Trump öffnet die Straße von Hormus: Bitcoin Comeback?

Bitcoin hat nach neuen Aussagen von US-Präsident Donald Trump kräftig reagiert. Während die geopolitischen Spannungen rund um den Iran zuletzt noch für Nervosität an den Finanzmärkten gesorgt hatten, sorgten nun Berichte über eine mögliche Einigung plötzlich für Entspannung. Der Bitcoin-Kurs sprang zeitweise wieder auf rund 74.000 Dollar, auch der Ölpreis gab nach und Risiko-Assets zeigten eine deutliche Erholung. Doch wie nachhaltig ist diese Bewegung wirklich?
Trump spricht von Öffnung der Straße von Hormus
Auslöser für die jüngste Aufwärtsbewegung waren neue Aussagen von Donald Trump zu den laufenden Verhandlungen mit dem Iran. Demnach soll die Straße von Hormus vorübergehend geöffnet werden, die Blockade aufgehoben werden und festgesetzte Schiffe wieder passieren dürfen. Gleichzeitig soll der Iran damit beginnen, Unterwasserminen zu zerstören und gemeinsam mit den USA an einer Lösung zu arbeiten.
Auch beim Atomstreit scheint es laut Trump Fortschritte zu geben. Genau hier liegt allerdings weiterhin der größte Knackpunkt der Verhandlungen. Die USA verlangen nach wie vor deutliche Einschränkungen oder einen Verzicht auf Teile des iranischen Atomprogramms – ein Thema, an dem frühere Annäherungen bereits mehrfach gescheitert sind.
Trotzdem reagierten die Märkte unmittelbar positiv. Bitcoin machte seine Tagesverluste wieder wett und drehte zeitweise sogar ins Plus. Gleichzeitig entspannte sich die Lage bei Öl und anderen Risikoanlagen.
Vorsicht bleibt allerdings angebracht. Trump betonte selbst, dass noch keine eingefrorenen iranischen Gelder freigegeben wurden und endgültige Entscheidungen weiterhin ausstehen. Die Vergangenheit hat mehrfach gezeigt, dass geopolitische Meldungen innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden wieder in eine andere Richtung kippen können.
Charttechnik: Kommt jetzt der Angriff auf den EMA 200?
Auch aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage spannend. Nach dem scharfen Rücksetzer von rund 82.000 Dollar auf zeitweise 72.000 Dollar stabilisiert sich Bitcoin derzeit wieder.
Dabei bleibt die übergeordnete Struktur bislang konstruktiv. Höhere Tiefs und höhere Hochs deuten weiterhin auf einen intakten Aufwärtstrend hin – vorausgesetzt, das jüngste Tief markiert tatsächlich den vorläufigen Boden.
Eine entscheidende Hürde wartet allerdings im Bereich zwischen 75.000 und 76.000 Dollar. Diese Zone fungierte bereits in der Vergangenheit mehrfach als Widerstand und könnte auch diesmal schwierig zu überwinden sein. Gelingt der Ausbruch darüber, würde anschließend der viel beachtete EMA 200 in Reichweite rücken – ein Signal, auf das viele Marktteilnehmer bereits seit Monaten warten.
Kurzfristig könnte allerdings gerade das Wochenende wieder für Gegenwind sorgen. Historisch zeigen sich Kryptomärkte an Wochenenden oft schwächer, da institutionelle Investoren nicht aktiv sind und geringere Liquidität bereits kleine Verkäufe stärker wirken lässt.
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ETF-Abflüsse, sinkende Volatilität und bessere Aussichten für Bitcoin?
Interessant bleibt außerdem die Entwicklung bei den Spot-Bitcoin-ETFs. In kurzer Zeit wurden zuletzt rund 4 Milliarden Dollar aus den Produkten abgezogen. Datenanbieter Santiment weist jedoch darauf hin, dass extreme ETF-Abflüsse in der Vergangenheit häufig eher als Kontraindikator funktioniert haben.
Wenn die Stimmung besonders negativ wurde und massive Mittelabzüge dominierten, markierte dies in vielen Fällen bereits lokale Tiefpunkte, bevor sich der Kurs wieder erholte.
Hinzu kommt eine weitere Entwicklung, die für institutionelle Anleger relevant sein könnte: Laut Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas sinkt die Volatilität von Bitcoin zunehmend – teilweise nähert sie sich sogar der von Gold an. Da hohe Schwankungen lange als eines der Hauptargumente gegen Bitcoin galten, könnte dieser Faktor künftig an Bedeutung verlieren.
Gleichzeitig suchen Investoren verstärkt nach Diversifikation. Während klassische Indizes wie der S&P 500 zunehmend von wenigen Schwergewichten dominiert werden, könnte Bitcoin für institutionelle Portfolios attraktiver werden – vor allem, wenn geopolitische Risiken nachlassen, der Ölpreis sinkt und damit auch Inflations- sowie Zinserhöhungssorgen weiter zurückgehen.
Für die zweite Jahreshälfte könnte das Umfeld für Bitcoin damit langsam wieder freundlicher werden – vorausgesetzt, die geopolitische Entspannung hält tatsächlich an.
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