SEC-Agenda 2026: Neue Regeln für Krypto-Assets und Börsen

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Martin SchwarzVerified
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Martin Schwarz hat einen MSc. in Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt auf asymetrische Kryptographie und M2M-Kommunikation. Er ist seit 2015 im Bereich Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs und seit...

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat offiziell drei Punkte zur Krypto-Regulierung in ihre Agenda für 2026 aufgenommen. Laut der aktuellen „Agency Rule List“ betreffen diese Vorhaben das Angebot und den Verkauf von Krypto-Assets, die finanziellen Verantwortlichkeiten von Broker-Dealern sowie Änderungen am Exchange Act für den Krypto-Handel auf alternativen Handelsplätzen.

Diese Schritte signalisieren, dass die Kommission parallel zum Kongress an einem strukturierten Ausnahmeregime arbeitet, anstatt darauf zu warten, dass eine Gesetzgebung sie zum Handeln zwingt.

Dieser Unterschied ist entscheidend: Der CLARITY Act ist bis Anfang Juli noch nicht unterzeichnet worden. Die Entscheidung der SEC, ihre eigenen Regelungsprozesse nun einzuleiten, verkürzt den Zeitplan für Marktteilnehmer, die davon ausgegangen waren, dass die regulatorische Neugestaltung zuerst über den gesetzlichen Weg erfolgen würde.

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Drei Punkte, drei deutliche Auswirkungen auf den Markt

Der erste Punkt befasst sich damit, wie Krypto-Assets angeboten und verkauft werden, und sieht explizit bestimmte Ausnahmen sowie „Safe Harbor“-Bestimmungen vor. Die SEC hat bereits eine Innovations-Ausnahme vorgeschlagen, die es Firmen ermöglicht, tokenisierte Wertpapiere – insbesondere tokenisierte US-Aktien – auszugeben und zu handeln. Es ist wahrscheinlich, dass diese Richtlinien in diesen Regelungsbereich fallen.

Der SEC-Vorsitzende Paul Atkins hat die umfassendere Agenda so formuliert, dass sie Innovationen begrüßt, mehr Produkte in die USA holt und Klarheit in Bezug auf tokenisierte Wertpapiere schafft.

Für Token-Emittenten, die sich derzeit in einer Phase der Registrierungsunsicherheit befinden, ist ein kodifizierter „Safe Harbor“ der kommerziell wichtigste Punkt auf der Agenda.

Er entscheidet darüber, ob ein Projekt überhaupt Token an US-Privatanleger verkaufen darf und unter welchen Offenlegungsbedingungen dies geschieht. Details wie Schwellenwerte, Zeitpläne und die Definition einer ausreichend dezentralisierten Governance sind noch ungeklärt – genau deshalb ist die Ankündigung dieses Regelungsverfahrens so folgenreich.

Der zweite Punkt zielt auf die Regeln zur finanziellen Verantwortung von Broker-Dealern ab. Konkret geht es um die Regeln 15c3-1 (Nettokapital), 15c3-3 (Kundenschutz), 17a-3 und 17a-4 (Bücher und Aufzeichnungen), wobei Änderungen vorgeschlagen wurden, um deren Anwendung auf Krypto-Assets zu präzisieren.

Die SEC hatte zuvor Bedingungen skizziert, unter denen bestimmte DeFi-Plattformen ohne Registrierung als Broker-Dealer agieren dürfen. Die kommende Regelung könnte diese Bedingungen kodifizieren oder verschärfen – eine Entscheidung, die festlegt, ob Anbieter von Front-End-Schnittstellen und Aggregatoren die volle Last einer Registrierung tragen müssen oder einen schmaleren Compliance-Pfad einschlagen können.

Der dritte Punkt umfasst eine Reihe von Änderungen am Exchange Act für den Krypto-Handel an sogenannten Alternative Trading Systems (ATS) und nationalen Wertpapierbörsen. Dies ist der Teil der Marktstruktur: Regeln, die festlegen, wie Handelsplätze operieren, welche Offenlegungspflichten sie haben und wie der Auftragsfluss bei Krypto-Wertpapieren im Vergleich zu traditionellen Aktien behandelt wird.

Ein Krypto-ATS befindet sich derzeit in einer rechtlichen Grauzone. Die geänderten Exchange Act-Regeln würden klären, ob bestehende ATS-Registrierungsrahmen unverändert gelten oder ob ein paralleler, krypto-spezifischer Pfad erforderlich ist.

Atkins‘ Einordnung und der politische Kontext

Laut der Primärquelle betonte der Vorsitzende Atkins die Bemühungen der Kommission, Innovationen zu fördern, mehr Produkte ins Inland zu bringen, klare Regeln für die Kapitalbeschaffung innerhalb des Krypto-Ökosystems zu schaffen und Klarheit bei tokenisierten Wertpapieren zu bieten. Er ordnete alle drei Punkte als Teil der Umsetzung von Präsident Trumps Ziel ein, die USA zur Welthauptstadt für Kryptowährungen zu machen.

Diese Formulierung ist politisch bewusst gewählt: Sie verknüpft das Tempo der SEC-Regelsetzung direkt mit einem exekutiven Mandat. Dies schützt die Agenda vor internem Widerstand und signalisiert institutionellen Marktteilnehmern, dass die eingeschlagene Richtung beständig ist.

Präsident Trump erklärte beim offiziellen Start der Trump-Accounts, dass er ein großer Fan von Krypto sei und deutete an, dass Bitcoin eventuell in diese Konten aufgenommen werden könnte.

Der politische Rückenwind für die umfassende Krypto-Regulierung ist unverkennbar. Dennoch sind politischer Wille und regulatorische Umsetzung zwei verschiedene Paar Schuhe, und bei den Agenda-Punkten der SEC handelt es sich zunächst um Vorschläge, noch nicht um finale Regeln.

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Marktübersicht

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