Update zum Clarity Act: Branchenexperte sagt, Krypto-Markt sei trotz Stillstand „in Ordnung“

Chris Perkins von Franklin Templeton argumentiert, dass der 2,7 Billionen USD schwere Krypto-Markt den Clarity Act nicht zum Überleben braucht. Trotz des monatelangen Stillstands im Senat bei der wegweisenden Gesetzgebung zur Marktstruktur hat die Branche bereits bewiesen, dass sie auch ohne einen föderalen Regulierungsrahmen wachsen, Kapital anziehen und institutionelle Strukturen aufbauen kann.
Der Clarity Act passierte das Repräsentantenhaus im vergangenen Juli mit einer parteiübergreifenden Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen, wobei er die geschlossene Unterstützung der Republikaner und 78 Stimmen der Demokraten erhielt. Seitdem stagniert der Senat bei drei hartnäckigen Themen: Formulierungen zu Stablecoin-Renditen, DeFi-Bestimmungen und der Sicherung des vollständigen republikanischen Ausschussblocks, der für ein Vorankommen erforderlich ist.
Der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Tim Scott, identifizierte diese kritischen Punkte am 14. April 2026 und erklärte, dass jeder davon innerhalb von zwei Wochen lösbar sei – eine Frist, die bereits verstrichen ist.
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Wo der Clarity Act aktuell wirklich steht
Der Weg vom Bankenausschuss des Senats bis zur Unterschrift des Präsidenten umfasst fünf diskrete Schritte: Ausschussberatung (Markup) und Abstimmung, eine Hürde von 60 Stimmen im Senatsplenum, die Abstimmung mit dem Digital Commodity Intermediaries Act des Landwirtschaftsausschusses, eine gemeinsame Konferenz von Repräsentantenhaus und Senat sowie die anschließende Unterzeichnung.
Jeder Schritt ist eine potenzielle Todeszone. Senator Thom Tillis forderte Ende April zusätzliche Zeit für die Überprüfung der Stablecoin-Regulierung und der Renditestrukturen an, was das Markup im Bankenausschuss von April in den Mai verschob – die dritte Terminverschiebung innerhalb ebenso vieler Monate. Es scheint jedoch, als sei dies bereits gelöst worden.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat seine Vorhersage zur Verabschiedung nun bereits zweimal angepasst: Am 19. Februar schätzte er die Wahrscheinlichkeit auf 80 % bis Ende April, revidierte dies am 13. April auf Ende Mai und nannte das, was er als „Gipfel der Frustration“ bezeichnete, als Signal dafür, dass ein Kompromiss kurz bevorstehe.
Die Quoten auf Polymarket beziffern eine Verabschiedung im Jahr 2026 auf 50:50 oder niedriger. TD Cowen-Analyst Jaret Seiberg merkte an, dass eine Verabschiedung letztendlich einen Deal erfordern könnte, der sowohl die Krypto-Lobby als auch den Bankensektor gleichermaßen unzufrieden lässt – was eine treffende Definition für einen praktikablen Kompromiss darstellt.
Senatorin Cynthia Lummis drückte es auf der Bitcoin Conference 2026 deutlich aus:
„Wir werden das Markup des CLARITY Act im Mai durchführen… Wir werden ihn über die Ziellinie bringen.“
Sie sprach zudem die deutlichste Warnung vor einem Scheitern aus: Ein Stillstand im Jahr 2026 bedeutet wahrscheinlich, dass es bis 2030 oder später keine Gesetzgebung zur Marktstruktur geben wird. Handelt es sich um eine rein prozedurale Verzögerung?
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Ist Krypto wirklich „in Ordnung“?
Das Argument der Führungskräfte ist nicht unbegründet. Die institutionelle Akzeptanz hat sich ohne einen föderalen Rahmen beschleunigt: BlackRocks IBIT und Fidelitys FBTC haben zusammen Milliarden an Netto-ETF-Zuflüssen angezogen, wobei Bitcoin-Spot-CVD-Daten aggressive institutionelle Käufe trotz regulatorischer Unsicherheit bestätigen.
Stablecoins, USDT und USDC zusammen, bilden heute die Basis für ein tägliches Handelsvolumen von über 100 Milliarden USD weltweit. Die Marktkapitalisierung von Stablecoins hat die Marke von 320 Milliarden USD überschritten, ohne dass die Bestimmungen des Clarity Act zur Stablecoin-Regulierung jemals Gesetz wurden.

Das Argument, es sei alles „in Ordnung“, lautet im Kern wie folgt: Die Ambivalenz der US-Kryptopolitik hat den Markt nicht getötet. Grayscales Gerichtssieg gegen die SEC, die ETF-Zulassungen und die Offshore-Liquidität haben gemeinsam das erreicht, was die Gesetzgebung versäumt hat. Die Branche hat sich angepasst.
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