Stablecoins könnten US-Banken $500 Milliarden entziehen

Bei den Banken herrscht Angst vor einem neuen Gegner. Wie eine neue Schätzung von Standard Chartered zeigt, droht den Geldinstituten durch Stablecoins ein enormer Schaden.
Geringerer Kapitalzufluss stoppt auch Kreditvergabe
Diese könnte sich auf bis zu $500 Milliarden Dollar belaufen und das innerhalb von nur 3 Jahren. Sollte der Siegeszug von Stablecoins weiterhin anhalten, dann würde der Kapitalzufluss zu Banken drastisch eingeschränkt.
Dies beträfe laut Standard Chartered hauptsächlich die kleineren Regionalbanken. Diese sind stärker auf die Einlagen ihrer Kunden angewiesen, um mit diesem Geld arbeiten zu können. Ihr Hauptgeschäft besteht aus einlagengetriebenen Krediten, doch dieses Geschäftsmodell kommt zum Stillstand, wenn die Kunden mit ihren Einlagen nicht für eine ausreichende finanzielle Basis sorgen.
Entschärfter Clarity Act hilft den Banken
Große Banken wären von dem geringeren Kapitalfluss weniger betroffen, weil sie ihr Geschäft diversifiziert haben. Doch mit dieser Analyse wird klar, warum die Bankenbranche so sehr darauf drängt, den Clarity Act zu entschärfen.
Das De-facto-Verbot von tokenisierten Aktien und die Einschränkungen der Vergütung bei Stablecoins erscheinen so in einem anderen Licht. Wenn die Banken ihr Geschäftsmodell in Gefahr sehen, ergibt das offenbar im Hintergrund gelaufene massive Lobbying gegen den Clarity Act, sehr viel mehr Sinn.
In drei Jahren sollen die Stablecoins größer als Bitcoin sein
Die gestern veröffentlichte Analyse von Standard Chartered zeigt, dass die Akzeptanz von Stablecoins in den nächsten Jahren zunehmen wird. Die Experten rechnen damit, dass die Marktkapitalisierung von Stablecoins bis zum Jahr 2028 auf $2 Billionen ansteigen wird. Damit wären sie größer als Bitcoin derzeit. Dies gilt für den Fall, dass die Investoren nicht massiv Bitcoin kaufen und dessen Wert auf neue Höhen treiben.

Ein großer Teil der Marktkapitalisierung von Stablecoins käme dann von Kapitaleinlagen, die zuvor an die Banken geflossen sind. Regionalbanken beziehen einen hohen Anteil ihrer Einnahmen aus dem Nettozinsertrag. Doch wenn dieser aufgrund sinkender Kapitaleinlagen der Kunden sinkt, gerät auch das Geschäftsmodell der Banken ins Wanken. Investmentbanken und Broker sind davon weniger abhängig.
Die Stablecoin-Emittenten könnten diesen Kapitalabfluss auch nicht ausgleichen, weil sie nur einen geringen Anteil ihrer Reserven in Bankeinlagen halten. Trotz aller Diskussionen rund um den Clarity Act geht Standard Chartered jedoch davon aus, dass das für die Kryptobranche wichtige Gesetz in den nächsten Wochen beschlossen wird.
