Bitcoin springt über 61.600 Dollar – Fed-Hoffnung belebt den Markt
Bitcoin ist am 3. Juli über die Marke von 61.600 US-Dollar geklettert und hat damit den stärksten Tagesgewinn seit zwei Wochen verbucht. Auslöser war ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht, der die Erwartungen an eine geldpolitische Straffung der Fed spürbar dämpft. Charttechnisch bleibt der Markt dennoch angeschlagen – die kurzfristige Erholung trifft auf eine mittelfristig weiterhin bärische Trendstruktur.
Warsh-Kommentar und Jobdaten treiben den Kurs
Fed-Chef Kevin Warsh hatte bereits am 1. Juli beim EZB-Forum in Sintra erklärt, die Inflationsrisiken seien gesunken. Innerhalb von 90 Minuten kehrte Bitcoin daraufhin über die 60.000-Dollar-Marke zurück, während Solana um 5,8 Prozent und Ethereum um 3,8 Prozent zulegten. Am 2. Juli setzte sich die Bewegung fort, Bitcoin stieg auf 61.297 Dollar.
Am 3. Juli veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics die Juni-Arbeitsmarktdaten: Die US-Wirtschaft schuf lediglich 57.000 neue Stellen, deutlich unter den Erwartungen der Ökonomen. Laut n-tv.de hatten Ökonomen in einer WSJ-Umfrage im Schnitt mit einem Plus von 117.000 Stellen gerechnet. Bitcoin reagierte mit einem weiteren Sprung auf über 61.600 Dollar. Parallel dazu verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs am 2. Juli Nettozuflüsse von 221 Millionen US-Dollar – der stärkste Zuflusstag seit zwei Monaten und das Ende einer schmerzhaften, zehntägigen Abflussserie bei Bitcoin-ETFs.
Kurzfristige Erleichterung, strukturelle Schwäche
Übergeordnet bleibt die Chartstruktur angespannt. Bitcoin war im Juni auf ein 21-Monats-Tief von 58.188 Dollar gefallen, bevor die aktuelle Erholung einsetzte. Laut technischer Analyse von invezz.com notierte der Kurs zwischenzeitlich unterhalb des 100-Perioden-EMA bei rund 61.626 Dollar und deutlich unter dem 200-Perioden-EMA bei etwa 64.141 Dollar auf dem 4-Stunden-Chart – jener Marke, die für eine nachhaltige Trendwende zurückerobert werden müsste.
Genau eine solche Konstellation, bei der kürzerfristige gleitende Durchschnitte unterhalb der längerfristigen liegen, wird gemeinhin als Death Cross bezeichnet und gilt technisch als Warnsignal für eine verlängerte Schwächephase. Kurzfristig sorgt die neue Zinsfantasie für Erleichterung, strukturell hat der Markt dieses Muster jedoch noch nicht überwunden.
Was Analysten zu den Daten sagen
Petros Pantzari von Monaxa ordnet die Jobdaten laut n-tv.de so ein: Trotz eines unerwarteten Rückgangs der Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent gebe die schwache Zahl neu geschaffener Stellen Händlern Grund zur Annahme, dass die Fed die Zinsen halten oder sogar wieder senken könnte, sollte sich der Arbeitsmarkt weiter abschwächen.
Auf On-Chain-Ebene verweist der CryptoQuant-Beitragende gaah_im laut invezz.com darauf, dass das realisierte Gewinn-Verlust-Verhältnis von Bitcoin auf den niedrigsten Stand seit 2022 gefallen sei – ein Muster, das in der Vergangenheit mit Zyklustiefs zusammenfiel, ohne dass sich daraus eine Garantie für die künftige Kursentwicklung ableiten lässt.
Kapitalrotation: Wer von der Bewegung profitiert
Von der Bewegung profitierten auch andere große Kryptowerte: Ethereum legte innerhalb einer Woche um fast 10 Prozent zu, Solana sogar um 19 Prozent. Gleichzeitig gerieten laut invezz.com KI-nahe Technologiewerte wie SanDisk, Seagate, Western Digital und Applied Materials unter Druck und verloren zeitweise jeweils mehr als 9 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Kapital zumindest teilweise aus überhitzten Tech-Positionen in liquiditätssensible Anlagen wie Bitcoin rotiert.
Wie stabil diese Rotation tatsächlich trägt, lässt sich derzeit auch an der Marktbreite zwischen Wal-Adressen und Kleinanlegern ablesen, die zuletzt deutliche Unterschiede im Kaufverhalten zeigte.
Entscheidend bleibt die Fed-Kommunikation
Für die kommenden Wochen bleibt die Fed-Kommunikation der entscheidende Taktgeber. Laut invezz.com sank die am CME-FedWatch-Tool abgelesene Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung bis September von 64 auf 54 Prozent – ein Rückgang, der sich unmittelbar in der Kryptobewertung widerspiegelte.
Ob Bitcoin die kurzfristige Erholung in eine nachhaltige Trendwende verwandeln kann, hängt davon ab, ob der Kurs die genannten längerfristigen Durchschnitte zurückerobert. Bis dahin bleibt Raum für beide Szenarien – für Marktteilnehmer mit langfristig deutlich höheren Kurszielen ebenso wie für jene, die vor einer verlängerten Konsolidierungsphase warnen.