Russland plant Strafgebühren auf USDT, USDC und BNB

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

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Der stellvertretende russische Finanzminister Ivan Chebeskov gab am 9. Juni am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg (SPIEF 2026) bekannt, dass Moskau spezifische Gebühren, Handelslimits und technische Schutzmaßnahmen gegen sogenannte „unfreundliche“ Krypto-Assets vorbereitet. Dabei nannte er USDT, USDC und BNB explizit beim Namen.

Vladimir Chernov, Analyst bei Freedom Global, schätzt diese Gebühren auf 0,5 bis 2 % pro Transaktion für allgemein als unfreundlich eingestufte Vermögenswerte. Bei an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins könnten die Kosten sogar auf bis zu 3 % pro Transaktion steigen.

Offiziell wird die Maßnahme mit dem Anlegerschutz begründet. Doch die betroffenen Assets weisen eine entscheidende Gemeinsamkeit auf: Ihre Emittenten – Tether, Circle und Binance – sind westlich orientierte Unternehmen, die in der Vergangenheit bereits Wallets mit Bezug zu sanktionierten Adressen eingefroren haben. Genau dieses geopolitische Risiko versucht Russland nun in seine neue Regulierungsarchitektur einzupreisen.

Chebeskovs Formulierung war dabei unmissverständlich. „Dies könnte sowohl technische Schutzmaßnahmen als auch verschiedene wirtschaftliche Anreize, Kommissionen oder Empfehlungen umfassen, die die Bürger dazu ermutigen würden, andere Vermögenswerte zu halten“, erklärte er gegenüber der Zeitung Izvestia.

Dieser Satz beschreibt weit mehr als nur eine Gebührenordnung; er signalisiert eine gezielte Steuerung der Kapitalströme weg von dollarbasierten Instrumenten und hin zu Alternativen auf Rubel-Basis oder solchen, die dem BRICS-Bündnis nahestehen.

Russlands Krypto-Gesetz: Der aktuelle Stand in der Staatsduma

Die von Chebeskov skizzierten Maßnahmen sind bisher noch kein geltendes Recht. Sie werden derzeit im Vorfeld der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs der Staatsduma mit dem Titel „Über digitale Währungen und digitale Rechte“ verhandelt, der die erste Lesung am 21. April 2026 mit 327 zu 13 Stimmen passiert hat.

Diese erste Lesung legte das Grundgerüst des Rahmens fest: fünf Lizenzkategorien für Krypto-Betreiber, weitreichende Aufsichtsbefugnisse für die Bank von Russland, ein fortbestehendes Verbot von Krypto-Zahlungen im Inland sowie eine explizite Ausnahme für grenzüberschreitende Krypto-Abrechnungen. Letzteres ist der Mechanismus, den Russland nutzt, um den Handel trotz internationaler Sanktionen aufrechtzuerhalten.

In der zweiten Lesung werden nun die Details geklärt, was sich als die am stärksten umkämpfte Phase erweist. Anatoly Aksakov, Vorsitzender des Finanzausschusses der Duma, bezeichnete das Krypto-Markt-Gesetz neben dem „Antifraud 2.0“-Paket als eine der beiden wichtigsten gesetzgeberischen Prioritäten. Ziel ist es, den Hauptrahmen bis zum 1. Juli 2026 fertigzustellen, damit die Durchsetzungsregeln bis zum 1. Juli 2027 einsatzbereit sind.

Die Debatte um die russische Krypto-Regulierung konzentriert sich somit auf diese zweite Lesung, wobei die Gebührenstruktur für unfreundliche Assets im Mittelpunkt steht.

Der Begriff „unfreundlich“ besitzt in Russland eine klare rechtliche Bedeutung: Er bezieht sich direkt auf die offizielle Regierungsliste jener Länder, die nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 Sanktionen verhängt haben – darunter die USA, die EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich.

Krypto-Assets, die von Unternehmen in diesen Rechtsräumen ausgegeben oder kontrolliert werden, übernehmen diese Einstufung. Aus diesem Grund stehen USDT (Tether, Britische Jungferninseln), USDC (Circle, USA) und BNB (Binance, mit starker regulatorischer Bindung an die USA) besonders im Visier der Behörden.

Hier weiterlesen: Neue Kryptowährungen mit Potenzial für den nächsten Zyklus

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