Digitale Zentralbankwährung: Norwegens Weg zur Vorstellung der CBDC-Strategie
Niedriger Bargeldverbrauch in Norwegen – Die Zentralbank des Landes hält an ihrem Plan fest, eine digitale Zentralbankwährung (kurz: CBDC) zu entwickeln.
CBDC-Strategie: Norwegen auf dem Weg zum digitalen Geld
CBDCs gibt es nicht erst seit gestern (Stichwort: digitaler Euro). Die Strategie stellt eine digitale Währungsform dar. Sie wird von Notenbanken herausgegeben und von der Regierung unterstützt –anders als Kryptowährungen beispielsweise. Das gibt CBDCs als digitales Geld das Potenzial, zuverlässig und beständig zu sein. Es kann Bargeld im klassischen Sinne ablösen und in einem Ledger verfolgt werden – ähnlich wie beim Online-Banking. Doch keine Sorge – das bedeutet nicht, dass es demnächst kein Bargeld mehr gibt. Aktuell konzentrieren sich die meisten Notenbanken auf den sogenannten Wholesale CBDC. Der ist für den Großhandel gedacht. Der Einzelhandel (Retail CBDC) und damit auch der Durchschnittsbürger sind darin noch nicht eingeplant.
Der stellvertretende Gouverneur Pål Longva der Norges Bank hat es ebenfalls nicht eilig: Seiner Meinung nach gibt es keine dringenden Gründe, den CBDC-Prozess in Norwegen zu beschleunigen – obwohl die Europäische Zentralbank (kurz: EZB) sich schon auf die Einführung einer digitalen Währung vorbereitet. Aktuell prüft die Bank beide Systeme – Wholesale und Retail CBDC. Laut Longva liegt der Fokus auf dem Wholesale-Ansatz. Dieser sei einfacher zu implementieren. Der Retail-Ansatz wirft aktuell noch zu viele komplexe Fragen auf und muss sorgfältiger geprüft werden.
Während Pandemie: Niedrigster Bargeldverbrauch in Norwegen
Die Bargeldnutzung geht zurück. Dafür ist Norwegen ein Paradebeispiel. Während der Pandemie verzeichnete das Land den weltweit niedrigsten Bargeldverbrauch. Vor Kurzem erhobene Daten der Norges Bank belegen, dass das aber nicht nur an Corona lag. Nur 2 Prozent der Personen nutzten bei ihrer letzten physischen Transaktion Bargeld. Davon ist Deutschland noch weit entfernt. Das beliebteste Zahlungsmittel ist hierzulande immer noch die bare Münze. Auf Platz 2 landet die Debitkarte. Damit hängt Deutschland im europäischen Ländervergleich hinterher. Neben Norwegen ist Bargeld auch in anderen skandinavischen Ländern eher ein Auslaufmodell.
Doch wie sieht es international aus? Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat sich gegen einen digitalen Dollar ausgesprochen. In den Bahamas hingegen gibt es seit 2020 den sogenannten Sand Dollar, wie die Frankfurter Allgemeine berichtete. Damit war der Inselstaat das erste Land der Welt mit einer digitalen Währungsversion. Mittlerweile nutzen – laut Atlantic Council – auch Nigeria und Jamaika CBDCs. Bis es in Deutschland zu einer digitalen Zentralbankwährung kommt, wird auf jeden Fall noch Zeit vergehen. Zwar hat die EZB im Herbst vergangenen Jahres einer zweijährigen Vorbereitungsphase zum digitalen Euros zugestimmt, allerdings müssen erst das Regelwerk erstellt und die passende Infrastruktur entwickelt werden.