Bitcoin testet 200-Wochen-Linie – RSI auf tiefstem Stand seit 2020
Bitcoin hat zum ersten Mal seit fast drei Jahren seinen wichtigsten langfristigen Trendindikator wieder getestet. Das Signal ist historisch bedeutsam – und könnte sowohl das Ende des Abwärtstrends als auch dessen Beschleunigung markieren.
BTC/USD hat seinen 200-Wochen-Simple-Moving-Average erreicht, der aktuell bei 61.626 US-Dollar liegt. Es ist das erste Mal seit Oktober 2023, dass der Bitcoin-Kurs diese Trendlinie berührt – und damit kehrt ein Indikator zurück, der während des Bärenmarkts 2022 über Monate als hartnäckiger Widerstand fungierte, bevor die Bullen die Kontrolle zurückgewannen. Der 200-Wochen-SMA gilt als eines der zuverlässigsten langfristigen Orientierungsmaße im Bitcoin-Markt und hat in der gesamten Bitcoin-Geschichte nie abgenommen. Die Rückkehr zu diesem Level ist laut Analyst CollinTalksCrypto ein wichtiger Meilenstein – auch wenn die kurzfristige Richtung noch offen sei.
RSI auf historischem Tiefstand – Contrarian-Signal oder weitere Schwäche?
Zusätzlichen Zündstoff liefert der RSI auf dem Tageschart: Er fiel auf 17,35 – den niedrigsten Wert seit 2020 und auf gleichem Niveau wie beim Februar-Tief dieses Jahres. Extremes Überverkauft-Terrain gilt in der technischen Analyse traditionell als möglicher Contrarian-Kaufbereich. Analyst Michaël van de Poppe bezeichnet die Kombination aus überverkauftem RSI und 200-Wochen-SMA als Zone zur Positionsaufnahme für Investoren mit einer starken langfristigen Bitcoin-These. Gleichzeitig macht er deutlich, was kurzfristig entscheidend ist: die Entwicklung von Strategys Stretch-Vorzugsaktie STRC. Ein Stabilisierung und Erholung des STRC-Kurses zurück in Richtung 100 US-Dollar würde laut van de Poppe wahrscheinlich auch Bitcoin Erleichterung verschaffen. Hält der Abwärtsdruck bei STRC an, seien Kurse unter 60.000 US-Dollar das wahrscheinlichere Szenario.
Historische Muster – Boden oder Bärenfalle?
CollinTalksCrypto verweist in seiner Analyse auf ein wiederkehrendes Muster: Die besten Einstiegspunkte in Bärenmärkten lagen historisch unterhalb des 200-Wochen-SMA – nicht darüber. Die aktuelle Berührung der Linie ist damit noch kein Kaufsignal, sondern ein Wegpunkt. Ob Bitcoin von hier abprallt oder die Linie nach unten durchbricht, hängt laut Marktbeobachtern maßgeblich von der Entwicklung der Strategy-Schuldenstruktur und dem allgemeinen Risikoappetit institutioneller Investoren ab.
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