CLARITY Act: Prognosemärkte zweifeln an schneller Regulierung
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Die Gewinnchancen auf Prognosemärkten für eine Verabschiedung des CLARITY Act vor 2027 sind innerhalb einer einzigen Woche von fast 75 % auf 50 % eingebrochen. Trader reagieren damit auf einen extrem verdichteten Terminkalender im US-Senat, ungelöste Streitigkeiten über renditeabwerfende Stablecoins und den Widerstand der Banken-Lobby, der die Regulierung von Stablecoins bereits mehrfach blockiert hat. Das Zeitfenster für eine Verabschiedung vor August liegt nun bei lediglich 37 % – und für eine Entscheidung vor Juli sogar nur noch bei 14 %.

Was die Daten der Prognosemärkte wirklich über den CLARITY Act aussagen
Die Signale von Kalshi und Polymarket zeichnen derzeit unterschiedliche Bilder, und diese Divergenz ist entscheidend. Während der Kalshi-Kontrakt für eine Verabschiedung vor 2027 auf 50 % abstürzte, wird der 2026-Kontrakt auf Polymarket aktuell bei 60 % gehandelt – ein Plus von 16 % im Vergleich zum Vormonat. Dies deutet darauf hin, dass private Teilnehmer auf Prognosemärkten strukturell optimistischer gestimmt sind, als es die Positionierung auf Kalshi vermuten lässt.

Quelle: Polymarket
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital, hatte diese Spanne bereits im Visier. Er bezifferte die Chancen für eine Verabschiedung im Jahr 2026 bereits im April auf etwa 50:50 und verwies auf fünf aufeinanderfolgende prozedurale Hürden: die Abstimmung im Bankenausschuss, ein Sieg mit 60 Stimmen im Senat, die Abstimmung mit einem Ergänzungsentwurf des Agrarausschusses, der Abgleich mit der Version des Repräsentantenhauses und schließlich die Unterschrift des Präsidenten.
Die Abstimmung im Ausschuss erfolgte am 14. Mai – der Bankenausschuss des Senats verabschiedete den CLARITY Act mit 15 zu 9 Stimmen. Damit ist jedoch erst eine von fünf Hürden genommen.
Jaret Seiberg von TD Cowen zeigt sich deutlich skeptischer und erklärte gegenüber Kunden, dass er die Chancen für das Gesetz in der laufenden Kongressperiode nur bei eins zu drei sieht. Sein Argument: Jeder ernsthafte Streit über renditeabwerfende Stablecoins und die Gleichbehandlung von Banken und Nicht-Banken als Emittenten könnte die endgültige Verabschiedung komplett in die nächste Amtszeit verschieben. In der Lücke zwischen Seibergs 33 % und der optimistischeren Schätzung von Galaxy (70-75 %) versuchen Trader derzeit, ein Gleichgewicht zu finden.
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Stillstand im Senat und die Bruchlinie bei Stablecoin-Renditen
Der zentrale legislative Konflikt, der diese Neubewertung antreibt, ist der Streit um renditeabwerfende Stablecoins – und dabei handelt es sich keineswegs um ein Randthema. Die Banken-Lobby drängt massiv auf ein generelles Verbot von Stablecoin-Renditen und bezeichnet diese als systemisches Risiko für einlagenfinanzierte Bankmodelle.
Jeremy Barnum, CFO von JPMorgan Chase, unterstrich diese Position öffentlich und betonte die Risiken, die entstehen würden, wenn Stablecoins wie USDC Renditen für ihre Halter generieren dürften.

Dies ist dieselbe Konfliktlinie, die die Abstimmung im Bankenausschuss bereits um etwa vier Monate verzögert hat. Ursprünglich war die Beratung für Januar geplant, doch die Senatoren benötigten mehr Zeit, um die Bestimmungen zu den Renditen auszuhandeln. Diese Verzögerung wird von Tradern nun als strukturelles Signal gewertet: Wenn die Rendite-Thematik den Zeitplan im Ausschuss um vier Monate nach hinten verschieben konnte, könnte sie eine Abstimmung im Plenum komplett über die Augustpause hinaus verzögern.
Analysten, die den Terminkalender des Senats verfolgen, weisen darauf hin, dass im Jahr 2026 nach Abzug der Augustpause und der Unterbrechungen vor den Wahlen nur noch 9 bis 10 nutzbare Wochen verbleiben. Für eine technisch so umstrittene Krypto-Gesetzgebung wie den CLARITY Act ist dies ein extrem enges Zeitfenster. Dies erklärt, warum die kurzfristigen Kalshi-Kontrakte (vor Juli, vor August) so stark eingebrochen sind, während der längerfristige Polymarket-Kontrakt für 2026 weiterhin über 60 % notiert.
Senatorin Cynthia Lummis, die Initiatorin des Gesetzentwurfs, tritt dem Pessimismus entgegen. Ihre Position: „Wyoming hat nicht darauf gewartet, dass Washington digitale Assets versteht. Wir haben den Rahmen selbst geschaffen. Ich bin nicht in den US-Senat gekommen, um diesen Prozess zu verlangsamen, sondern um ihn zu skalieren – und genau das tut mein Entwurf, der Clarity Act.“ Die Quoten auf Polymarket stiegen nach ihren Äußerungen leicht an, was darauf hindeutet, dass ihr Einsatz im Senat die Kontrakte im Privatsektor zumindest geringfügig beeinflusst.
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