XRP bei 1,40 US-Dollar: Ausbruch oder Bärenfalle?
Der Kryptomarkt bleibt schwach, auch XRP kann sich dem aktuellen Verkaufsdruck nicht entziehen. Die Kryptowährung notiert inzwischen wieder bei rund 1,38 US-Dollar und rutscht damit sogar unter die wichtige Marke von 1,40 US-Dollar zurück. Besonders bitter für die Bullen: Der Ausbruch über 1,50 US-Dollar ist zuletzt gescheitert, wodurch erneut kurzfristige Unsicherheit entstanden ist. Auf Wochensicht summieren sich die Verluste deutlich, während Anleger zunehmend nervös auf die charttechnische Struktur blicken. Dennoch bleibt nicht jeder Analyst bearish. Gerade jetzt sehen einige Experten sogar die Chance auf einen massiven Rebound – vorausgesetzt, XRP verteidigt entscheidende Unterstützungen und die aktuelle Bewegung entpuppt sich lediglich als klassische Bärenfalle.
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Analyst sieht bei XRP noch keine bestätigte Schwäche
Der bekannte Krypto-Analyst EGRAG CRYPTO blickt aktuell vor allem auf den 3-Tages-Chart von XRP. Dort scheint der Kurs zwar zunächst aus einer symmetrischen Dreiecksformation nach unten auszubrechen, doch laut dem Analysten ist dieser Breakdown bislang keineswegs bestätigt. Genau darin liegt für ihn der entscheidende Punkt. Zwar handelt XRP aktuell bereits unterhalb der unteren Trendlinie des Dreiecks, allerdings ist die laufende 3-Tages-Kerze noch nicht geschlossen. Zum Zeitpunkt seiner Analyse verbleiben noch mehr als zwei Tage bis zum Candle-Close. Erst ein bestätigter Schlusskurs unterhalb dieser Struktur würde das bearishe Szenario tatsächlich aktivieren.
Besonders wichtig sei laut EGRAG, dass höhere Zeiteinheiten wie der Wochen-, Zweiwochen- oder Monatschart deutlich relevanter seien als kurzfristige Intraday-Bewegungen. Genau deshalb betrachtet er den aktuellen Rücksetzer bislang eher als möglichen „Breakdown Attempt“ statt als finalen Trendbruch. Entscheidend wird nun die Zone um 1,38 US-Dollar. Sollte XRP darunter auf 3-Tages-Basis schließen, steigen laut seiner Einschätzung die Wahrscheinlichkeiten für weitere Rücksetzer in Richtung 1,27 oder sogar 1,12 US-Dollar.
Gleichzeitig bleibt aber auch das bullishe Szenario intakt. Sollte XRP die Dreiecksformation vor Kerzenschluss zurückerobern, könnte sich der aktuelle Abverkauf als klassische Bärenfalle entpuppen. Gerade symmetrische Dreiecke seien laut EGRAG bekannt dafür, rund um die Apex-Zone viele Fakeouts zu produzieren. Genau deshalb bleibt die übergeordnete Struktur für ihn bislang wichtiger als kurzfristiges Marktgeräusch.
Exchange-Zuflüsse könnten XRP kurzfristig zusätzlich belasten
Neben der charttechnischen Unsicherheit liefert aktuell auch die Onchain-Metrik „Exchange Net Position Change“ von Glassnode eher vorsichtige Signale für XRP. Die Kennzahl misst, ob mehr XRP auf zentrale Börsen transferiert oder von dort abgezogen werden. Positive Werte beziehungsweise grüne Balken deuten auf Nettozuflüsse hin, während rote Balken eher auf Abflüsse und damit potenzielle Akkumulation außerhalb der Börsen hindeuten.
Gerade in den vergangenen zwei Wochen zeigt die Metrik jedoch wiederholt positive Ausschläge. Das bedeutet: Es werden tendenziell mehr XRP an Börsen geschickt. Genau das gilt häufig als potenzieller Hinweis auf steigenden Verkaufsdruck, da Anleger ihre Coins meist dann zu Handelsplattformen transferieren, wenn sie Verkäufe vorbereiten oder Liquidität schaffen wollen. Besonders auffällig ist dabei, dass sich diese Zuflüsse zuletzt trotz schwacher Kursentwicklung gehalten haben.

Die schwarzen Kursdaten im Chart zeigen parallel dazu, dass XRP weiterhin unter Druck bleibt und keine nachhaltige Aufwärtsdynamik entwickeln konnte. Damit fehlt aktuell ein klarer Hinweis auf aggressive Akkumulation größerer Marktteilnehmer. Für die Bullen wäre deshalb wichtig, dass die Metrik wieder stärker in den negativen Bereich dreht. Denn deutliche Nettoabflüsse von Börsen gelten oftmals als bullishes Signal, weil Investoren Coins eher langfristig verwahren statt kurzfristig verkaufen wollen. Genau darauf dürften Anleger in den kommenden Tagen verstärkt achten.
XRP verteidigt wichtige Kaufzone trotz Verkaufsdruck
Trotz der jüngsten Schwäche sehen einige Trader bei XRP weiterhin eine zentrale Unterstützungszone, die bislang erfolgreich verteidigt wird. Im gezeigten Chart verweist Analyst CW auf eine sogenannte „Buy Wall“ rund um den Bereich zwischen 1,34 und 1,36 US-Dollar. Gemeint ist damit eine Zone mit erhöhter Kaufbereitschaft, in der Marktteilnehmer offenbar verstärkt XRP akkumulieren und dadurch weiteren Verkaufsdruck zunächst abfedern.
Auffällig ist, dass XRP zuletzt mehrfach genau in diesen Bereich zurückfiel und dort jeweils Stabilisierungstendenzen zeigte. Gleichzeitig bleibt oberhalb jedoch starker Widerstand sichtbar. Besonders die roten Zonen zwischen etwa 1,40 und 1,55 US-Dollar markieren wichtige Bereiche, in denen zuletzt verstärkt Verkäufe einsetzten. Genau dort scheiterte XRP auch beim jüngsten Ausbruchsversuch über 1,50 US-Dollar.
Das aktuelle Setup deutet deshalb auf einen klaren Kampf zwischen Käufern und Verkäufern hin. Solange die grüne Unterstützungszone hält, bleibt die Chance auf einen technischen Rebound bestehen. Fällt XRP jedoch nachhaltig unter diese Buy Wall, könnte sich der Verkaufsdruck deutlich beschleunigen. Anleger achten deshalb nun besonders darauf, ob die Käufer die Zone weiter verteidigen können oder ob die Unterstützung letztlich doch bricht.
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