Ethereum startet Distribution-Phase: Jetzt kaufen?

Ethereum stagniert derzeit im Bereich von rund 1.800 US-Dollar und kommt trotz einer leichten Erholung von den jüngsten Verlaufstiefs kaum in Schwung. Der Abstand zum Allzeithoch bleibt mit rund 70 Prozent enorm, während der übergeordnete Bärenmarkt weiterhin intakt wirkt. Zwar versuchen Käufer immer wieder, kurzfristige Gegenbewegungen zu etablieren, doch bislang fehlt die klare Bestätigung durch starke Nachfrage.
Genau deshalb rücken On-Chain-Daten nun stärker in den Fokus. Denn eine neue Analyse deutet darauf hin, dass Ethereum in eine sensible Marktphase eintreten könnte. Ob daraus eine Kaufchance oder weiterer Druck entsteht, hängt jetzt stark vom Verhalten großer Marktteilnehmer ab.
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Ethereum vor Distribution-Phase: Was die Binance-Daten jetzt zeigen
Die aktuelle Analyse von CryptoQuant beschreibt Ethereum als Markt, der möglicherweise in eine sogenannte Distribution-Phase eintritt. Damit ist eine Phase gemeint, in der vorhandene Bestände stärker in den Markt zurückfließen. Konkret geht es hier um die ETH-Reserven auf Binance. Seit Ende Juni sollen diese von rund 3,64 Millionen ETH auf etwa 3,87 Millionen ETH gestiegen sein. Das entspricht einem Plus von ungefähr 221.000 ETH beziehungsweise 6,1 Prozent. Steigende Exchange-Reserven werden häufig kritisch interpretiert, weil Coins auf Börsen grundsätzlich schneller verkauft werden können als Bestände in Cold Wallets oder langfristigen Verwahrlösungen.
Allein wäre dieser Anstieg noch kein eindeutiges Verkaufssignal. Entscheidend ist jedoch die zweite Metrik: die durchschnittliche Ordergröße auf Binance. Laut Analyse ist diese zuletzt in den Bereich „Whale Left“ gefallen. Das bedeutet, dass große Marktteilnehmer weniger dominant auftreten. Vereinfacht gesagt: Während mehr ETH auf Binance verfügbar wird, zeigen die Daten zugleich keine starke Rückkehr großer Käufer, die dieses zusätzliche Angebot sichtbar absorbieren.
Genau daraus entsteht die Sorge vor einer schwächeren Marktstruktur. Ethereum muss deshalb nicht zwangsläufig weiter fallen. Doch die jüngste Erholung wirkt weniger stabil, wenn sie nicht von Walen oder institutionell größeren Akteuren bestätigt wird. Für ein gesünderes Setup müssten die Binance-Reserven wieder stagnieren oder sinken. Gleichzeitig wäre eine Rückkehr größerer Orders wichtig. Dann würde sich zeigen, dass Nachfrage vorhanden ist, um das zusätzliche Angebot aufzunehmen. Bis dahin bleibt die Erholung eher fragil und anfällig für neue Volatilität.
Ethereum-Akkumulation: Retail und große Holder kaufen wieder zu
Während die CryptoQuant-Daten eher auf eine fragile Marktstruktur und mögliche Distribution über Binance hindeuten, liefert Santiment ein deutlich konstruktiveres Gegengewicht. Denn hier steht nicht die Börsenreserve im Fokus, sondern die Verteilung des ETH-Angebots zwischen verschiedenen Wallet-Gruppen. Laut Santiment haben in den vergangenen 30 Tagen sowohl sehr kleine Wallets als auch wichtige größere Holder ihren Anteil am Ethereum-Angebot ausgebaut. Besonders kleine Retail-Wallets mit weniger als 0,01 ETH erhöhten ihren gehaltenen Supply-Anteil um 1,82 Prozent. Gleichzeitig legten auch Wallets mit 100 bis 100.000 ETH um 1,73 Prozent zu.
Das ist bemerkenswert, weil damit beide Enden des Marktes wieder mehr Exposure aufbauen. Einerseits kaufen Kleinanleger offenbar wieder vorsichtig Ethereum nach. Andererseits zeigen auch größere Stakeholder, also vermögende Marktteilnehmer oder institutionell geprägte Adressen, wieder mehr Interesse. Wenn beide Gruppen akkumulieren, spricht dies tendenziell für ein stabileres Fundament der jüngsten Erholung über 1.800 US-Dollar.
Spannend ist dabei vor allem die Frage, wer dann verkauft. Wenn kleine Wallets und große Holder gleichzeitig ihren Anteil erhöhen, dürfte der Verkaufsdruck eher aus der mittleren Gruppe kommen. Dazu zählen etwa Swing-Trader, kurzfristige Marktteilnehmer, Liquiditätsanbieter oder weniger überzeugte Halter, die die Erholung zum Ausstieg nutzen.
Für Ethereum ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Die steigenden Binance-Reserven mahnen zur Vorsicht, doch die Supply-Distribution zeigt gleichzeitig, dass wichtige Marktgruppen wieder akkumulieren.
Eine echte Trendwende ist daraus noch nicht bestätigt. Aber Ethereum bekommt damit zumindest eine stärkere Grundlage, sofern die Nachfrage anhält und die Marke von 1.800 US-Dollar nachhaltig verteidigt wird.
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