Bitcoin News: Vorsicht! Miner machen weiter Verluste

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Bitcoin-Anleger haben es derzeit alles andere als leicht. Während die großen Aktienindizes neue Rekordstände markieren, notiert Bitcoin weiterhin rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch. Von nachhaltigem Momentum, starker Nachfrage oder einer breiten Aufwärtsdynamik ist wenig zu sehen. Stattdessen befindet sich der Kryptomarkt erneut in einem ausgeprägten Bärenmarkt, in dem viele Altcoins sogar 80 bis 90 Prozent unter ihren Höchstständen handeln.

Doch die Schwäche betrifft längst nicht mehr nur Investoren. Auch die Bitcoin-Miner geraten zunehmend unter Druck. Sinkende Margen, hohe Betriebskosten und ein deutlich niedrigerer Bitcoin-Kurs sorgen dafür, dass viele Mining-Unternehmen aktuell kaum profitabel arbeiten können. Die Folge: Immer mehr Miner verkaufen ihre Bestände, um laufende Kosten zu decken. Genau diese zusätzlichen Verkäufe erhöhen den Angebotsdruck am Markt und erschweren eine nachhaltige Erholung von Bitcoin zusätzlich.

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Bitcoin Analyse: Miner-Verkäufe nehmen wieder deutlich zu

Neue On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigen, dass sich ein bekanntes Muster erneut wiederholt. Immer dann, wenn Bitcoin in Richtung der Marke von 60.000 US-Dollar fällt, steigt der Verkaufsdruck der Miner deutlich an. Sichtbar wird dies insbesondere an den Zuflüssen von Bitcoin von Mining-Wallets zu Binance.

Bereits Anfang Februar war dieser Effekt klar erkennbar. Damals wurden an einzelnen Tagen mehr als 24.000 BTC von Minern an die Börse transferiert. Der monatliche Durchschnitt der Miner-Zuflüsse stieg in dieser Phase von etwa 5.000 BTC auf über 8.000 BTC an. Diese Verkäufe fielen zeitlich mit einer deutlichen Kursschwäche zusammen.

Nun zeigt sich dieselbe Entwicklung erneut. Als Bitcoin Anfang Juni wieder die Region um 60.000 US-Dollar testete, nahmen die Transfers der Miner an Binance spürbar zu. An mehr als vier Handelstagen wurden jeweils über 10.000 BTC bewegt. Der Spitzenwert lag sogar bei rund 12.800 BTC. Gleichzeitig stieg der monatliche Durchschnitt der Miner-Zuflüsse von etwa 4.700 BTC auf rund 7.100 BTC.

Der Hintergrund ist nachvollziehbar. Schätzungen zufolge liegen die durchschnittlichen Produktionskosten vieler Miner inzwischen bei rund 76.000 US-Dollar pro Bitcoin. Da Bitcoin zuletzt deutlich darunter gehandelt wurde, arbeiten zahlreiche Mining-Unternehmen aktuell mit Verlust. Um Stromkosten, Infrastruktur und laufende Betriebsausgaben zu finanzieren, bleibt vielen Marktteilnehmern kaum etwas anderes übrig, als ihre Bitcoin-Bestände zu verkaufen.

Kurzfristig entsteht dadurch zusätzlicher Verkaufsdruck. Historisch betrachtet markieren Phasen extremer Miner-Kapitulation allerdings häufig die späteren Endphasen eines Bärenmarktes. Noch ist davon nicht eindeutig zu sprechen, doch die aktuellen Daten zeigen klar: Die Miner stehen unter Druck – und ihr Verhalten bleibt ein wichtiger Faktor für die weitere Bitcoin-Entwicklung.

Puell Multiple signalisiert zunehmenden Druck auf Bitcoin-Miner

Das Puell Multiple zählt zu den wichtigsten On-Chain-Indikatoren zur Bewertung der Bitcoin-Miner. Vereinfacht gesagt misst die Kennzahl die täglichen Einnahmen aller Miner im Verhältnis zum historischen Durchschnitt der vergangenen 365 Tage. Hohe Werte zeigen an, dass Miner außergewöhnlich hohe Umsätze erzielen und häufig überdurchschnittlich profitabel arbeiten. Niedrige Werte deuten dagegen darauf hin, dass die Einnahmen der Miner deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt liegen und wirtschaftlicher Druck entsteht.

Genau dieser Zusammenhang macht das Puell Multiple für Marktbeobachter so interessant. Historisch fielen große Bärenmarktböden häufig in Phasen, in denen die Kennzahl in den grünen Bereich unter 0,5 abrutschte. Dort kam es regelmäßig zu einer sogenannten Miner-Kapitulation. Weniger effiziente Betreiber mussten ihre Bestände verkaufen oder den Betrieb einstellen, wodurch ein Großteil des Verkaufsdrucks aus dem Markt gespült wurde.

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Aktuell bewegt sich das Puell Multiple zwar deutlich unter den Werten der Bullenmarktphase 2024 und 2025, erreicht jedoch noch nicht die Extremzonen früherer Zyklustiefs. Die Einnahmen der Miner stehen unter Druck, was angesichts der zuletzt schwachen Kursentwicklung und der gestiegenen Produktionskosten wenig überrascht. Gleichzeitig nähert sich Bitcoin damit einer Zone, die aus langfristiger Sicht zunehmend attraktiver erscheint.

Dennoch signalisiert die Kennzahl derzeit eher eine günstige Bewertung als eine vollständige Unterbewertung. Im Vergleich zu den Tiefpunkten der Jahre 2018, 2020 oder 2022 befindet sich das Puell Multiple noch oberhalb der klassischen Kapitulationsbereiche. Sollte sich der Verkaufsdruck der Miner weiter verstärken und Bitcoin erneut deutlich nachgeben, wäre daher durchaus noch Raum für eine finale Bereinigungsphase vorhanden. Erst eine echte Miner-Kapitulation würde historisch betrachtet das typische Signal eines langfristigen Bärenmarkt-Bodens liefern.

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