Pakistan erlaubt Banken Konten für lizenzierte Krypto-Anbieter
Pakistan hat sein Lizenzierungsportal für virtuelle Vermögenswerte offiziell geöffnet. Die Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority (PVARA) setzt bestehenden Anbietern eine Frist bis zum 5. September 2026, um eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (No-Objection Certificate, NOC) zu beantragen.
Zehn Lizenzkategorien und feste Frist
Die unter dem Virtual Assets Act 2026 erlassenen Regeln schaffen zehn Lizenzkategorien: Börsen, Verwahrung, Broker-Dealer, Beratung, Kreditvergabe und -aufnahme, Derivate, Vermögensverwaltung, Transfer und Abwicklung, Vermögenswertemission sowie Mining-nahe Dienstleistungen. Jede Kategorie ist mit eigenen Vorgaben zu Verhalten, finanziellen Anforderungen, Technologiestandards sowie zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verbunden.
Nach Section 70 des Gesetzes muss jede Person, die vor Inkrafttreten des Acts Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte angeboten hat, ihren Antrag bis zum 5. September 2026 einreichen. Wer danach ohne Antrag weiterarbeitet, begeht laut PVARA eine Straftat und muss die Tätigkeit einstellen.
Bankzugang für lizenzierte Anbieter
Das Parlament etablierte die PVARA im März 2026 als permanente gesetzliche Behörde. Im April folgte mit Circular No. 10 der State Bank of Pakistan die Erlaubnis für regulierte Banken, Konten für lizenzierte Anbieter virtueller Vermögenswerte zu führen. Dazu gehören getrennte Konten für Kundengelder. Die Entscheidung ersetzt die seit 2018 geltende Beschränkung, unter der Banken keine entsprechenden Konten führen durften.

Zwischen dem 11. Juni und dem 2. Juli 2026 fand eine öffentliche Konsultationsphase einschließlich eines Stakeholder-Webinars statt. Für Unternehmen, die sich in Pakistan registrieren wollen, sieht das Lizenzierungsverfahren zwei Wege vor: Sie können eine regulierte Sandbox nutzen oder zunächst eine NOC nach Section 19 beantragen und nach der Unternehmensgründung eine vollständige Lizenz beantragen. Übergangsanbieter müssen ihre NOC-Anträge ungeachtet des gewählten Weges bis zum 5. September einreichen.
Schutz von Kundengeldern
Bilal bin Saqib, Minister of State und Vorsitzender der PVARA, beschreibt das Regelwerk als Grundlage für die digitale Wirtschaft des Landes. Blockchain, Stablecoins und Tokenisierung könnten nach seiner Darstellung Chancen für Exporte, Rücküberweisungen und die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen schaffen. Die Tokenisierung könne Forderungen von Exporteuren und andere Vermögenswerte mit globalen Kapitalmärkten verbinden und den Zugang zu Betriebskapital verbessern.
Zentral ist die Trennung von Kundenvermögen: Lizenzierte Anbieter müssen Kundengelder und -werte von eigenen Mitteln getrennt halten. Sie dürfen diese ohne schriftliche Zustimmung weder verleihen noch verpfänden und müssen sie auch bei einem Ausfall des Unternehmens unangetastet lassen. Die Vorgaben haben damit Gesetzeskraft.
Berichte über vorläufige NOCs
Nach einem Bericht von Cryptonews.net, der sich auf Cointelegraph Deutschland bezieht, soll die PVARA im Dezember 2025 vorläufige NOCs an Binance und HTX vergeben haben. Dem Bericht zufolge ermöglichen diese Genehmigungen den Börsen, lokale Tochtergesellschaften zu gründen und vollständige Lizenzanträge vorzubereiten.

Nach Angaben von Finanzsektor-Beobachtern wurden von Pakistanern bereits mehrere Milliarden US-Dollar in virtuelle Vermögenswerte investiert. Mit dem geöffneten Portal und der NOC-Frist erhalten bestehende Anbieter nun einen formalen Weg in das Lizenzierungsverfahren.
Quelle: The Express Tribune