Sorare-Fall bringt Krypto-Sponsoring im Fußball unter Druck
Die britische National Crime Agency (NCA) hat rund 10 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 13,5 Millionen Dollar, im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den Blockchain-Anbieter Sorare einfrieren lassen. Die Behörde geht Vorwürfen unlizenzierten Glücksspiels nach, während Sorare bis vor kurzem als offizieller Krypto-Partner der Premier League auftrat.
NCA friert rund 13,5 Millionen Dollar im Sorare-Verfahren ein
Grundlage der Vermögenssperre ist eine Anordnung des Westminster Magistrates‘ Court vom Januar 2025. Auf dieser Basis hat die NCA rund 10 Millionen Pfund in bar eingefroren, was beim aktuellen Wechselkurs etwa 13,5 Millionen Dollar entspricht.
Im Zentrum der Untersuchung steht Sorare, ein Unternehmen, das digitale Sammelkarten auf Blockchain-Basis anbietet. Laut Bericht ermittelt die NCA wegen Vorwürfen unlizenzierten Glücksspiels. Eine Sprecherin der Behörde erklärte sinngemäß, die Anordnung solle verhindern, dass die Gelder verschwinden, während mögliche Verbindungen zu mutmaßlicher Drittkriminalität geprüft werden. Weitere Details zum genauen Kontoinhaber oder zur exakten Herkunft der Mittel liegen aus dem Primärbericht nicht vor.

Für Marktteilnehmer, die britische Behördenpraxis im Umgang mit Kryptovermögen einordnen wollen, liefert der Blick auf ein vergleichbares Vorgehen europäischer Behörden gegen mutmaßlich illegale Aktivitäten zusätzlichen Kontext zu Vermögenssperren im digitalen Raum.
Sorare und die beendete Premier-League-Partnerschaft
Sorare hatte 2023 eine vierjährige Partnerschaft mit der Premier League im Wert von 162 Millionen Dollar unterschrieben. Diese Vereinbarung machte das Unternehmen zu einem der sichtbarsten Krypto-Sponsoren im britischen Profifußball.
Die Partnerschaft wurde zum Ende der vergangenen Saison beendet. Weitergehende Angaben zum genauen Zahlungsplan oder zur konkreten, nun eingefrorenen Zahlung sind über den Primärbericht hinaus nicht belegt.
Der Fall fällt in eine Phase verstärkter Aufmerksamkeit der britischen Financial Conduct Authority (FCA), der zuständigen Aufsichtsbehörde für Finanzfirmen im Vereinigten Königreich. Im Juni warnte die FCA Premier-League-Klubs vor fragwürdigen Sponsoringverträgen mit Unternehmen, die in Großbritannien nicht zum Geschäftsbetrieb autorisiert sind – darunter ausdrücklich auch Firmen aus dem Kryptobereich. Wie britische Behörden generell mit Kryptogewinnen und deren steuerlicher beziehungsweise aufsichtsrechtlicher Behandlung umgehen, zeigt auch der Umgang der britischen Steuerbehörde HMRC mit Kryptogewinnen.
Regulierungsdruck auf Krypto-Sponsoren nimmt zu
Für die laufende Saison bleiben Krypto-Sponsoren im Premier-League-Umfeld präsent: Der Stablecoin-Emittent Circle unterstützt Chelsea, die Handelsplattform OKX ist bei Manchester City engagiert. Beide Deals stehen unabhängig vom Sorare-Verfahren.

Global betrachtet ist die Zahl der Sponsoringdeals zwischen Kryptofirmen und Sportteams seit 2022 zurückgegangen. Als Gründe werden der Marktabschwung sowie wachsende Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Verbindung von Sportmarken mit der Kryptoindustrie genannt.
Der Sorare-Fall zeigt exemplarisch, wie eng Sponsoringgeschäfte und regulatorische Prüfung inzwischen verknüpft sind. Solange die Vermögenssperre besteht und die Untersuchung läuft, dürfte das Thema Aufsicht über Krypto-Sportpartnerschaften in Großbritannien weiter im Fokus bleiben.