Bitcoin-Strategie: Phong Le nennt Belastungsgrenze bei 8.000 $

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Apr. 2026
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Steffen Bösweich ist Redakteur und Hauptautor bei Cryptonews DE. Seit mehreren Jahren schreibt er über Kryptowährungen und berichtet täglich über aktuelle Entwicklungen im Kryptomarkt. Er legt...

Zuletzt aktualisiert am: 

In den aktuellen Bitcoin-News erklärte Strategy-CEO Phong Le gegenüber Bloomberg TV, dass die Bilanz des Unternehmens bis zu einem Bitcoin-Kursbereich von 8.000 bis 10.000 US-Dollar sehr sicher bleibe. Er definierte dieses Niveau als Belastungsgrenze für die Kapitalstruktur im Hinblick auf Schuldenrisiken und nicht als Marktprognose. Beim derzeitigen BTC-Preis von rund 64.500 US-Dollar würde dieses Level einen massiven Einbruch von etwa 85 % bedeuten.

Die Aktie (MSTR) schloss am Dienstag bei 97,58 US-Dollar, was einem Tagesplus von rund 6 % entspricht. Diese Rallye ändert jedoch nichts an der grundlegenden Spannung zwischen dem gehebelten BTC-Akkumulationsmodell von Strategy und der aktuellen Bereitschaft des Marktes, dieses zu finanzieren.

Bitcoin-News: Was die Untergrenze von 8.000 bis 10.000 US-Dollar wirklich bedeutet

Le bezeichnete die Marke von 8.000 bis 10.000 US-Dollar als jenen Punkt, an dem Strategy die mit seinen Schulden verbundenen Risiken neu bewerten müsste. Er betonte: „Bis zu diesem Zeitpunkt fühlen wir uns mit der Bilanz sehr sicher. Unser Ziel ist es, eine Kapitalstruktur aufzubauen, die Bärenmärkten standhält und natürlich von Bullenzyklen profitiert.“

Gegenüber Bloomberg TV erörterte Le zudem ein noch extremeres Szenario: Der Bitcoin-Kurs müsste „um 90 % fallen oder über fünf Jahre hinweg nachhaltig niedrig bleiben“, bevor Strategy den Verkauf von Bitcoin in Erwägung ziehen würde, um Wandelschuldverschreibungen zu bedienen – ein Szenario, das er als „extrem unwahrscheinlich“ bezeichnete. Diese Formulierung ist bewusst gewählt.

Strategy positioniert eine mögliche BTC-Liquidation konsequent als hypothetisches Extremereignis („Tail Event“) und nicht als operative Eventualität; die Kapitalstruktur ist genau darauf ausgelegt, diesen Status beizubehalten.

Mit Stand Mitte 2026 hält Strategy über 840.000 BTC und ist damit der weltweit größte unternehmenseigene Bitcoin-Halter. Ein Rückgang von 85 % würde die Aktivseite der Bilanz zwar schwer treffen, entscheidend für die Frage, ob es zu Notverkäufen kommt, ist jedoch die Passivseite – insbesondere die Fälligkeiten der Schulden und der Puffer an Barreserven.

ENTDECKEN SIE: BTC-Kursprognose

Das Par-Problem von STRC und der USD-Reserve-Hebel

Der unmittelbarere Druckpunkt sind nicht die Wandelanleihen, sondern STRC, die unbefristeten Vorzugsaktien von Strategy. Diese sind auf einen Nennwert (Par) von 100 US-Dollar und eine jährliche Dividende von 13 % ausgelegt. STRC verlor diesen Nennwert im April 2026 und stürzte Ende Juni unter 75 US-Dollar ab, bevor eine teilweise Erholung auf rund 90 US-Dollar einsetzte. Wenn STRC unter 100 US-Dollar notiert, schränkt dies die Fähigkeit von Strategy ein, neue Aktien zur Finanzierung von Bitcoin-Käufen auszugeben.

Le verwies auf den Aufbau von USD-Reserven als entscheidenden Hebel, um das Vertrauen in STRC wiederherzustellen: „Wir haben in den letzten Monaten gelernt, dass der liquide Zugang zu US-Dollar-Kapital sehr wichtig ist.“

„Deshalb werden wir diesen weiter ausbauen“, so Le. Strategy erhöhte seine Barreserven nach einem Aktienverkauf auf etwa 3 Milliarden US-Dollar, nachdem zuvor ein Ziel von 1,4 Milliarden US-Dollar gegolten hatte. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, Bitcoin-Verkäufe zwischen dem 6. und 12. Juli zu pausieren. Diese Reserve ist so bemessen, dass sie Dividenden und Zinsen für etwa 21 Monate decken kann, ohne die Bitcoin-Bestände angreifen zu müssen.

Foto: Phong Le

Viele Nachrichtenagenturen berichteten, dass Strategy Anfang des Jahres 3.588 Bitcoin zu einem Preis von etwa 60.000 US-Dollar verkaufte – und damit unter dem durchschnittlichen Einstandspreis von rund 75.000 US-Dollar –, um Vorzugsdividenden zu finanzieren. Le stellt diese Transaktionen als operative Prozesstests und steuerliche Verlustverrechnung („Tax-Loss Harvesting“) dar, nicht als Notverkäufe.

Angesichts der nun vorhandenen Reserven ist diese Darstellung plausibel. Dennoch bleibt die Tatsache, dass Bitcoin unter dem Einstandspreis verkauft wurde, ein Detail, das der Markt noch nicht vollständig verarbeitet hat. Das BTC-Monetarisierungsprogramm ist genau darauf ausgerichtet, zu verhindern, dass solche Verkäufe zur Routine werden.

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