Grayscale deckt auf: Warum NEAR plötzlich zu den stärksten Altcoins gehört

Der NEAR-Token gehörte im Mai zu den größten Gewinnern am Kryptomarkt. Laut einem aktuellen Bericht von Grayscale Research legte der Coin im vergangenen Monat um rund 115 Prozent zu und war damit das stärkste Asset innerhalb des firmeneigenen Crypto-Sectors-Frameworks.
Doch was steckt hinter der überraschenden Rally? Aus Sicht von Grayscale lautet die Antwort vor allem: Künstliche Intelligenz und Datenschutz.
Die Blockchain, die bereits seit 2020 existiert, gewinnt derzeit offenbar neues Momentum – nicht nur durch den KI-Trend, sondern auch durch fundamentale Veränderungen bei Produktentwicklung und Tokenomics.
NEAR setzt auf KI-Agenten und vereinfachte Blockchain-Nutzung
Ein zentraler Wachstumstreiber ist laut Grayscale das Produkt Near Intents.
Die Technologie funktioniert vereinfacht gesagt wie eine Art KI-Agent für Blockchain-Transaktionen. Nutzer müssen dabei nicht mehr selbst entscheiden, wie eine bestimmte Transaktion technisch ausgeführt wird. Stattdessen formulieren sie lediglich ihre gewünschte Aktion beziehungsweise ihre „Intent“.
Die Infrastruktur im NEAR-Ökosystem übernimmt anschließend automatisch die technische Umsetzung.
Genau diese Vereinfachung scheint am Markt gut anzukommen. Laut den veröffentlichten Daten hat Near Intents seit dem Start im ersten Quartal 2025 bereits mehr als 25 Millionen Swaps verarbeitet – bei einem Gesamtvolumen von nahezu 20 Milliarden Dollar.
Für Grayscale könnte dies ein wichtiger Hinweis auf echten Product-Market-Fit sein – also darauf, dass das Produkt ein reales Nutzerproblem adressiert und aktiv genutzt wird. Doch NEAR will noch weitergehen.
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Private KI-Infrastruktur könnte zum nächsten Wachstumstreiber werden
Ein weiterer Schwerpunkt der Plattform liegt auf der Verbindung von Künstlicher Intelligenz und Datenschutz.
Mit IronClaw entwickelt NEAR laut Grayscale eine Infrastruktur für KI-Agenten, die speziell auf vertrauliche Unternehmensanwendungen ausgelegt ist.
Die Idee dahinter: KI-Agenten sollen künftig immer stärker in reale Geschäftsprozesse integriert werden. Dafür benötigen Unternehmen allerdings Systeme, die sensible Daten, Zugangsdaten und Nutzeraktivitäten schützen.
IronClaw setzt genau an dieser Stelle an und kombiniert KI-Agenten mit sogenannter confidential inference infrastructure. Dadurch sollen Aufgaben automatisiert ausgeführt werden können, ohne dass dabei vertrauliche Informationen öffentlich sichtbar werden.
Für viele Beobachter könnte genau dieses Spannungsfeld zwischen AI, Datenschutz und Blockchain in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen.
Grayscale sieht NEAR deshalb als potenziellen Infrastrukturspieler für das entstehende Feld des sogenannten „Agentic Commerce“ – einer Zukunft, in der KI-Agenten wirtschaftliche Transaktionen zunehmend eigenständig koordinieren.
Verbesserte Tokenomics stärken die Investment-Story
Neben Technologie und KI-Narrativ verweist Grayscale auch auf fundamentale Änderungen beim NEAR-Tokenmodell.
Die Near-Community entschied bereits im Oktober 2025, die jährliche Inflation des Netzwerks deutlich zu senken – von zuvor 5 Prozent auf 2,5 Prozent.
Wenige Monate später folgte zudem eine Anpassung des Revenue-Modells. Seit Februar 2026 werden laufende Ausschüttungen direkt in NEAR-Token denominiert.
Diese Änderungen verbessern laut Grayscale das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage und könnten langfristig zusätzlichen Druck von der Angebotsseite nehmen.
Für Investoren ergibt sich daraus eine Kombination aus mehreren Narrativen: wachsendes KI-Interesse, praktische Blockchain-Anwendungen, stärkere Privacy-Funktionen und verbesserte Tokenomics.
Ob die starke Mai-Performance nachhaltig fortgesetzt werden kann, bleibt offen. Der aktuelle Bericht von Grayscale macht jedoch deutlich, dass der Markt NEAR offenbar zunehmend nicht mehr nur als klassische Layer-1-Blockchain betrachtet, sondern als potenziellen Baustein für die nächste Generation KI-gestützter digitaler Wirtschaft.
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