Bybit friert mutmaßlich gestohlene Krypto-Vermögen ein

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Bybit geht gerichtlich gegen den massiven Kryptodiebstahl aus dem vergangenen Jahr vor. Die Kryptobörse reichte beim US District Court for the District of Columbia eine Zivilklage gegen Nordkorea, dessen Nachrichtendienst Reconnaissance General Bureau sowie die Lazarus-Gruppe ein. Zugleich teilte das Unternehmen mit, eine vorläufige Verfügung zur Einfrierung bestimmter identifizierter gestohlener Krypto-Vermögenswerte erwirkt zu haben.

Vorläufige Sperrung gestohlener Vermögenswerte

Die einstweilige Verfügung richtet sich gegen eine Gruppe unidentifizierter Personen und Unternehmen, die im Gerichtsverfahren als John-Doe-Beklagte geführt werden. Nach Angaben von Bybit untersagt ein Bundesrichter diesen Parteien, die von ihnen gehaltenen betroffenen Vermögenswerte während des laufenden Verfahrens zu verkaufen oder zu übertragen.

Hintergrund der Klage ist der Hack vom 21. Februar 2025. Der mit Nordkorea verbundene und staatlich unterstützte Lazarus-Gruppe wird vorgeworfen, von der in Dubai ansässigen Börse Bybit Ethereum im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar entwendet zu haben. Dabei sollen mehr als 400.000 ETH und stETH gestohlen worden sein. Der Angriff wurde als größter Krypto-Raub der Geschichte bezeichnet.

Die zivilrechtlichen Schritte erfolgen laut Bybit unabhängig von den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen der US-Strafverfolgungsbehörden. Wie aus einem Bericht von CoinDesk hervorgeht, will die Börse weitere gerichtliche Maßnahmen beantragen.

Dimensionen nordkoreanischer Krypto-Diebstähle

Der Angriff auf Bybit machte den Großteil der insgesamt 2,02 Milliarden US-Dollar aus, die Nordkorea im vergangenen Jahr an Kryptowerten entwendet haben soll. Laut Daten von Chainalysis belaufen sich die gesamten Krypto-Diebstähle nordkoreanischer Hacker auf rund 6,75 Milliarden US-Dollar.

Es wird weithin angenommen, dass Nordkorea unrechtmäßig erworbene Krypto-Mittel zur Finanzierung seines Waffenprogramms einsetzt.

Bybits rechtliche Aufarbeitung

Bybit-Mitbegründer und CEO Ben Zhou erklärte, der Schutz der Nutzer, die Wiederbeschaffung möglicher Gelder und die Rechenschaft der Verantwortlichen stünden für die Plattform im Mittelpunkt. Er ordnete den Lazarus-Angriff als Angriff auf Bybit und auf das Vertrauen in die Krypto-Branche ein.

Zhou erklärte zudem, Bybit habe mit Ermittlern, Börsen, Regulierungsbehörden, Strafverfolgungsbehörden und inzwischen auch mit Gerichten zusammengearbeitet.

Weitere Schritte im Verfahren

Mit der vorläufigen Verfügung sind die identifizierten gestohlenen digitalen Vermögenswerte während des laufenden Gerichtsverfahrens gesichert, soweit sie von den genannten unidentifizierten Beklagten gehalten werden. Bybit bezeichnete die Anordnung als Schritt seiner Bemühungen, Gelder zurückzuerlangen, internationale Strafverfolgungsuntersuchungen zu unterstützen und die Verantwortung für großangelegte Cyberkriminalität zu stärken.

Die Börse hat angekündigt, zusätzliche gerichtliche Maßnahmen anzustreben. Das Verfahren läuft parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen der US-Behörden.

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