Bitcoin-Indikator zeigt Bodenbildung: Doch zwei Faktoren sprechen dagegen

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Wochenende leicht erholt und notiert wieder oberhalb von 64.000 US-Dollar. Von einer nachhaltigen Trendwende kann dennoch kaum gesprochen werden. Schließlich handelt Bitcoin weiterhin rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch und bewegt sich damit klar in einem übergeordneten Bärenmarkt.

Entsprechend gespalten bleiben auch die Einschätzungen der Analysten. Während einige Experten vor einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung warnen und sogar neue Tiefs erwarten, sehen andere zunehmend Hinweise auf eine Bodenbildung. Tatsächlich mehren sich derzeit einzelne On-Chain-Signale, die für eine fortgeschrittene Bereinigungsphase sprechen könnten. Besonders ein historisch häufig beachteter Indikator rückt nun wieder in den Fokus: das sogenannte Puell Multiple. Dieses signalisiert aktuell, dass sich Bitcoin bereits in der Nähe eines zyklischen Tiefpunkts befinden könnte.

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Bitcoin Analyse: Puell Multiple deutet auf fortgeschrittene Bodenbildung hin

Der bekannte Analyst Lark Davis verweist aktuell auf das Puell Multiple als mögliches Signal für eine Bodenbildung bei Bitcoin. Das Puell Multiple zählt zu den wichtigsten On-Chain-Indikatoren zur Analyse des Miner-Verhaltens. Konkret misst die Kennzahl das Verhältnis der täglichen Einnahmen aller Bitcoin-Miner zum gleitenden 365-Tage-Durchschnitt dieser Einnahmen.

Vereinfacht ausgedrückt zeigt der Indikator, wie profitabel das Mining im historischen Vergleich aktuell ist. Hohe Werte deuten darauf hin, dass Miner außergewöhnlich hohe Gewinne erzielen – ein Zustand, der in der Vergangenheit häufig in späten Bullenmärkten und nahe lokaler Hochpunkte auftrat. Sehr niedrige Werte signalisieren dagegen starken finanziellen Druck auf Miner.

Geraten Miner unter Druck, müssen sie oftmals einen Teil ihrer BTC-Bestände verkaufen, um laufende Kosten wie Strom, Hardware oder Kredite zu decken. Historisch führte eine solche Kapitulationsphase häufig zur Ausbildung bedeutender Zyklustiefs.

Genau eine solche Situation zeichnet sich laut Davis derzeit erneut ab. Das Puell Multiple bewegt sich inzwischen wieder in einem historisch niedrigen Bereich und nähert sich der sogenannten „grünen Zone“, die in früheren Marktzyklen häufig den endgültigen Boden markierte. Zwar hat der Indikator diese Extremzone bislang noch nicht vollständig erreicht, allerdings weist Davis darauf hin, dass auch andere Marktindikatoren in diesem Zyklus deutlich abgeschwächte Signale liefern.

Die anhaltende Schwäche bei den Minern spreche dennoch dafür, dass sich der Markt bereits in einer späten Phase des Bärenmarktes befinden könnte. Ob das Tief im Bereich von 59.000 US-Dollar tatsächlich Bestand haben wird, dürfte sich laut dem Analysten allerdings erst in den kommenden Monaten endgültig zeigen.

Bitcoin Prognose: MVRV Z-Score und Adressen im Gewinn mahnen zur Vorsicht

Während das Puell Multiple bereits eine mögliche Bodenbildung andeutet, zeigen zwei andere Glassnode-Indikatoren noch kein klares Kapitulationssignal. Der MVRV Z-Score misst vereinfacht, wie stark der aktuelle Marktwert von Bitcoin vom realisierten Wert abweicht. Der realisierte Wert basiert darauf, zu welchem Preis BTC zuletzt auf der Blockchain bewegt wurden. Dadurch zeigt die Kennzahl, ob Bitcoin im historischen Vergleich eher überbewertet oder unterbewertet erscheint.

Im Chart liegt der MVRV Z-Score zwar bereits deutlich tiefer als während der Euphoriephasen, aber noch nicht klar in der grünen Zone. Historisch wurden besonders attraktive Bodenbereiche meist dann erreicht, wenn der Indikator Richtung null oder darunter fiel. Aktuell signalisiert er also eine deutliche Abkühlung, aber noch keine extreme Unterbewertung. Das spricht dafür, dass zwar viel Risiko aus dem Markt genommen wurde, eine finale Kapitulation aber noch ausstehen könnte.

Ähnlich vorsichtig wirkt der zweite Indikator: der Anteil der Bitcoin-Adressen im Gewinn. Dieser zeigt, wie viele Wallets aktuell rechnerisch oberhalb ihres Einstandskurses liegen. In starken Bullenmärkten notieren oft über 95 Prozent der Adressen im Gewinn. In tiefen Bärenmärkten fällt dieser Wert dagegen deutlich zurück, weil immer mehr Anleger „underwater“ geraten.

Laut dem beigefügten Chart liegt der Anteil der profitablen Adressen zuletzt wieder deutlich unter früheren Hochphasen, bewegt sich aber noch klar über der grünen Extremzone. Diese lag historisch ungefähr im Bereich von 40 bis 50 Prozent. Dort kam es in früheren Zyklen zu maximalem Schmerz, breiter Resignation und häufig auch zu besonders attraktiven Einstiegsbereichen.

Aktuell scheint der Markt also angeschlagen, aber noch nicht vollständig ausgewaschen. Viele Anleger sitzen bereits auf Verlusten, doch ein großer Teil der Adressen ist weiterhin im Gewinn. Genau das unterscheidet die aktuelle Lage von klassischen finalen Kapitulationsphasen. Zusammengenommen zeigen MVRV Z-Score und Adressen im Gewinn daher: Die Bodenbildung läuft möglicherweise, aber für ein wirklich robustes zyklisches Tief könnte noch weiterer Stress nötig sein.

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