Ether-ETFs mit Zuflüssen, Bitcoin-ETFs verlieren 463 Millionen
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von 462,7 Millionen US-Dollar – gerundet rund 463 Millionen US-Dollar – und damit den größten wöchentlichen Mittelabfluss seit Juni. Die Umkehr kommt nach drei aufeinanderfolgenden Wochen mit Zuflüssen und fällt zeitlich exakt mit gegenläufigen Bewegungen bei Ether-Produkten zusammen: US-Spot-Ether-ETFs verbuchten im selben Zeitraum Nettozuflüsse von 196,9 Millionen US-Dollar.
Genau dieser Kontrast zwischen den beiden größten ETF-Kategorien liefert das eigentliche Signal der Woche. Während institutionelle Anleger bei Bitcoin offenbar Kasse machten, floss frisches Kapital in Ether-Vehikel – ein Muster, das kurzfristig auf unterschiedliche Risikoeinschätzungen zwischen den beiden Assetklassen hindeutet.
ARKB, GBTC und IBIT führen die Abflüsse an
Laut Farside Investors erstreckten sich die Abflüsse über alle vier Handelssitzungen von Dienstag bis Freitag. Bereits in den ersten beiden Tagen der verkürzten Feiertagswoche verloren die Fonds 166,8 Millionen US-Dollar, bevor sich der Verkaufsdruck am Donnerstag mit Nettoabflüssen von 282,7 Millionen US-Dollar verstärkte – der größte tägliche Abfluss seit Juli.
Am Freitag verlangsamte sich der Abfluss auf 13,2 Millionen US-Dollar, was laut SoSoValue die Negativserie dennoch auf vier Handelstage verlängerte. Auf Fondsebene führte der ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB) mit Nettoabflüssen von 234,2 Millionen US-Dollar, gefolgt von Grayscales Bitcoin Trust ETF (GBTC) mit 129,1 Millionen US-Dollar.
BlackRocks iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT) verzeichnete im Wochenverlauf Nettoabflüsse von 52,5 Millionen US-Dollar, während Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund 50,7 Millionen US-Dollar verlor. Trotz der wöchentlichen Umkehr bleiben Spot-Bitcoin-ETFs im September insgesamt im positiven Bereich: Bis Freitag standen Nettozuflüsse von rund 307,3 Millionen US-Dollar zu Buche.
Die aktuelle Umkehr im Kontext früherer ETF-Flows
Die nun beendete dreiwöchige Zuflussserie gilt laut Primärquelle als stärkste des Jahres 2026 – ein Umstand, der die aktuelle Abflusswoche stärker einordnet als einen isolierten Ausreißer. Separate Marktberichte, die außerhalb der hier vorliegenden Datenbasis kursieren und vor Veröffentlichung noch verifiziert werden sollten, sprechen von deutlich größeren Abflusswellen im Juni – teils in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar über einen mehrwöchigen Zeitraum.
Auch für August werden in solchen Berichten temporäre Abflussphasen genannt, gefolgt von einer Erholung der Zuflüsse Anfang September. Gemessen an diesem – separat zu prüfenden – Verlauf wirkt die aktuelle Wochenumkehr weniger wie ein Strukturbruch und mehr wie eine der zyklischen Schwankungen, die ETF-Flows seit der Einführung der Produkte prägen. Wer die Angebotsseite zusätzlich im Blick behalten will, findet ergänzende Einordnung zu institutionell relevanten Bitcoin-Verkäufen und deren möglichem Einfluss auf das Marktangebot.
Bitcoin- und Ether-Fonds entwickeln sich gegensätzlich
Bei Ether-ETFs verlief die Woche deutlich uneinheitlicher als bei Bitcoin. Laut Farside Investors gab es am Dienstag Abflüsse von 24,3 Millionen US-Dollar, am Mittwoch Zuflüsse von 34,7 Millionen US-Dollar und am Donnerstag erneut Abflüsse von 29,9 Millionen US-Dollar.
Erst am Freitag drehte die Woche klar ins Positive: Ether-Fonds zogen an diesem einzelnen Handelstag 216,4 Millionen US-Dollar an. BlackRocks iShares Ethereum Trust ETF (ETHA) führte die Freitagszuflüsse mit 148,8 Millionen US-Dollar an, gefolgt vom 21Shares Core Ethereum ETF mit 29,1 Millionen US-Dollar.
Für die kurzfristige Bitcoin-Preisbildung liefern die Abflüsse ein wichtiges institutionelles Signal, eine unmittelbare Kursbewegung lässt sich aus den vorliegenden Flussdaten allein jedoch nicht ableiten. Wer die Positionierung zusätzlich anhand von Derivatemärkten einordnen will, findet ergänzende Daten zu Open Interest und regulatorischen Einflussfaktoren sowie zur Volatilität rund um die 80.000-Dollar-Marke.
Welche ETF-Daten als Nächstes entscheidend werden
Der nächste naheliegende Prüfpunkt sind die vollständigen Monatsdaten für September und Oktober. Sie zeigen, ob die positive Nettobilanz des laufenden Monats trotz der jüngsten Wochenumkehr Bestand hat oder ob sich eine breitere Abflussphase etabliert.
Besonders die weiteren Ströme bei IBIT dürften dabei Beachtung finden, da der Fonds in der Vergangenheit einen überproportionalen Anteil an den aggregierten Bewegungen hatte – dies bleibt jedoch eine Beobachtungsgröße und keine gesicherte Kausalität. Auf Basis der aktuell vorliegenden Zahlen gilt zunächst: eine klare Wochenumkehr bei Bitcoin, ein weiterhin positiver September-Saldo und ein gegenläufiger Trend bei Ether.
Quelle: Cointelegraph