Schiff warnt: JGB-Renditerekord und KI-Crash bedrohen US-Märkte

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Apr. 2026
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Steffen Bösweich ist Redakteur und Hauptautor bei Cryptonews DE. Seit mehreren Jahren schreibt er über Kryptowährungen und berichtet täglich über aktuelle Entwicklungen im Kryptomarkt. Er legt...

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Bitcoin notiert zur Wochenmitte bei rund 65.000 US-Dollar – stabil auf dem Papier, aber eingebettet in ein makroökonomisches Umfeld, das der Ökonom und langjährige Bitcoin-Kritiker Peter Schiff als zunehmend brisant bezeichnet. Schiff richtet seinen Blick dabei nicht primär auf die Kryptomärkte, sondern auf zwei Risse im globalen Fundament: den Ausverkauf bei KI-Technologieaktien und eine sich verschärfende Schuldenkrise in Japan. Genau die Kombination dieser Faktoren, so seine These, könnte eine Kettenreaktion auslösen, die auch US-Märkte nicht verschont.

KI-Trade zeigt erste Risse

Schiff analysierte die Entwicklungen in seiner Podcast-Sendung The Peter Schiff Show und verwies darauf, dass der Markt auf Investitionsankündigungen der großen KI-Hyperscaler – also Konzerne wie Google, Microsoft, Meta oder Amazon, die massiv in KI-Infrastruktur investieren – erstmals mit Kursverlusten statt mit Kursgewinnen reagiert. Alphabet fiel in der Berichtswoche um 10 Prozent, nachdem das Unternehmen höhere Kapitalausgaben als erwartet gemeldet hatte. Oracle verlor knapp 8 Prozent in der gleichen Periode und liegt damit auf Jahressicht 41 Prozent im Minus.

Schiff argumentiert, das Muster erinnere strukturell an den Dotcom-Boom: Damals floss Kapital in hohem Tempo in Infrastruktur, deren Rendite langfristig unsicher blieb. Er zweifelt nicht am Potenzial künstlicher Intelligenz, wohl aber an der Fähigkeit der Märkte, kurzfristige Rückflüsse realistisch einzupreisen. Tesla verlor in derselben Woche 18 Prozent, SpaceX 7,7 Prozent – Verluste, die laut Schiffs Schätzung Elon Musks Nettovermögen innerhalb von fünf Handelstagen um annähernd 100 Milliarden US-Dollar reduzierten.

Japan als systemischer Stressfaktor

Das eigentlich gewichtigere Risiko sieht Schiff jedoch in Japan. Die Rendite japanischer Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit (JGB – Japanese Government Bonds) schloss zuletzt nahe 4 Prozent – ein Rekordwert für diese Laufzeit. Die 10-jährige JGB-Rendite erreichte das höchste Niveau seit 1996. Gleichzeitig fiel der Yen auf den schwächsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit 40 Jahren.

Japans Staatsverschuldung übersteigt 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, während der Leitzins der Bank of Japan (BOJ) bei lediglich 1 Prozent verharrt. Schiff beschreibt das Dilemma der BOJ als eine Wahl zwischen zwei schlechten Optionen: Zinserhöhungen riskieren eine Rezession und einen massiven Kapitalrückfluss japanischer Investoren aus dem Ausland – was Druck auf globale Anleihemärkte erzeugen würde. Passivität hingegen riskiert einen weiteren Verfall der Währung und importierte Inflation.

Den eigentlichen Transmissionskanal in Richtung USA benennt Schiff konkret: Japan hält mehr als 1,1 Billionen US-Dollar in US-Staatsanleihen – die größte ausländische Beteiligung eines Landes in US-Treasuries. Schiff sieht darin erhebliches Verkaufspotenzial, sollte Japan gezwungen sein, diesen Bestand zu liquidieren oder umzuschichten. Seine Einschätzung, dass Japan „möglicherweise die Nadel ist, die unsere Blase zum Platzen bringt“, bezieht sich explizit auf diesen Zusammenhang.

US-Treasuries: Renditeniveaus wie 2006 – bei vierfacher Schuldenlast

Die 30-jährige US-Treasury-Rendite schloss die Woche bei 5,16 Prozent – dem höchsten Stand seit 2006. Der entscheidende Unterschied zur damaligen Situation: Der US-Bundesstaat trägt heute eine Verschuldung von mehr als 39,6 Billionen US-Dollar, mehr als das Vierfache des Niveaus von 2006. Schiff betont, dass höhere Zinslasten bei dieser Schuldenmenge strukturell ungleich schwerer wiegen als bei vergleichbaren Renditeniveaus in der Vergangenheit.

Zusätzlichen inflationären Druck erzeugt der Ölpreis: Rohöl stieg im Juli um rund 30 Prozent auf über 100 US-Dollar je Barrel, getrieben von geopolitischen Spannungen rund um den Iran. Schiff argumentiert, dass dieser Anstieg einen deutlich heißeren Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli praktisch garantiere, wenn die Daten im August veröffentlicht werden. Gold legte trotz des gleichzeitigen Anstiegs von Anleiherenditen und Ölpreis um rund 1 Prozent zu – eine Konstellation, die Schiff als bemerkenswert einordnet und als mögliches Signal für eine Bodenbildung im Minensektor liest. Der GDX-Index (ein ETF auf große Goldminenproduzenten) stieg in dieser Woche um 5,6 Prozent, der GDXJ (Juniorminengesellschaften) um 5,8 Prozent.

Implikationen für Bitcoin und Risikoanlagen

. Sollte eine japanische Schuldenkrise tatsächlich eine Welle von Treasury-Verkäufen auslösen, . In einem solchen Umfeld würde – ein Muster, das sich bereits in vergangenen Liquiditätsschocks gezeigt hat. ETF-Abflüsse und technische Widerstände spielen dabei kurzfristig eine verstärkende Rolle.

Mittel- bis langfristig ist die Bewertung weniger eindeutig. – ein Signal, dass ein Teil des Marktes Schiffs Szenario nicht als Bitcoin-Bären-Argument liest, sondern als Argument für monetäre Absicherung. Die Frage, ob Bitcoin in einem Sovereign-Debt-Stressszenario als Hedge oder als Risikoasset agiert, bleibt die entscheidende Trennlinie in der makroökonomischen Bitcoin-Debatte.

Gold and silver Bitcoin coins resting on a digital screen displaying cryptocurrency trading charts
Photo by RDNE Stock project on Pexels

Ausblick: BOJ und US-Auktionen als Schlüsseldaten

Schiff sagt, dass die Bank of Japan vor allem im Blick behalten sollte, ob sie ihre Politikrate anhebt oder passiv bleibt. – und damit den Druck auf japanische Institutionen erhöhen, Fremdwährungspositionen zu reduzieren. – – tatsächlich nachgibt. Sollten beide Indikatoren gleichzeitig in die von Schiff beschriebene Richtung drehen, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Spannung im globalen Anleihemarkt nicht länger nur theoretisch bleibt.

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