwahrers: Anchorage Digital Bank ersetzt Coinbase im geänderten S-1-Antrag für den HYPE ETF vom 20. April 2026.
- Regulatorischer Status: Anchorage ist die erste staatlich lizenzierte Krypto-Bank in den USA mit dem Status eines „Qualified Custodian“ durch die OCC.
- Kontext der Coinbase-Dominanz: Coinbase verwahrt fast alle US-Spot-ETFs; das Fehlen hier ist strukturell höchst bemerkenswert.
- Bewertung von Anchorage: Eine Investition von Tether über 100 Millionen Dollar im Februar 2026 bewertete das Unternehmen mit 4,2 Milliarden Dollar.
- Offene Zulassungsfragen: Die Staking-Option des HYPE ETF (Ticker: GHYP) erfordert eine separate Genehmigung der SEC.
Dieser strategische Schwenk erfolgt vor dem Hintergrund eines massiven Wachstums des Hyperliquid-Ökosystems, das durch die Einführung von Prognosemärkten via HIP-4 und eine starke Integration von Real-World Assets (RWA) befeuert wurde. Da das Open Interest bei RWAs Anfang April 2026 bereits 2,3 Milliarden Dollar erreichte, steigt der Druck auf Emittenten, eine regulatorisch unangreifbare Infrastruktur zu präsentieren. Dies bedeutet für Anleger, dass der Fokus der ETF-Anbieter nun verstärkt auf Institutioneller Sicherheit liegt, um die wachsende On-Chain-Liquidität in regulierte Bahnen zu lenken. (coinmarketcap.com)
Was die Ernennung von Anchorage für die Strategie von Grayscale bedeutet
Die Anchorage Digital Bank verfügt über eine nationale Treuhandlizenz des Office of the Comptroller of the Currency (OCC). Damit ist sie die einzige krypto-native Bank in den USA mit einer Bundescharter. Dieser Status verleiht ihr die Qualifikation als „Qualified Custodian“ nach Bundesbankenrecht – ein Prädikat, das die SEC bei Verwahrungsmodellen für digitale Assets zunehmend strenger prüft.
Die Entscheidung für Anchorage signalisiert, dass Grayscale der regulatorischen Architektur Vorrang vor der Bequemlichkeit gibt, die bestehende ETF-Infrastruktur von Coinbase zu nutzen.
Während das börsennahe Modell von Coinbase die ETF-Landschaft dominiert, wirft es bei Regulatoren Fragen zu potenziellen Interessenkonflikten auf. Anchorage hingegen agiert rein als Bank und Verwahrer ohne eigene Handelsplattform für Endkunden, wodurch dieser Konfliktvektor entfällt. Grayscale hatte Anchorage bereits im August 2025 als sekundären Verwahrer für seine Bitcoin- und Ethereum-Trusts hinzugefügt; der aktuelle Schritt ist also eine Eskalation einer bestehenden Partnerschaft.
Zusätzlich zum regulatorischen Vorteil profitiert das Vertrauen in den Basiswert Hyperliquid von einer stabilen Token-Ökonomie, da jüngste Token-Freischaltungen deutlich unter den maximalen Kapazitäten blieben und das Total Value Locked (TVL) auf rund 4,8 Milliarden Dollar anstieg. Diese fundamentale Stärke des Protokolls reduziert das Risiko plötzlicher Verkaufsphasen während des laufenden Prüfungsverfahrens. Für die SEC könnte diese Kombination aus einer robusten On-Chain-Metrik und einer Banken-Verwahrung das entscheidende Argument für eine Genehmigung sein. (mexc.com)
Ausblick auf die Genehmigung: Die nächsten Schritte der SEC
Der ursprüngliche Antrag für den Hyperliquid ETF wurde am 20. März 2026 eingereicht. Wettbewerber wie Bitwise (mit einer Gebühr von 0,67 %) und 21Shares haben ebenfalls Anträge laufen. Ob die aktuelle Änderung die Prüffrist der SEC neu startet, bleibt eine entscheidende verfahrenstechnische Frage.
Das größte regulatorische Fragezeichen bleibt die Staking-Funktion des Fonds. Der Antrag stellt klar, dass Staking einer separaten Genehmigung bedarf. Somit sind die Notierung des ETFs und die Erlaubnis zur Generierung von Staking-Renditen zwei rechtlich voneinander getrennte Ereignisse.
Liquidchain: Eine Alternative im Bereich der liquiden Ökosysteme
Während etablierte Institutionen wie Grayscale um ETF-Strukturen kämpfen, entstehen auf der technologischen Ebene neue Projekte wie Liquidchain, die den Zugang zu Renditen dezentralisieren wollen. Warum dies gerade jetzt wichtig ist: Im aktuellen Marktumfeld suchen Investoren verstärkt nach Projekten, die hohe Staking-Anreize mit einer klaren Roadmap für Börsennotierungen kombinieren, bevor der breite Markt aufmerksam wird. Das Projekt befindet sich derzeit in einer aktiven Phase, in der bereits über 690.614,81 $ von Unterstützern eingesammelt wurden.
Der aktuelle Preis für den $LIQUID-Token liegt bei 0,01452 $, wobei das Ende des Vorverkaufs kurz bevorsteht. Ein besonderes Merkmal sind die beworbenen Staking-Belohnungen von bis zu 1574 %, die frühen Teilnehmern signifikante Vorteile bieten sollen. Mit einem geplanten Token Generation Event (TGE) Ende des dritten Quartals 2026 und einer anschließenden Strategie für Dezentrale Börsen (DEX) wie Uniswap zielt Liquidchain darauf ab, die Liquidität im Ökosystem nachhaltig zu sichern. Die Sicherheit wird dabei durch Audits von Firmen wie Certik und Spywolf unterstrichen, was in der volatilen Phase vor den ersten CEX-Listings Ende 2026 Vertrauen schaffen soll.
