Michael Saylor: Rehypothekation als Bremsschuh für den Bitcoin-Kurs

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

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Obwohl Bitcoin im Oktober 2025 ein Allzeithoch von rund 126.300 US-Dollar erreichte, folgte darauf eine scharfe Korrektur bis auf 60.000 US-Dollar. Michael Saylor, Gründer von Strategy, sieht neben dem typischen 4-Jahres-Zyklus vor allem ein strukturelles Problem im Krypto-Sektor als Ursache für die gebremste Kursentwicklung: die sogenannte Rehypothekation oder Weiterverpfändung von Bitcoin.

Das Problem der „Schattenbanken“ und Paper-Bitcoin

Laut Saylor befinden sich derzeit Bitcoin im Wert von über einer Billion US-Dollar in einem „Schattenbankensystem“ außerhalb des klassischen Finanzsektors. Viele Anleger übertragen ihre Bestände an Dienstleister, um Kredite zu niedrigen Zinsen zu erhalten. Der Haken dabei: Die Dienstleister nutzen diese Coins oft als Sicherheit für Leerverkäufe (Short-Selling).

Effektiv bedeutet dies, dass Bitcoin, die eigentlich dem Markt entzogen sein sollten, wieder in den Umlauf gelangen. Wenn beispielsweise 100 Milliarden US-Dollar an BTC als Sicherheit für billige Kredite hinterlegt werden, entspricht dies laut Saylor faktisch einem Leerverkaufsdruck in gleicher Höhe. Diese „Paper-Bitcoin“ blähen das Angebot künstlich auf und hindern den Kurs daran, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Experten wie Eric Weiss schätzen, dass der Kurs ohne diesen Mechanismus bereits bei 250.000 US-Dollar stehen könnte.

Die Brücke zum traditionellen Bankensystem

Die Lösung für dieses Problem sieht Saylor in der Öffnung des klassischen Bankensystems. Sobald etablierte Großbanken wie JPMorgan Bitcoin im großen Stil als Kreditsicherheit akzeptieren, ohne diese weiterzuverpfänden, wird der Verkaufsdruck massiv sinken. Anleger könnten dann konventionelle Kredite gegen ihre BTC aufnehmen und die Coins sicher im „Cold Storage“ verwahren. Ein solcher Wechsel würde nicht nur den aktuellen Druck reduzieren, sondern könnte durch das notwendige Eindecken der Short-Seller einen massiven Short-Squeeze auslösen.

Strategy und die Vision des „Digital Credit“

Saylor betont, dass die Bestände von Strategy – mittlerweile über 780.000 BTC – sowie die Bestände in den US-Spot-ETFs nicht rehypotheziert werden dürfen. Diese Coins sind dem Umlauf tatsächlich entzogen. Ein weiterer Katalysator für die Zukunft ist laut Saylor „Digital Credit“ in Form von Vorzugsaktien (wie STRC). Diese Produkte schlagen eine Brücke zum über 300 Billionen US-Dollar schweren Anleihemarkt.

Indem Unternehmen wie Strategy, Metaplanet oder Strive über festverzinsliche Wertpapiere Kapital einsammeln, um Bitcoin zu kaufen, entziehen sie dem Markt kontinuierlich Liquidität. Allein in diesem Jahr hat Strategy bereits über 108.000 BTC erworben, während im selben Zeitraum weniger als 50.000 neue BTC durch Mining entstanden sind. Saylor bleibt daher langfristig extrem bullisch und hält an seinem Ziel von 21 Millionen US-Dollar pro Coin fest.

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