XRP Analyse: Wale kaufen nicht mehr – trotzdem bullisch?
Die Kryptowährung XRP notiert weiterhin deutlich unter ihrem Allzeithoch und liegt aktuell rund 60 Prozent darunter. Zwar konnte sich der Kurs zuletzt stabilisieren und zeigt auf Monatssicht eine leichte Erholung, doch von einer nachhaltigen Trendwende kann bislang keine Rede sein.

Vielmehr dominiert eine zähe Seitwärtsbewegung, die von geringer Volatilität und fehlendem Momentum geprägt ist. Weder Bullen noch Bären konnten zuletzt klare Akzente setzen. Genau in dieser Phase rückt nun jedoch eine neue On-Chain-Entwicklung in den Fokus, die das Potenzial hat, die aktuelle Marktdynamik grundlegend zu verändern.
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Wale ziehen sich zurück – Analyst sieht bullisches Signal
Eine aktuelle Auswertung der Spot-Daten auf dem XRP Ledger zeigt eine auffällige Verschiebung bei der durchschnittlichen Ordergröße. Während in der Vergangenheit vor allem große Transaktionen dominierend waren – ein klares Indiz für Aktivitäten sogenannter Wale –, hat sich das Bild zuletzt deutlich verändert. Die durchschnittlichen Orders bewegen sich nun wieder im „normalen“ Bereich, was darauf hindeutet, dass großvolumige Marktteilnehmer aktuell weniger aktiv sind.
Auf den ersten Blick könnte dies als Schwäche interpretiert werden. Schließlich gelten Wale häufig als treibende Kraft hinter größeren Marktbewegungen. Doch genau hier setzt die bullische Interpretation des Analysten an: Die Phase intensiver Akkumulation durch große Marktteilnehmer könnte bereits abgeschlossen sein. Historisch betrachtet folgen auf solche Akkumulationsphasen nicht selten impulsive Aufwärtsbewegungen, da das verfügbare Angebot am Markt verknappt ist.
Wenn Wale also bereits ihre Positionen aufgebaut haben und nun nicht mehr aktiv kaufen müssen, könnte dies bedeuten, dass ein Großteil des Verkaufsdrucks absorbiert wurde. In einem solchen Szenario reichen bereits kleinere Nachfrageimpulse aus dem Retail-Bereich aus, um den Preis spürbar nach oben zu treiben. Gleichzeitig sinkt das Risiko plötzlicher großer Abverkäufe. Denn die Coins liegen stärker in festen Händen.
Ruhe vor der XRP-Rallye?
Die aktuelle Entwicklung könnte somit ein klassisches Beispiel für eine Marktphase sein, in der sich die Kräfteverhältnisse im Hintergrund verschieben. Im Anschluss kann sich dies deutlich im Preis widerspiegeln. Sollte die Nachfrage in den kommenden Wochen anziehen, könnte XRP vor einer dynamischeren Bewegung stehen, als es die jüngste Seitwärtsphase vermuten lässt.
Ein weiteres kurzfristig positives Signal liefert der sogenannte Spot Taker CVD, der das Verhältnis von aggressiven Käufern zu Verkäufern misst. Dreht dieser Indikator in den positiven Bereich, dominieren Marktteilnehmer, die aktiv zum aktuellen Preis kaufen – ein Zeichen steigender Nachfrage. Genau das ist bei XRP aktuell zu beobachten: Der Trend verschiebt sich zunehmend in Richtung Net Buying. Historisch geht eine solche Entwicklung häufig mit kurzfristigem Aufwärtsdruck einher, da Kauforders den Markt treiben. Allerdings bleibt abzuwarten, ob dieser Impuls nachhaltig ist oder lediglich eine temporäre Gegenbewegung innerhalb der Seitwärtsphase darstellt.
Aktive Adressen stagnieren – Fundamentale Schwäche trotz Hoffnung
Ein Blick auf die On-Chain-Daten zeigt jedoch ein deutlich nüchterneres Bild. Die Anzahl aktiver Adressen im XRP-Netzwerk – ein zentraler Indikator für tatsächliche Nutzung und Nachfrage – bleibt seit Monaten auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau stabil. Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder kurzfristige Ausschläge mit stark steigender Aktivität, diese erwiesen sich jedoch als nicht nachhaltig und fielen rasch wieder zurück.
Aktuell pendelt die Zahl aktiver Adressen weitgehend seitwärts, ohne einen klaren Aufwärtstrend auszubilden. Das ist insofern kritisch, als steigende Preise in der Regel von wachsender Netzwerkaktivität begleitet werden sollten. Fehlt dieser Anstieg, deutet das darauf hin, dass die Nachfrage primär spekulativer Natur ist und nicht durch eine breitere Nutzung des Netzwerks gestützt wird.

Damit bleibt die fundamentale Basis für eine nachhaltige Rally begrenzt. Auch wenn einzelne On-Chain-Signale – wie das Ende der Wal-Akkumulation – kurzfristig bullisch interpretiert werden können, liefert die Netzwerkaktivität aktuell keine klare Bestätigung für ein solches Szenario.
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