Krypto News: KI-Gewinne nur fake und Bitcoin wieder im Rennen?

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Der bekannte Investor Michael Burry erhebt schwere Vorwürfe gegen einige der größten Technologieunternehmen der Welt. Seiner Ansicht nach beeinflussen Konzerne wie Meta, Amazon, Microsoft und Google ihre ausgewiesenen Gewinne mithilfe vollkommen legaler Bilanzierungsregeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, über welchen Zeitraum teure KI-Chips und Server abgeschrieben werden.

Abschreibungen beeinflussen den Gewinn

Wenn Unternehmen Milliardenbeträge in KI-Hardware investieren, dürfen diese Kosten nicht sofort vollständig als Aufwand verbucht werden. Stattdessen werden sie über mehrere Jahre abgeschrieben.

Genau an diesem Punkt setzt Burrys Kritik an. Unternehmen können selbst festlegen, wie lange sie die wirtschaftliche Nutzungsdauer ihrer Hardware einschätzen. Bereits kleine Änderungen dieser Annahmen können die ausgewiesenen Gewinne um Milliardenbeträge verändern – obwohl sich an der tatsächlichen Hardware nichts geändert hat.

Zwei Unternehmen könnten somit identische Nvidia-Chips einsetzen und dennoch völlig unterschiedliche Gewinne ausweisen, weil sie unterschiedliche Abschreibungszeiträume wählen.

Amazon und Meta verfolgen gegensätzliche Strategien

Als Beispiel nennt Burry die unterschiedlichen Entscheidungen von Amazon und Meta.

Amazon verkürzte Anfang 2025 die angenommene Nutzungsdauer bestimmter Server von sechs auf fünf Jahre. Dadurch stiegen die Abschreibungen innerhalb von neun Monaten um rund 677 Millionen US-Dollar, was den ausgewiesenen Gewinn entsprechend belastete.

Meta entschied sich im gleichen Zeitraum für den umgekehrten Weg. Das Unternehmen verlängerte die Nutzungsdauer seiner Hardware auf 5,5 Jahre. Dadurch verringerte sich der Abschreibungsaufwand laut den vorliegenden Angaben um rund 2,9 Milliarden US-Dollar.

Beide Vorgehensweisen sind nach den geltenden Bilanzierungsregeln zulässig, führen jedoch zu erheblichen Unterschieden in den veröffentlichten Geschäftszahlen.

Auch Google und Microsoft verlängern die Nutzungsdauer

Meta und Amazon sind dabei keine Einzelfälle.

Während Meta im Jahr 2020 seine KI-Hardware noch über drei Jahre abschrieb, liegt die angenommene Nutzungsdauer inzwischen bei 5,5 Jahren.

Google erhöhte den Zeitraum im selben Zeitraum von drei auf sechs Jahre. Microsoft folgte einem ähnlichen Weg und verdoppelte die Abschreibungsdauer ebenfalls auf sechs Jahre.

Amazon hatte seine Server zwischenzeitlich sogar auf sechs Jahre angesetzt, bevor das Unternehmen den Zeitraum wieder auf fünf Jahre verkürzte.

KI-Technologie entwickelt sich deutlich schneller

Burry argumentiert, dass die wirtschaftliche Lebensdauer moderner KI-Chips kaum zuverlässig vorhergesagt werden könne.

Selbst Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte nach der Vorstellung der neuen Blackwell-Generation, dass ältere Hopper-Chips nach dem breiten Marktstart erheblich an Attraktivität verlieren könnten. Auch Microsoft-CEO Satya Nadella äußerte bereits die Sorge, nicht über viele Jahre auf älteren Chipgenerationen sitzen bleiben zu wollen.

Damit stellen sich Fragen, ob Abschreibungszeiträume von fünf oder sechs Jahren die tatsächliche technologische Entwicklung überhaupt realistisch widerspiegeln.

Ausbau der KI-Infrastruktur steckt noch in den Anfängen

Gleichzeitig befindet sich der Aufbau der weltweiten KI-Infrastruktur weiterhin in einer frühen Phase.

Zum 1. Juli waren laut den vorliegenden Daten erst rund 100.000 der neuen Nvidia Grace-Blackwell-GPUs tatsächlich installiert und in Betrieb. Verglichen mit der angekündigten Pipeline von rund 1,66 Millionen Chips entspricht dies lediglich etwa sechs Prozent der geplanten Kapazität.

Trotz der schnellen technologischen Entwicklung bleibt die Nachfrage nach älteren Generationen hoch. Die Mietpreise für Nvidias A100-Chips stiegen im Juni um weitere 6,3 Prozent, während die Preise für H100-GPUs bereits den siebten Monat in Folge zulegten.

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Burry sieht Bilanzierung als entscheidenden Hebel

Nach Ansicht von Michael Burry zeigt dieses Beispiel, wie stark Bilanzierungsannahmen die veröffentlichten Gewinne beeinflussen können.

Seiner Auffassung nach beruhen Teile der beeindruckenden KI-Gewinne großer Technologiekonzerne nicht ausschließlich auf operativen Verbesserungen, sondern auch auf Entscheidungen darüber, wie lange milliardenschwere Investitionen abgeschrieben werden.

Ob diese Einschätzung berechtigt ist, bleibt unter Analysten umstritten. Klar ist jedoch, dass die Wahl der Abschreibungsdauer einen erheblichen Einfluss auf die ausgewiesenen Unternehmensgewinne haben kann – obwohl sich an der tatsächlichen Leistung der Hardware nichts verändert.

Könnte davon auch Bitcoin profitieren?

Sollte sich der KI-Hype an den Aktienmärkten tatsächlich abschwächen oder Investoren die Bewertungen großer Tech-Konzerne kritischer hinterfragen, könnte dies auch Auswirkungen auf andere Anlageklassen haben.

Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass in einem solchen Szenario wieder verstärkt Kapital in alternative Investments wie Bitcoin fließen könnte. Die Kryptowährung gilt für viele Anleger inzwischen als eigenständige Anlageklasse und wird zunehmend als langfristiger Wertspeicher betrachtet.

Ob es tatsächlich zu einer Umschichtung von Kapital aus KI-Aktien in den Kryptomarkt kommt, bleibt zwar abzuwarten. Ein nachlassender KI-Boom könnte Bitcoin jedoch wieder stärker in den Fokus institutioneller und privater Investoren rücken.

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