BlackRocks Rick Rieder: Bitcoin wird deutlich höher steigen

Bitcoin bewegt sich nach einer Phase erhöhter Volatilität weiterhin in einem übergeordnet konstruktiven Umfeld – und erhält nun erneut Rückenwind aus einer der gewichtigsten institutionellen Adressen der Welt. Rick Rieder, Chief Investment Officer für Anleihen bei BlackRock, dem größten Vermögensverwalter der Welt mit rund zehn Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen, bekräftigt seine langfristig bullische These zu Bitcoin. Rieder beschreibt Bitcoin als Asset mit ausgeprägter „Upside Convexity” – also asymmetrischem Aufwärtspotenzial – und argumentiert, der Kurs werde langfristig deutlich höher notieren.
Genau dieser Punkt ist relevant, weil Rieder keine isolierte Stimme aus dem Krypto-Ökosystem ist. Sein Urteil wird vom Markt als institutionelles Signal gewertet, nicht als Spekulantenthese. BlackRock hat mit dem iShares Bitcoin Trust (IBIT) – einem in den USA zugelassenen Spot-Bitcoin-ETF – bereits konkrete Marktposition aufgebaut. IBIT ist innerhalb weniger Monate zum führenden Vehikel für institutionellen und privaten Bitcoin-Zugang in den USA geworden.
Konsistente These seit 2020 – kein neuer Kursschwenk
Rieders aktuelle Positionierung ist keine kurzfristige Reaktion auf Preisbewegungen, sondern die Fortsetzung einer konsistenten Linie. Bereits Ende 2020 erklärte er in einem CNBC-Interview, Bitcoin sei „here to stay” und könne Gold „zu einem erheblichen Teil” ersetzen – ein ungewöhnlich klares Statement für einen Fixed-Income-CIO eines traditionellen Asset Managers. Damals verwies er auf die strukturell steigende Nachfrage jüngerer Investorengenerationen als treibenden Faktor.
In den folgenden Jahren beschrieb Rieder Bitcoin wiederholt als „durable” – dauerhaft – und nannte drei Risiken, die seiner Einschätzung nach mit der Zeit überwunden werden: Volatilität, regulatorische Unsicherheit und Bedenken gegenüber Fiat-Währungen. Gegenüber dem Wall Street Journal bestätigte er Anfang 2024, dass BlackRocks Strategien aktuell nur eine minimale Bitcoin-Position halten, die Allokation jedoch wachsen könne, wenn sich das Marktumfeld und die öffentliche Wahrnehmung weiterentwickeln. Genau dieses Signal ist strukturell bedeutsam: Nicht die heutige Allokation bewegt Kurse, sondern das angekündigte Potenzial künftiger Flows.
Volatilität ändert die These nicht – Rieder bleibt konstruktiv
Bemerkenswert ist Rieders Haltung zu Drawdown-Phasen. Als Bitcoin mehr als 45 Prozent unter seinem damaligen Allzeithoch notierte, betonte er, dass kurzfristige Volatilität seine übergeordnete Einschätzung nicht verändere. Sein Team halte eine moderate BTC-Exposure, ergänzt durch Positionen in Technologieaktien, Teilen des Kreditmarkts und Schwellenländeranleihen. Für institutionelle Beobachter ist das keine Überraschung: Rieder behandelt Bitcoin nicht als Safe-Haven-Asset, sondern als hochvolatilen, asymmetrischen Return-Träger innerhalb eines diversifizierten Portfolios. Standard Chartered sieht Bitcoin bis 2030 bei 500.000 US-Dollar – eine These, die auf ähnlichen Annahmen struktureller Nachfragesteigerung durch institutionelle Adoption basiert.
Kurzfristig bleibt der Kurs anfällig für makrobedingte Schwankungen. Bitcoin konsolidiert im Bereich um 65.000 US-Dollar vor der ersten Fed-Sitzung unter Kevin Warsh – ein Umfeld, das die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs sichtbar macht. Übergeordnet aber liefert Rieders Aussage den institutionellen Narrativ-Rahmen, der Preisdellen tendenziell abfedert: Wer Bitcoin als strukturellen Portfoliobaustein betrachtet, kauft Schwäche.

Bullcase: Institutionelle Flows als nächster Kurstreiber
Der entscheidende Katalysator bleibt, ob BlackRock die rhetorische Konstruktivität in sichtbare Allokationserhöhungen übersetzt. Konkret bedeutet das: Steigen die Bitcoin- oder IBIT-Gewichtungen in BlackRocks Multi-Asset- und Anleihefonds, würden messbare Kapitalzuflüsse folgen – eine Größenordnung, die den Spot-Markt strukturell beeinflussen kann. Die laufende Bitcoin-Rallye wird zusätzlich durch neue institutionelle ETF-Zulassungen in Japan befeuert, was das globale Adoptionsmuster weiter diversifiziert.
Der Bearcase liegt auf der Hand: Regulatorische Rückschläge in wichtigen Jurisdiktionen oder eine signifikante Underperformance von IBIT gegenüber konkurrierenden Vehikeln könnten die Allokationspläne verzögern. Zudem bleibt Rieders Botschaft vorsichtig graduell – er spricht von potenziell wachsenden Positionen, nicht von einem strategischen Pivot. Wer Rieders Aussagen als unmittelbares Kurssignal liest, überinterpretiert.
Übergeordnet aber bleibt das Signal klar: Wenn der Fixed-Income-CIO des größten Vermögensverwalters der Welt Bitcoin seit fünf Jahren konsistent als „durable” und mit Aufwärtspotenzial beschreibt – und sein Arbeitgeber gleichzeitig den erfolgreichsten Spot-Bitcoin-ETF der Geschichte betreibt – dann ist das weniger bullisches Narrativ als strukturelle Weichenstellung.
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