Krypto, Iran-Krieg und Ölpreis: Geopolitischer Schock könnte Krypto-Bullenmarkt verzögern

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Martin Schwarz hat einen MSc. in Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt auf asymetrische Kryptographie und M2M-Kommunikation. Er ist seit 2015 im Bereich Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs und seit...

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Kryptowährungen stehen unter Druck, da sich der Krieg um den Iran verschärft und Händler beginnen, das Undenkbare einzupreisen: eine Blockade der Straße von Hormus.

Sollte dieser strategische Engpass geschlossen werden, schießt der Ölpreis in die Höhe. Und wenn der Ölpreis steigt, folgt die Inflation. Das drängt die Federal Reserve in die Enge und zwingt sie dazu, die Zinsen länger auf einem hohen Niveau zu belassen.

Krypto ist davor nicht gefeit. Zwar gab es einige spekulative Käufe aufgrund von Schlagzeilen über regionale Kapitalflucht, doch das breitere makroökonomische Bild ist belastet. Bitcoin bewegt sich zunehmend im Einklang mit traditionellen Risikoanlagen und koppelt sich nicht von ihnen ab.

Anstatt wie digitales Gold zu fungieren, verhält sich der Markt so, als sei Liquidität der wahre sichere Hafen. In einem Szenario eines echten Energieschocks ist die erste Reaktion keine Rotation in Krypto, sondern ein De-Risking auf breiter Front.

Wichtige Erkenntnisse:
  • Die Bitcoin-Volatilität ist sprunghaft angestiegen, da sich Händler gegen eine potenzielle Schließung der Straße von Hormus absichern, die ein Fünftel der weltweiten Ölströme unterbrechen könnte.
  • Ein Anstieg der Ölpreise auf über 90 USD pro Barrel würde die Inflation wahrscheinlich auf hohem Niveau verharren lassen, was eine Zinssenkung der Fed im zweiten Quartal vom Tisch nehmen könnte.
  • Während die Kapitalflucht in USDT lokale Unterstützung bietet, dominieren globale Risk-off-Ströme die Marktstruktur und begrenzen die Aufwärtsdynamik.

Bitcoin-Krypto-Volatilität schießt hoch, da Iran-Kriegsangst Liquidationen in Höhe von 128 Mio. USD auslöst

Die erste Krypto-Reaktion auf den Iran-Krieg war Chaos, keine Klarheit. Daten von CoinGlass zeigen Liquidationen von mehr als 128 Millionen USD in nur 4 Stunden nach Berichten über die „Operation True Promise 4“ der IRGC. Nahezu 80 % davon waren Long-Positionen. Leveraged Trader waren in die falsche Richtung positioniert und wurden schnell ausgestoppt.

Quelle: Coinglass

Bitcoin fiel nach den Schlagzeilen zunächst in Richtung 63.000 USD, erholte sich dann aber, als weitere Details bekannt wurden. Doch die Erholung wirkt mechanisch, nicht souverän. Das Open Interest hat sich deutlich abgekühlt, was darauf hindeutet, dass die Handelsabteilungen Risiken abbauen und nicht aggressiv in Kursrücksetzer investieren.

Dies ist ein klassisches Panikverhalten: Erst verkaufen, später neu bewerten.

Aktien zeigen das gleiche Muster. Der S&P 500 verzeichnete Abflüsse, und die Korrelation von Bitcoin mit Technologiewerten bleibt in Stressphasen eng. Was auch immer das Narrativ vom digitalen Gold besagt: In Momenten wie diesen wird BTC wie ein High-Beta-Risikoasset gehandelt, nicht wie ein sicherer Hafen.

Ölpreis-Anstieg droht Fed-Pivot-Pläne zu vereiteln

Das eigentliche Risiko für Krypto könnten nicht die Schlagzeilen sein, sondern das Öl. Falls die Straße von Hormus blockiert (Link in Englisch) wird, könnten bis zu 21 Millionen Barrel pro Tag betroffen sein. Das entspricht etwa 20 % des weltweiten Angebots. Selbst teilweise Unterbrechungen lösen historisch gesehen sofortige Preissprünge aus.

Sollte Rohöl bei über 100 USD verharren, kehrt die Inflation schnell zurück. Das fängt die Federal Reserve ein. Zinssenkungen verzögern sich. Die Liquidität bleibt knapp. Und Krypto leidet in einem Umfeld dauerhaft hoher Zinsen.

Quelle: BTCUSD / TradingView

Einige Analysten bringen wieder extreme Abwärtsszenarien ins Spiel. Während die meisten institutionellen Akteure 58.000 bis 60.000 USD weiterhin als wichtige Unterstützungszone für Bitcoin sehen, hängt dieser Boden stark davon ab, dass die Fed nicht noch restriktiver wird.

Es gibt eine Gegenkraft: Kapitalflucht. Die Nachfrage nach Stablecoins ist in Teilen des Nahen Ostens sprunghaft angestiegen, da lokale Währungen ins Wanken gerieten. Bitcoin und USDT werden zu Ventilen für das Kapital und es wird in die stärksten Coins am Markt investiert. Doch Zuflüsse von Kleinanlegern aus Krisenregionen gleichen institutionelle Abflüsse im großen Stil, die durch die Straffung der Makroökonomie getrieben werden, selten aus.

Altcoins zeigen bereits die Belastung. Ohne frische Liquidität haben Ethereum und der breitere Sektor Schwierigkeiten, Rallyes aufrechtzuerhalten. Wenn die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen aufgrund der energiegetriebenen Inflation wieder in Richtung 5 % steigen, bleibt das Potenzial für Risikoanlagen wahrscheinlich gedeckelt.

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Marktübersicht

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